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Bayerischer Holzhandel in der Klemme

Bayerischer Holzhandel in der Klemme

Ein lockerer Zusammenschluss dreizehn oberbayerischer Rundholzhändler traf sich am 17. Januar in Irschenberg, um einen Beschwerdebrief an Landwirtschaftsminister Helmut Brunner zu unterschreiben. In ihm drückten sie ihren Unmut darüber aus, dass der Freistaat die rund 140 Waldbesitzervereinigungen (WBV) einseitig und zum Nachteil des Holzhandels fördert.
Wie Holzhändler Johann Ametsbichler aus Emmering Forst & Technik mitteilt, erhielten die WBV im Jahr 2010 rund 24 Mio. € plus einen Verwaltungskostenzuschuss von 3 Mio. €. Mit diesem Geld sollen die WBV in die Lage versetzt werden, die Nachteile der kleinen und zersplitterten Flächen abzumildern. Unter anderem wird auch die Holzvermarktung gefördert. Die WBV verkaufen heute zwischen 4 und 6 Mio. Fm Rundholz jährlich und treten zunehmend als Konkurrenz zum Holzhandel auf. Als besonders schwerwiegend empfindet der Rundholzhandel die Praxis, dass die für Beratung und Betreuung des Privatwaldes zuständigen Revierförster Holzernteflächen einseitig an die WBV vermitteln. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten schreibt kleine Waldbesitzer an und kündigt den Besuch des zuständigen Försters an, der über die positiven Wirkungen eines besitzübergreifenden Holzeinschlages informiert. Ist der Waldbesitzer überzeugt, werden die Daten an die WBV geleitet, die dann Kontakt aufnimmt und das Holz vermarktet. „Der Holzhandel bleibt außen vor“, kommentiert Ametsbichler.
 
Gerhard Penninger, der Geschäftsführer der WBV Holzkirchen, verteidigte seine Organisation gegenüber dem Miesbacher Merkur mit folgenden Worten: „Ich weiß, dass Händler uns als Konkurrenten sehen. … Wir sind ein unliebsamer Stachel, weil wir für Transparenz bei den Preisen sorgen.“ Ein großer Gewinn springe für die WBV aber nicht heraus. Er bezweifelte zudem, dass die Förster die Waldbesitzer nicht neutral beraten.
Oliver Gabriel

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