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Befallene Bäume müssen schnellstmöglich aus dem Wald, sonst drohen flächige Waldschäden. Unsere Forstverwaltung unterstützt Bayerns Waldbesitzer bei der Borkenkäferbekämpfung deshalb künftig noch intensiver

Bayern: Blickpunkt Waldschutz

Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) informiert im Blickpunkt Waldschutz 11/2019 über den aktuellen Befall durch Borkenkäfer.

Seit Ende August ist die 2. Generation weitgehend fertig entwickelt und teilweise in den ersten beiden Septemberwochen ausgeflogen. Zum Teil erfolgte neuer Befall durch Borkenkäfer.

Intensive Käfersuche und schnelle Aufarbeitung sind auch jetzt noch unerlässlich, um Borkenkäfer, die jetzt Ihre Entwicklung abschließen, abzuschöpfen. Versäumnisse stellen die Weichen für das kommende Jahr 2020.

Aktuelle Entwicklung

Die Anflugzahlen des Buchdruckers in den Fallen gehen erfahrungsgemäß ab August stark zurück. Trotzdem ist ab Anfang September ein deutlicher Anstieg der Fangzahlen und gemeldeten Jungkäferanteilen bayernweit zu verzeichnen. Ob die teils sommerlichen Temperaturen der letzten Woche die Borkenkäfer zur Anlage einer 3. Generation angeregt haben, ist derzeit noch nicht abschließend zu beantworten. In Einzelfällen wurde Anfang bis Mitte September Bohrmehl gefunden. Aufgrund der verzettelten Bruten (Geschwisterbruten) sind auch jetzt noch alle Entwicklungsstadien unter der Rinde zu finden.

Aktuell zeichnen Fichten mit Befall aus Juli und August. Dabei werden neben Fichten mit roter Krone auch Fichten mit grüner Krone und abfallender Rinde beobachtet. Der Kupferstecher ist weiterhin stark am Befallsgeschehen beteiligt.

Priorisierung der Aufarbeitung

Die Aufarbeitungsdringlichkeit hängt entscheidend vom Entwicklungsstadium der Käfer unter der Rinde ab. Das bedeutet:

  • Stehendbefall mit Puppen und frischen Jungkäfern muss vorrangig und umgehend aufgearbeitet werden, um den Ausflug in die Überwinterungsquartier (Boden/Fichten) verhindern.
  • Bei ausschließlich weißen Stadien besteht noch ein Zeitpuffer. Da jedoch die Brutentwicklung bei Temperaturen über 8 °C weiter voranschreitet, wird auch hier das Jungkäferstadium noch erreicht. Es besteht das Risiko, dass die Rinde mit fertigen Käfern abfällt und dadurch eine Aufarbeitung unwirksam wird. Diese Käfer verbleiben über Winter in der abgefallenen Rinde bzw. ziehen sich in die Bodenstreu zurück.

Weitere Informationen und Handlungsempfehlungen auf der Internetseite der LWF: www.lwf.bayern.de/waldschutz/monitoring

Red./Quelle: LWF

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