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Bayerns Waldbesitzer werden künftig von 32 anstatt bisher von 47 ÄELF betreut.

Bayern: Anzahl der ÄELF wird um ein Drittel reduziert

Laut einer Meldung der Bayerischen Staatskanzlei vom 7. Juli wird die Zahl der Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (ÄELF) um rund ein Drittel reduziert. Lediglich 17 ÄELF bleiben in ihrer Struktur unverändert, 30 Ämter werden zu 15 neuen Verbundämtern zusammengelegt. Die neuen Strukturen werden ab dem 1. Oktober schrittweise eingeführt.

Die bayerische Agrarpolitik intensiviert die Anstrengungen in Tierwohl, Biodiversität, Ressourcenschutz, Klimawandel sowie Digitalisierung und setzt auf Qualitätsproduktion statt Größenwachstum. In diesem Zusammenhang sollen auch die regionalen Strukturen der Landwirtschaftsverwaltung und der landwirtschaftlichen Fachschulen angepasst werden. In Umsetzung des Versöhnungsgedankens aus dem Volksbegehren Artenschutz soll die Landwirtschaft noch mehr in die Mitte der Gesellschaft rücken. Die Landwirte profitieren zukünftig von einer klareren Struktur der Landwirtschaftsverwaltung. Unter Berücksichtigung regionaler Schwerpunkte hat jeder Landwirt künftig ein Amt als Ansprechpartner. Alle derzeitigen Ämterstandorte bleiben als Anlaufstellen für die Landwirte erhalten. Die Ämter können somit schneller und wirtschaftlicher als bisher agieren. Zudem können Personalressourcen zur Erbringung der Kerndienstleistungen Beratung, Bildung und Information für Landwirte und Gesellschaft vor Ort effektiver eingesetzt werden. Mit der Neuausrichtung trägt die Staatsregierung künftigen Herausforderungen der Landwirtschaft stärker Rechnung und stellt noch mehr als bisher die Bedürfnisse der Landwirte, Auszubildenden, Studierenden und Bürger in den Mittelpunkt.

Was sich ändert

Die neue Struktur wird ab 1. Oktober 2020 schrittweise eingeführt und sieht künftig in Bayern 32 Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten vor: 17 bestehende Ämter bleiben eigenständig, die weiteren 30 werden jeweils mit einem benachbarten Amt zu künftig 15 neuen, größeren Ämtern zusammengeführt. Alle bisherigen 47 Ämterstandorte bleiben erhalten. Die Schulstandorte (Abteilung Landwirtschaft) werden in Zukunft stärker dem Besuch angepasst. Daraus ergeben sich aus momentan 27 künftig 20 Standorte für Landwirtschaftsschulen. Diese werden jährlich ein erstes Semester anbieten. Zwei der Landwirtschaftsschulen sind spezialisierte Fachschulen für ökologischen Landbau.

BDF: Beschäftigte der Forstverwaltungen stark betroffen

Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) wies in einer Stellungnahme darauf hin, dass die Beschäftigten der Forstverwaltung von dieser Strukturreform in nicht unerheblichem Ausmaß betroffen seien. Die Wälder und Waldbesitzer in den 71 bayerischen Landkreisen und 25 kreisfreien Städte werden künftig von 32 anstatt bisher von 47 Ämtern betreut. Unverändert bleibt die Zahl der staatlichen Forstreviere; die Beratung und Betreuung vor Ort ist damit wie bisher gewährleistet.

Der BDF begrüßte ausdrücklich die Zusicherung von Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber, dass alle Standorte der ÄELF erhalten bleiben. Der forstliche Berufsverband versteht dies als Zusicherung für alle bisherigen Zweigstellen der ÄELF, insbesondere für die forstlichen Außenstellen.

In den letzten Monaten haben Borkenkäfer, Trockenheit und Corona sowie Abordnungen zu anderen Verwaltungen zu einer erheblichen Mehrbelastung der Landwirtschaftsverwaltung und der Forstverwaltung geführt. Die sozialen Belange der Mitarbeiter seien daher bei dieser Organisationsmaßnahme verstärkt zu beachten. Dabei müsse laut BDF insbesondere der transparenten und gerechten Vergabe von sämtlichen Leitungs- und Führungsaufgaben unter den betroffenen Mitarbeitern größte Bedeutung zukommen.

Auch auf ein ausgewogenes Verhältnis von Behördenleitern aus der Landwirtschafts- und der Forstverwaltung müsse geachtet werden. Hierfür sollte an der bewährten Praxis festgehalten werden, dass der Behördenleiter und dessen Stellvertreter sich stets aus beiden Fachbereichen (Forst- bzw. Landwirtschaft) rekrutieren müssen.

Des Weiteren haben sich auch im Leitungsdienst die Anforderungen, Aufgabenumfänge und Führungsspannen in den letzten Jahren ständig vergrößert. Trotz Reduktion der Ämterzahlen müssten daher berufliche Perspektiven und Beförderungen mindestens im bestehenden Umfang beibehalten werden.

Der BDF setzt sich dafür ein, dass alle Beschäftigten der Amtsverwaltungen die Zusage erhalten, an ihrem bisherigen Standort weiter beschäftigt zu werden. Die neue Geschäftsordnung der ÄELF mit Aufgaben und Zuständigkeiten sei daher so zu gestalten, dass die bisherige weitgehende Eigenständigkeit der jeweiligen Bereiche erhalten bleibt.

Der sozialverträglichen Umsetzung müsse bei der Anpassung der Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten höchste Bedeutung beigemessen werden. Für alle betroffenen Beamten und Arbeitnehmer seien daher inhaltsgleiche „Grundsätze für personalrechtliche Maßnahmen“ wie bei der Verwaltungsreform vom 31. Januar 2005 (Verwaltung 21) zu erlassen. Dies gelte insbesondere für die Sozialverträglichkeit, für die Erstattung von Mehrkosten und für die Besitzstandwahrung, so die Forderung des BDF.

Red./Quelle: Bayerische Staatskanzlei, BDF

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