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Bayerischer Waldbesitzerverband: Abkommen von Paris lässt hoffen

Die bayerischen Waldbesitzer sehen in dem Klimaabkommen von Paris eine Zukunftsperspektive und machen klar, dass die Umsetzung der Ziele nur mit Hilfe der Wälder erfolgen kann. Wälder sind nicht nur Lebensgrundlage der indigenen Bevölkerung und wichtig, um Klimaextreme abzumildern oder für den Hochwasser- und Bodenschutz, sondern sie binden das klimaschädliche Treibhausgas CO2 als Kohlenstoff im Holz und Boden.

Die Verhandlungen auf dem Klimagipfel in Paris wurden mit einem Abkommen beendet, welches unter anderem die Erderwärmung auf unter 2 °C festlegt. Nun gilt es, das Abkommen von Paris weltweit umzusetzen. Dieses Ziel kann nur mit Hilfe der Wälder erreicht werden.
Kernziel des Abkommens von Paris ist es, in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts die Treibhausgasemissionen weltweit auf null zu senken. Dabei muss der CO2-Ausstoß gesenkt, kompensiert oder durch Abscheidung und Speicherung festgelegt werden.
Die Wälder dieser Welt können sowohl bei der Kompensation, als auch bei der Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxid bzw. Kohlenstoff, eine wichtige Rolle spielen. So sind die weltweit vorhandenen Wälder ein riesiges Kohlenstoff-Zwischenlager. Durch die jährliche weltweite Zerstörung von etwa 13 Mio. ha Waldfläche wird aber dieses Zwischenlager ständig kleiner. Ziel muss es deshalb sein, die weltweite Zerstörung von Wald zu stoppen.
Hierbei ist ein Größenvergleich interessant: Während weltweit jährlich etwa 13 Mio. ha Wald zerstört werden, gibt es in der Bundesrepublik Deutschland 11,4 Mio. ha Wald. Diese Waldfläche wächst seit vielen Jahren an. Mit dem Erhalt der Wälder wird das abgeschiedene und in den Wäldern festgelegte CO2 blockiert. Mit der Rodung wird dieses CO2 im Zweifelsfalle freigesetzt.
Optimal mögliche Kohlenstoff-Bindung durch Wälder herbeiführen
Wald ist darüber hinaus in der Lage, hohe Mengen an Kohlenstoff nach der Festlegung auch dauerhaft zu binden. Dies ist dann der Fall, wenn der Wald genutzt wird und das Holz beispielsweise in Funktion eines Dachstuhls, eines Fensters oder eines Möbels über Jahrzehnte und Jahrhunderte hinweg bestehen bleibt. Durch diese Nutzung kann Wald nicht nur als Zwischenlager dienen, sondern darüber hinaus Kohlenstoff als Endlager dauerhaft binden. Dabei ist die CO2-Bilanz von Holz nicht nur daran zu messen, wie viel Kohlenstoff im Holz gebunden ist. Vielmehr kann Holz als Energieträger die Freisetzung von zusätzlichen CO2 aus dem Verbrennen fossiler Brennstoffe verhindern oder als Werkstoff mit einer wesentlich besseren Bilanz den Ausstoß großer CO2-Mengen vermeiden. So ist beispielsweise die Herstellung eines Fensters aus Holz sehr viel CO2-ärmer als dessen Herstellung aus Aluminium.
Um schnell die CO2-Bilanz verbessern zu können, ist es erforderlich, Wälder nachhaltig zu nutzen und so die maximal mögliche Kohlenstoff-Bindung durch Wälder herbeizuführen. Darüber hinaus ist es wichtig, den Verlust von Wäldern weltweit dadurch zu reduzieren oder zukünftig zu verhindern, dass in den Wäldern eine, der deutschen Forstwirtschaft vergleichbare Bewirtschaftungsmethode propagiert wird. Über eine dauerhafte nachhaltige Nutzung von Wäldern würde der Flächenverlust deutlich reduziert und so die CO2-Bindung auf der Fläche erhalten.
Die effizientesten Mittel hat Deutschland innerhalb Deutschlands
In diesem Zusammenhang muss sich Deutschland entscheiden, ob es weiterhin die Stilllegung von Wäldern betreiben möchte und so die CO2-Bindung nicht optimal nutzt oder ob es die in Paris beschlossenen Klimaziele konsequent unterstützt und dabei die nachhaltige Nutzung der Wälder wieder fördern will.
Uns allen muss klar sein, dass die Erderwärmung – sofern wir sie nicht bremsen bzw. stoppen können – fatale Konsequenzen für die Menschheit haben wird. Die effizientesten Mittel, um hiergegen etwas zu unternehmen, hat Deutschland innerhalb Deutschlands. Natürlich ist der Erhalt der Wälder in Südamerika, Afrika und Asien von besonderer Bedeutung. Die kurzfristigen direkten Einflussmöglichkeiten Deutschlands dort sind aber eher gering.
Wesentliche Grundlage, um dort die Wälder zu erhalten, wäre die Schaffung rechtsstaatlicher Rahmenbedingungen mit dem konsequenten Schutz von Eigentum. Dann nämlich könnten insbesondere die indigene Bevölkerung ihre Flächen unter verlässlichen eigentumsrechtlichen Rahmenbedingungen bewirtschaften und die Nahrungsmittelproduktion ohne den bisherigen Flächenfraß wesentlich effizienter stattfinden.
Der Bayerische Waldbesitzerverband e.V. ist die Interessensvertretung des Waldbesitzes in Bayern. Rund 2,6 Mio. ha und damit 36 % der bayerischen Landesfläche sind bewaldet. Davon nimmt der Privatwald 58 %, der Körperschaftswald 10 %, der Staatswald 30 % und der Bundeswald einen Anteil von 2 % ein.
Bayerischer Waldbesitzerverband

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