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Manfred Forstreuter befragt den Baumsachverständigen Bodo Siegert über den Aufbau des Zugversuchs zur Ermittlung der Standsicherheit. Über 300 Baum-spezialisten kommen zum 11. Bayerischen Baumforum und verfolgen die Praxisvorführung.

Bayerisches Baumforum 2018

Ein Zugversuch zur Prüfung der Stand- und Bruchsicherheit von Bäumen stand im Mittelpunkt des Bayerischen Baumforums am 15. März 2018 am Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan. Über 300 Baumspezialisten informierten sich über Neues aus den Bereichen Planung und Pflanzung, Erfassung, Pflege und Kontrolle von Bäumen.

„Durch den Zugversuche wissen wir, unter welcher Last der Baum brechen würde. Es kann also festgestellt werden, ob der Baum einen Orkan mit Wind-stärke 12 übersteht. Wir ziehen mit 2 t Last an dem Baum, das entspricht einer Belastung, die der Baum bei einer mäßigen Brise mit einer Windgeschwindigkeit von rund 30 km pro Stunde aushalten muss“ erklärt Baumsachverständiger Bodo Siegert. Der Versuch kommt aus der Materialprüfung. Auch die ganz großen Wolkenkratzer werden mit ähnlichen Verfahren überprüft. Durch den Zug neigt sich der Baum um maximal ein viertel Grad. Manfred Forstreuter, Leiter des Baumforums, fasst zusammen: „Der Baum nimmt also keinerlei Schaden, wir erhalten aber wertvolle Daten über ihn. Wenn wir damit einen großen alten Baum für weitere 10 bis 15 Jahre erhalten können, hat sich der Aufwand auf jeden Fall gelohnt.“ Der Zugversuch ist dann geeignet, wenn ein Baumkontrolleur beispielsweise nach einem Sturm oder Gewitter nicht sicher sein kann, ob der Baum noch standsicher ist.

Alternative Stadtbäume

„In 10 bis 15 Jahren steht in Würzburg kein einziger heimischer Ahorn mehr“ prognostiziert Susanne Böll von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim. Wenn im Sommer in den Städten das Thermometer um bis zu zehn Grad höher steigt als im Umland, sterben zum Teil schon im August die Blätter unserer heimischen Stadtbäume ab. Welche Alternativen in Frage kommen, untersucht das Forschungsprojekt „Stadtgrün 2021“. „Insgesamt testen wir 20 fremdländische Baumarten in drei bayerischen Städten mit unterschiedlichem Regionalklima. Die Bäume reagieren zwar je nach Klima unterschiedlich, besonders gut bewährt haben sich aber zum Beispiel die Ungarische Eiche, der Amberbaum oder die Purpurerle“ berichtete Böll.

Über vier Vorträge und die Ausstellung zur Veranstaltung konnten sich die Teilnehmer über neue Erkenntnisse, Produkte und Dienstleistungen rund um den Baum informieren.

Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan

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