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Auch für 2020 wird wieder mit der Anlage einer dritten Borkenkäfer-Generation in Bayern gerechnet.

Bayern: Ausflug der ersten Jungkäfergeneration

Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) informiert im Blickpunkt Waldschutz 8/2020 über die aktuelle Waldschutzsituation im Freistaat.

Seit Mitte Juni steigen die Fangzahlen für Buchdrucker und Kupferstecher stark an. An zahlreichen Monitoringstandorten sind die Fänge dauerhaft hoch und liegen über der Buchdrucker-Gefährdungsschwelle von 3.000 Käfern je Falle und Woche. Ab diesen Fangwerten muss mit einer schnellen Ausbreitung bestehender Befallsherde gerechnet werden.

Die Fänge müssen zweigeteilt betrachtet werden. Den größeren Anteil nehmen Altkäfer aus 2019 ein, die derzeit noch Geschwisterbruten anlegen. Es werden aber bereits Jungkäfer der ersten Generation aus der Schwärmwelle Mitte April gefangen; dies vor allem in Lagen bis 600 m ü. NN in den Regionen südliches Niederbayern, westliches Oberfranken sowie Mittel- und Unterfranken. Zeitlich betrachtet ist die Entwicklung der ersten Generation etwa eine Woche früher als 2019 vollzogen. Auch für dieses Jahr ist daher von der Anlage einer dritten Generation auszugehen.

Ausflug der ersten Käfergeneration bis Mitte Juli

Der weitere Ausflug der ersten Generation inkl. der ersten Geschwisterbruten, die mehrheitlich ab der KW 20 (erste Maihälfte) angelegt wurden, wird in den nächsten beiden Wochen bis Mitte Juli erwartet. Es muss erneut mit erheblichem Stehendbefall gerechnet werden.

Die Gefährdungseinschätzung für Bayern ist bislang ebenfalls stark zweigeteilt. Ausschlaggebend sind hier insbesondere die Niederschlagsverteilung der letzten Wochen sowie die Vorschädigungen der Fichtenbestände der letzten Jahre. Aufgrund der besseren Wasserversorgung können Fichten aktuell mit verstärktem Harzfluss auf Borkenkäferbefall reagieren. Dennoch haben sich die Fichten nicht vollständig von den vergangenen Trockenschäden erholt. Die Bäume können sich nur bedingt gegen den massiven Angriff durch die Fichtenborkenkäfer wehren.

Die Bohrmehlsuche bei frischem Befall kann derzeit nach Gewittern, Regenschauern und Wind erschwert sein. Harztrichter, Einbohrlöcher und v. a. Spechtabschläge sind oft gute Hinweise auf frischen Befall. Befallene Fichten aus dem Frühjahr zeichnen vermehrt mit sich rotfärbender Krone und Rindenabfall bei grüner Krone.

Handlungsempfehlungen

Befallskontrolle

Befallene Fichten aus dem Frühjahr:

  • Zunehmend werden auch ältere Befallsmerkmale aus dem Frühjahrsbefall sichtbar: Nadelabfall, Grün- bis Gelbstichigkeit der Kronen bis hin zur Rotfärbung, zum Teil auch Rindenabfall bei grüner Krone;
  • Kontrolle an aufgerissenen, süd- und südwestlichen Waldrändern und in der Umgebung von befallenem, liegenden Holz;
  • Markieren, Dokumentieren, Brutfortschritt unter der Rinde kontrollieren (Schepseisen);
  • Im Umkreis befallener Fichten auf weiteren Stehendbefall achten (Bohrmehlsuche/Harzfluss).

Neubefall zur Anlage der 2. Generation:

  • Bohrmehlsuche und Befallskontrolle v. a. an Nordrändern von diesjährigen und letztjährigen Käferlöchern, an Südrändern 1 bis 2 Baumlängen in den Bestand und mit zunehmender Hitze auch im Bestandesinneren;
  • Markieren, Dokumentieren und im Umkreis nach weiterem Stehendbefall suchen.

Weitere Behandlung

  • Älterer Befall: Sofortiger Holzeinschlag und Aufarbeitung, solange die Brut noch nicht ausgeflogen ist; Entrindung ist nur im weißen Larvenstadium wirksam. Bei der Abfuhr älterer Polter auf herabfallende Rindenstücke achten, da je nach Größe und Entwicklung der Brut von diesen eine Befallsgefahr ausgehen kann.
  • Frischer Befall: Die Aufarbeitung muss zügig erfolgen, um den Ausflug der Elternkäfer zur Anlage der Geschwisterbrut zu verhindern (Zeitraum max. 2 Wochen).
  • Bei stockendem Holzabfluss: Das Käferholz sollte auf Zwischenlagerplätze mit einem Abstand von mindestens 500 m zum nächsten Nadelholzbestand transportiert werden. Die Behandlung befallener Holzpolter mit zugelassenen Insektiziden ist möglich und wirksam, solange die Jungkäfer noch unter der Rinde sind.

Hier geht‘s zur Buchdrucker-Gefährdungseinschätzung für Bayern (Stand: 30.06.2020). Zugelassene Pflanzenschutzmittel finden Sie in der Online-Datenbank in der Rubrik Pflanzenschutzmittel unter www.bvl.bund.de.

Quelle: LWF

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