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Bayern: Bleibt der Waldnaturschutz auf der Strecke?

Während der Schlachtenlärm um den Steigerwald und immer neue Nationalparkdebatten die Politik und die Öffentlichkeit in Atem halten, führt der Waldnaturschutz in den weiten Kulturwäldern Bayerns ein Schattendasein.Waldnaturschutz in bewirtschafteten Wäldern ist für die Steigerung der Biodiversität hocheffizient, braucht aber Vorbilder, Forschung, Beratung und Förderung. Jedoch ist die Personal- und Finanzausstattung in diesem Bereich sehr niedrig. FAUN fordert die bayerische Staatsregierung daher auf, Finanz- und Personalmittel, die künftig in einen dritten Nationalpark fließen sollen, unverzüglich und in gleicher Höhe für den Waldnaturschutz in Bayerns Kulturwäldern zur Verfügung zu stellen. Dies würde den hocheffizienten Waldnaturschutz in die breite Fläche und vielen Bürgerinnen und Bürgern vor die Haustür bringen. Für eine entsprechende Förderungsstruktur würden dazu 10 Mio. Euro im Jahr ausreichen. Der Nationalpark bayerischer Wald hat einen Jahresetat von durchschnittlich 12 Mio. Euro, die externen Forschungsmittel nicht mitgerechnet. Dagegen betragen z.B. die Ausgaben für den Vertragsnaturschutz Wald im Privat- und Körperschaftswald in Bayern im Jahre 2016 gerade einmal 1,1 Mio. Euro. Diese Diskrepanz dürfe durch einen dritten Nationalpark nicht noch weiter verschärft werden.

FAUN setzt sich seit seiner Gründung für mehr Waldnaturschutz auf der gesamten Waldfläche ein. In seinem „Schmerber Manifest“ haben die Initiatoren die wichtigsten Grundzüge für mehr Naturschutz in den Wäldern niedergelegt. Über tausend meist fachkundige Unterstützer haben inzwischen unterzeichnet.
Für weitere Informationen siehe www.faun-iwi.de.
FAUN

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