Waldschutz

Bayern: Ahorn-Rußrindenkrankheit breitet sich weiter aus

Bearbeitet von Jörg Fischer

In den letzten Jahren hat sich die Ahorn-Rußrindenkrankheit – verursacht durch den Pilz Cryptostroma corticale – in ganz Deutschland immer weiter ausgebreitet. Das gilt auch für Bayern, wo der Erreger inzwischen auch den Süden des Freistaats erreicht hat. Das geht aus dem Brennpunkt Waldschutz 6/2022 der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft hervor.

Abgestorbene Krone und starke Ausbildung von Wasserreisern als Folge des Befalls mit dem Erreger der Ahorn-Rußrindenkrankheit
Foto: N. Burgdorf/LWF

Der Erstbefund in Bayern erfolgte laut Aussage der LWF 2018 im Hitzehotspot auf der Fränkischen Platte. Seitdem hat sich der Erreger in Bayern immer weiter ausbreiten können. Die Schwerpunkte liegen aktuell auf den Wäldern in den unterfränkischen Ämtern Karlstadt, Kitzingen-Würzburg und Schweinfurt. Nun kommen neue Befallsnachweise auf Höhe der Donau, in südbayerischen urbanen Bereichen und auf gelagertem Brennholz hinzu.

Ahorn-Rußrindenkrankheit – wie verläuft eigentlich eine Infektion?

Nach Angaben der LWF sind die ersten Symptome der Rußrindenkrankheit Welkeerscheinungen und Blattchlorosen. Im weiteren Verlauf bildet der Baum Kronentotholz aus, außerdem kommt es zu einer intensiven Bildung von Wasserreisern am ganzen Stamm. Bei voranschreitender Infektion breitet sich der Pilz im Holzkörper aus, was zu grünbräunlichen Verfärbungen, ausgehend vom Kernholz, führt. Sobald diese bis ins Kambium vordringen, kommt es zur Ausbildung der schwarzbraunen Sporenlager unter der Rinde. Dies führt zu flächigen schuppigen oder streifenförmigen Rindenabplatzungen im Stammbereich, was zumeist in den Sommermonaten zu beobachten ist.

Angeschwollene, bläschenartige Rinde von Bergahorn vor der Freisetzung der Sporen von Cryptostroma corticale
Foto: N. Burgdorf/LWF

Neben dem Bergahorn können auch die einheimischen Arten Spitz- und Feldahorn erkranken; die Funde an diesen seien aber eher selten. Der Befall komme sowohl in Reinbeständen als auch in Mischbeständen verschiedener Altersklassen vor. Die Krankheit tritt laut Meinung vieler Forschenden im Zusammenhang mit Trockenstress und Hitze in Erscheinung, was eine weitere Ausbreitung und Intensivierung der Schadauftretens in Bayern, aber auch im Rest von Deutschland, wahrscheinlich macht.

Gesundheitsgefahren durch Pilzsporen

Bei der Aufarbeitung von erkrankten Bäumen ist besonders vorsichtig vorzugehen, da befallene Bäume bei der Fällung extrem leicht und stark zersplittern und vor allem im Sommer große Mengen an gesundheitsschädlich Sporen in den Beständen freigesetzt werden. Es sind daher maschinelle Verfahren der motormanuellen Aufarbeitung vorzuziehen, so der Tipp der Expertinnen und Experten der LWF.

Bergahorn mit schuppenförmig abgeplatzter Rinde und Sporenlagern von C. corticale auf dem Holzkörper
Foto: N. Burgdorf/LWF

In geschlossenen Wäldern können Rußrinden-Bäume hingegen verbleiben, da die Ausbreitung des Pathogens durch Entnahmen von kranken Bäumen nicht verhindert werden kann. In Bereichen der Verkehrssicherungspflicht, städtischen Gebieten und frequentierten Erholungsgebieten raten die Forschenden eine Entnahme zum Schutz der Bevölkerung aber dringend an.

Da die Verbreitung der Krankheit außerhalb der Hauptbefallsgebiete noch weitestgehend unbekannt ist, bittet die Abteilung Waldschutz der LWF, Verdachtsfälle im mittel- und südbayerischen Raum mitzuteilen (Meldung an waldschutz@lwf.bayern.de, Sichtwort Rußrinde). Weitere Infos: FAQs zur Ahorn-Rußrindenkrankheit; Die Ahorn-Rußrindenkrankheit

Mit Material der LWF