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Bayern: Biodiversitätspreis für Lehrveranstaltung an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf

Bayern: Biodiversitätspreis für Lehrveranstaltung an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf

Unter dem Motto „Lebensraum Baum“ hatte der Bayerische Naturschutzfonds zum vierten Mal den Bayerischen Biodiversitätspreis ausgelobt. Umweltministerin Ulrike Scharf zeichnete am 15. Juli im Schloss Aufhausen (Erding) herausragende Projekte und Initiativen aus, die Möglichkeiten zum Erhalt des für die Artenvielfalt wertvollen „Lebensraums Baum“ aufzeigen. Darunter auch die praxisbegleitende Lehrveranstaltung „Anwendung von Natura 2000 und Vertragsschutz im Wald“ der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf.

Hier haben Studierende des Forstingenieurwesens und der Landschaftsarchitektur in Gemeindewäldern des Spessarts die Lebensgemeinschaften der Eichen- und Buchenwälder erfasst. Die Studierenden haben gemeinsam mit den Professoren Dr. Volker Zahner, Dr. Bernd Stöcklein, Dr. Christoph Moning, Dr. Jörg Ewald und Robert Vogl Waldabschnitte in den kommunalen Wäldern des Spessarts untersucht, die Ergebnisse kartiert und katalogisiert.
Mit professionallen Methoden nach Natura 2000 wurden die Waldstruktur, Lebensraumtypen und die Fauna analysiert, um der Gemeinde Empfehlungen für den Umgang mit ihrem Wald geben zu können und eine Grundlage für Förderprogramme zu schaffen. Bei Begehungen mit der Bevölkerung vor Ort haben sie zudem die Vielfalt und deren Zusammenhänge aufgezeigt: So sollte beispielsweise Totholz im Wald belassen werden, da es Wasser in der Landschaft zurück hält und als Dünger für den Waldboden dient. Dieser Boden bietet wiederum den Lebensraum für zahlreiche Tierarten, unter anderem für Schnecken. Deren Gehäuse enthält Kalk, das Vögel benötigen, um Eierschalen produzieren zu können.
Im Projekt wurde nicht nur den Studierenden Wissen über ein wichtiges Instrument zum Schutz der Natur vermittelt, sondern auch eine positive Wirkung auf der Fläche erzielt – ganz im Sinn des Europäischen Netzwerks Natura 2000. Elf verschiedene Kommunen wurden in den vergangenen Jahren entlang des Ostspessarts erfasst. Durch das Engagement der Unteren Naturschutzbehörde ist es in den Gemeinden nicht nur bei den theoretischen Berechnungen geblieben, sie haben auch Förderungen für ihre Wälder erhalten. Dadurch ist der Untermain ein Förderschwerpunkt für den Vertragsnaturschutz im Wald geworden.
Der Bayerische Naturschutzfonds trägt mit dem Biodiversitätspreis dazu bei, die 2008 von der Staatsregierung beschlossene Strategie zum Erhalt der biologischen Vielfalt in Bayern umzusetzen. Der Preis wird alle zwei Jahre verliehen. Das interdisziplinäre Projekt der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf ist das erste Projekt einer Hochschule, das mit diesem Preis ausgezeichnet wurde.
Hochschule Weihenstephan-Triesdorf

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