Bayerische Waldbauernschule feiert 75-jähriges Bestehen

Bayerische Waldbauernschule feiert 75-jähriges Bestehen

21. Mai 2012

Ein bundesweit einzigartiges Aus- und Fortbildungszentrum feiert 75-jähriges Bestehen: Die Bayerische Waldbauernschule hat sich in den rückliegenden Jahrzehnten zu einem unverzichtbaren Partner und Dienstleister für private und kommunale Waldbesitzer entwickelt, wie Forstminister Helmut Brunner am 20. Mai bei der Jubiläumsfeier auf dem Goldberg bei Kelheim betonte.

Seit der Gründung im Jahr 1937 haben mehr als 35 000 Teilnehmer die Kurse und

Seminare der Schule besucht. Und die Attraktivität ist ungebrochen: Allein im

vergangenen Jahr waren es mehr als 2 500 Teilnehmer. „Die Waldbesitzer wissen,

dass ihnen hier kompetent, praxisnah und immer aktuell das notwendige

Spezialwissen und Rüstzeug für Ihre Arbeit vermittelt wird“, sagte Brunner. Die

Waldbauernschule sei ein „Musterbeispiel für erfolgreiche Zusammenarbeit von Staat

und Privatwirtschaft: Die Forstverwaltung stellt das Personal, der Verein „Bayerische

Waldbauernschule“, getragen von den Forstlichen Zusammenschlüssen, dem

Bayerischen Bauernverband und dem Bayerischen Waldbesitzerverband, betreibt die

Schule.

Nach Auskunft des Ministers wird das Lehrgangsangebot ständig den aktuellen

Entwicklungen angepasst. Im forstfachlichen Bereich stehen Themen wie Waldbau

und Holzverwertung auf dem Lehrplan, in der Forsttechnik die fachgerechte

Durchführung der Betriebsarbeiten und die sichere Handhabung der Maschinen und

Geräte. Überhaupt sind Arbeitssicherheit und Unfallverhütung heute wichtige Inhalte.

Besonderer Schwerpunkt im Angebot ist dem Minister zufolge auch die Anpassung

der Wälder an den Klimawandel. Um das nötige Knowhow für den Aufbau stabiler

und widerstandsfähiger Mischwälder in Bayern zu vermitteln, bietet die

Waldbauernschule zahlreiche Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten.

Anlässlich des Jubiläums präsentierte sich die Waldbauernschule im Rahmen eines
Goldberger Forsttags. Das Lehrpersonal demonstrierte Lehrgangsinhalte und
beantwortete Fragen zu den Vorführungen. Meister der Schule zeigten, wie man mit der Motorsäge richtig und sicher arbeitet, demonstrierten das Schneiden am Spannungssimulator, wie man Seilwinden regelmäßig prüft  und auf welche Weise Pflanzen mit geeigneten Werkzeugen und Techniken in den Boden gebracht werden. Darüber hinaus informierten Institutionen wie C.A.R.M.E.N., Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Abensberg und der Forstbetrieb Kelheim der Bayerischen Staatsforsten über aktuelle Themen aus ihren Bereichen. Eine Ausstellung von Maschinen, Geräten, Werkzeugen und Ausrüstung Schlepper, Rückewagen, Seilwinden, Hacker, Spalter, Motorsägen, Sicherheitsausrüstung sowie forstliche Spiele für Jung und Alt mit dem Team des Walderlebniszentrums Regensburg rundeteten den Tag ab.
Über die Bayerische Waldbauernschule
Im Jahr 1937 gründete der Reichsnährstand, die seinerzeitige Organisation der Land-

und Forstwirtschaft, in Hohenkammer eine Waldwirtschaftsschule zur Ausbildung

von Forstleuten, Waldarbeitern sowie Waldbesitzern. Nach fünfjähriger,

kriegsbedingter Zwangspause nahm 1946 der Landesverband für den Bayerischen

Nichtstaatswald, heute Bayerischer Waldbesitzerverband, den Betrieb wieder auf.

Um die Finanzierung auf eine breitere Basis zu stellen, gründeten der Bayerische

Waldbesitzerverband und der Bayerische Bauernverband 1957 den „Verein

Waldbauernschule Hohenkammer e. V.“. 1967 übernahm dann die Bayerische

Staatsforstverwaltung das Lehrpersonal. Sachaufwandsträger blieb der Verein. 1970

wurde die Schule eine staatliche Lehrstätte für private und körperschaftliche

Waldwirtschaft.

Nach sechsjähriger Zwischenstation in Wasserburg erfolgte 1979 schließlich der

Umzug nach Scheyern in ein eigens für die Bedürfnisse der Schule umgebautes

Gebäude. Der Trägerverein nannte sich nun „Verein Bayerische Waldbauernschule e.

V.“. Die Scheyerner Zeit brachte einen enormen Schwung in die forstliche

Bildungsarbeit für den Privat- und Körperschaftswald. Die Entwicklung der Schule

verlief so erfolgreich, dass Ende der 90er Jahre Überlegungen zu einer Erweiterung

unausweichlich wurden. Aufgrund der beengten räumlichen Situation im Ortskern von

Scheyern entschloss man sich zu einem Umzug nach Kelheim in eine überwiegend

neu errichtete Anlage am Standort der früheren Waldarbeitsschule Goldberg.

Seit September 2003 läuft hier nun der Betrieb. Fast 30 Personen arbeiten

StMELF