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Bayerische Staatsforsten ziehen Bilanz

Bayerische Staatsforsten ziehen Bilanz

Die Bayerischen Staatsforsten bewirtschaften auch im elften Jahr ihres Bestehens den bayerischen Staatswald nachhaltig und ökonomisch erfolgreich. „Überwiegend gute Holzpreise und konjunkturelle Rahmenbedingungen auf der einen Seite, aber auch die Nachwirkungen des Sturms ‚Niklas‘ und des trockenen Sommers 2015 sowie der Zinsschmelze auf der anderen Seite, haben das Geschäftsjahr geprägt. Die Bayerischen Staatsforsten haben vor diesem Hintergrund bei einem stabilen Umsatz von knapp 402 Millionen Euro einen Gewinn von 71 Millionen Euro erzielt“, fasst Staatsminister Helmut Brunner die Hauptbotschaft der Bilanzpressekonferenz, die am 7. Oktober in München stattfand, zusammen. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen, zu denen auch die Ausbreitung des Borkenkäfers infolge des Sturms „Niklas“ und des trockenen Sommers zählt, haben die Staatsforsten damit ein erfreuliches Jahresergebnis erzielt. Zugute kam dem Unternehmen dabei die Änderung von § 253 des Handelsgesetzbuches. Die damit einhergehende Änderung bei der Bewertung von Rückstellungen hat sich in der aktuellen Niedrigzinsphase positiv auf das Finanzergebnis ausgewirkt.Trotz Sturmholz und Borkenkäfer kam es nicht zu einem größeren Holzpreiseinbruch. Dies hat im Wesentlichen drei Gründe. Zum einen haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bayerischen Staatsforsten im Rahmen einer Borkenkäfer-Task-Force die Rekordzahl von 200.000 Borkenkäfersuchstunden geleistet. Kombiniert mit einer schnellen Aufarbeitung konnte so eine drohende Borkenkäferkalamität verhindert werden. Zum anderen haben sich die guten Kundenbeziehungen der Staatsforsten bewährt. Der größte Teil des Holzes wird über langfriste Verträge vermarktet, was gerade in Kalamitätsfall Preisstabilität sicherstellt. Zudem haben die sogenannten Nasslager, die eine werterhaltende Lagerung über Jahre sicherstellen, den Holzmarkt erheblich entlastet.Nachhaltigkeit geht vor!Die Bayerischen Staatsforsten ernten nicht mehr Holz als nachwächst. Der sturmbedingte Mehreinschlag aus dem Geschäftsjahr 2015 wird durch die Absenkung des Hiebsatzes in den Geschäftsjahren 2016 und 2017 wieder weitgehend ausgeglichen. Der im Geschäftsjahr 2016 gebuchte Holzeinschlag der Bayerischen Staatsforsten lag bei 4,7 Millionen Festmeter. Die Holznutzung lag damit deutlich unter dem nachhaltigen Hiebsatz. Für das Geschäftsjahr 2017 planen die Bayerischen Staatsforsten mit einem nachhaltigen Hiebsatz von 4,9 Millionen Festmetern. Basierend auf den Erfahrungen von Sturm „Niklas“ und dem darauf folgenden Jahrhundertsommer 2015 setzen die Bayerischen Staatsforsten zudem weiter auf Vorsorge, kündigte der Vorstandsvorsitzende der Bayerischen Staatsforsten, Martin Neumeyer, an: „Wir richten noch in diesem Jahr einen sogenannten Krisenfonds beginnend mit 6 Millionen Euro ein und wir schaffen bayernweit werterhaltende Nasslagerkapazitäten im Umfang von zwei Millionen Festmetern. Damit wollen wir auch bei einer künftigen Kalamität voll handlungsfähig sein. Wegen der Investition in den Krisenfonds werden die BaySF von 71 Millionen Euro Gewinn im Geschäftsjahr 2016 auch nur 65 Millionen Euro an den Freistaat Bayern abführen.“TannenoffensiveVorstandsvorsitzender Neumeyer stellte zugleich die neue Tannenoffensive der Bayerischen Staatsforsten vor: „Wir wollen mit der Tannenoffensive den Anteil der Tanne in den nächsten Jahrzehnten fast verdreifachen. Er soll von heute rund zwei Prozent auf sechs Prozent und im Gebirge auf deutlich über zehn Prozent bis 2050 steigen. Wir werden dafür die Investitionen für Tannenpflanzungen, Pflege und Schutz von derzeit rund 3 Millionen Euro jährlich schrittweise auf 5 Millionen Euro jährlich steigern.“ So forcieren die Bayerischen Staatsforsten die Umwandlung von sturm- und klimaanfälligen Reinbeständen hin zu stabilen und gemischten Wäldern. Die Tanne ist dabei eine Zukunftsbaumart, die in Zeiten des Klimawandels eine wichtige Rolle spielen wird.Wildbret aus Bayerns WäldernDie Vermarktung von Wildfleisch aus dem Staatswald soll künftig intensiviert werden. Aus diesem Grund werden wir als Neuerung im Jahr 2017 die Zahl der Betriebe, die küchenfertiges Wildfleisch anbieten, deutlich erhöhen kündigt Vorstand Reinhardt Neft an: „Die Bürgerinnen und Bürger in allen Regionen Bayerns können nun bald schmackhaftes Wildfleisch aus ihren Staatswäldern in der Nähe erwerben. Dabei ist es etwas Besonderes, wenn man weiß, aus welchem Waldgebiet und aus welcher Region der Rehbraten oder der Wildschweinbraten kommt.“ Heimisches Wild zum Eigenverbrauch kann man daher künftig auch in München, Nürnberg, Oberammergau, Ottobeuren, Kipfenberg und Burglengenfeld erwerben. Bereits heute bieten sieben Forstbetriebe der Bayerischen Staatsforsten Wildbret an. Mehr zum Thema findet sich auf der Internetseite der Staatsforsten: www.baysf.de/wildbret.Waldnaturschutz: Regionale NaturschutzkonzepteEin weiterer Fokus liegt 2017 auf dem Waldnaturschutz. Nachdem in diesem Geschäftsjahr die letzten Regionalen Naturschutzkonzepte fertiggestellt werden und damit alle 41 Forstbetriebe der Bayerischen Staatsforsten ein Regionales Naturschutzkonzept haben werden, geht es nun darum, diese auch zu leben und konkrete Maßnahmen sowie Projekte in einem mittelfristigen Arbeitsprogramm abzubilden. So soll es regelmäßige interne Begänge, aber auch Exkursionen mit den Fachbehörden und der interessierten Öffentlichkeit geben, bei denen die durchgeführten Maßnahmen vorgestellt und die geplanten Projekte diskutiert werden sollen. Bei dieser Vorgehensweise setzen die Bayerischen Staatsforsten auf Kooperation: Gemeinsam mit dem ehrenamtlichen Naturschutz sollen Artenschutzprojekte durchgeführt oder Patenschaften für typische Arten oder Biotope auf Revierebene etabliert werden. Zudem werden die regionalen Naturschutzkonzepte wissenschaftlich begleitet und laufend weiterentwickelt. Die Bayerischen Staatsforsten wollen so die Umsetzung der Regionalen Naturschutzkonzepte transparent machen. Ganz im Sinne eines lebhaften Dialogs mit allen am Wald Interessierten.Waldnaturschutz: Bayerns Urwälder von morgenAls Beitrag zur Stärkung des Naturschutzes werden die Bayerischen Staatsforsten die bestehenden Naturwaldreservate ausbauen und neue begründen. Insgesamt sollen alleine bis zum Sommer 2017 acht Naturwaldreservate neu geschaffen bzw. deutlich erweitert werden. Darunter zum Beispiel die Neuausweisung des 76 ha großen Naturwaldreservats „Ammerleite“ im Forstbetrieb Oberammergau. Ziel ist es, durch die wissenschaftliche Begleitung dieser Urwälder von morgen wertvolle Erkenntnisse für eine naturnahe Waldbewirtschaftung zu gewinnen. Reinhardt Neft hat mit dem Ausbau der Naturwaldreservate auch die Öffentlichkeit im Blick: „Wir möchten den Menschen in Bayern die Urwälder von morgen bzw. die dort geschützten einzigartigen und schönen Waldökosysteme näher bringen und erlebbar machen,“ so der Vorstand der Bayerischen Staatsforsten.Das Geschäftsjahr 2016 in ZahlenNaturale Eckdaten:

  • Neukulturen: 1.844 Hektar (2015: 1.883 Hektar)
  • Pflege junger Wälder: 10.724 Hektar (2015: 8.553 Hektar)
  • Holzeinschlag: 4,7 Mio. fm (2015: 5,43 Mio. fm)
  • Zuwachs: 6,1 Mio. fm (2015: 6,1 Mio. fm)

Wirtschaftliche Eckdaten:

  • Gesamtumsatz: 401,8 Mio. Euro (2015: 404,1 Mio. Euro)
  • Jahresüberschuss: 71 Mio. Euro (2015: 65,5 Mio. Euro)
  • Gewinnabführung an den Freistaat Bayern: 65 Mio. Euro (2015: 65 Mio. Euro)

Personal:

  • Beschäftigte inkl. Auszubildende (per 30.06.2016): 2.713 Personen (2015: 2.729 Personen.

BaySF

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