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BaySf können Beitrag zur Energiewende leisten

BaySf können Beitrag zur Energiewende leisten

Für einen verstärkten Ausbau der erneuerbaren Energien kann auch der Staatswald seinen Beitrag leisten, wie die Bayerischen Staatsforsten im Rahmen ihrer grünen Pressekonferenz am 29. Juni informierten. Fertig oder kurz vor der Fertigstellung sind bereits zwei Waldwindparke mit insgesamt 10 Windrädern, die mehr als 15.000 Haushalte mit Energie versorgen können. Weitere geeignete Flächen sind vor allem in den windhöfigen Mittelgebirgen vorhanden – Nachfrage ebenfalls. „Zunehmend kommen Kommunen und Genossenschaften auf uns zu und möchten auf Staatswaldgrund Windenergieanlagen errichten, oftmals als so genannte Bürgerwindräder“, berichtete der Vorstandsvorsitzende der Bayerischen Staatsforsten, Dr. Rudolf Freidhager. Dem pflichtete sein Vorstandskollege Reinhardt Neft bei, unterstreicht jedoch, dass es für die Errichtung klare Vorgaben gibt: „Gegen den Willen der Bevölkerung wird im Staatswald kein Windrad errichtet“, so Neft. 
Brennholz gefragt wie nie
Auch beim Brennholz lässt sich eine deutliche Nachfragesteigerung feststellen. Darauf weisen die beiden Vorstände hin und zeigen auf, dass im Geschäftsjahr 2011 (1.7.2010 bis 30.06.2011), erstmals über 600.000 Kubikmeter Brennholz abgegeben wurden, vor allem an private Abnehmer – Tendenz steigend. Die Bayerischen Staatsforsten versuchen dieser Nachfrage so weit wie möglich entgegen zu kommen, überschreiten dabei aber nicht die Nachhaltigkeitsgrenze. „Wir können nur so viel Holz ernten, wie auch nachwächst“, erläuterte Freidhager. Das Nachhaltigkeitsprinzip gelte auch für die klimafreundliche energetische Nutzung von Bäumen und Baumkronen. Die Bayerischen Staatsforsten gehen hier auf Nummer sicher: Die Technische Universität München hat im Auftrag der Bayerischen Staatsforsten ein Nährstoffmanagementkonzept für die Praxis entwickelt. Damit wird sichergestellt, dass die Nutzung nährstoffreicher Baumkronen nur auf Standorten erfolgt, die ausreichend mit Nährstoffen versorgt sind. „Wir nutzen kein Holz auf Kosten der Bodenfruchtbarkeit! Wir sind daher froh, als erster Forstbetrieb in Deutschland auf ein umfassendes und flächendeckendes Nährstoffmanagement-Instrument zurückgreifen zu können“, betonte Neft.  
Energieeinsparprojekte bei den Bayerischen Staatsforsten
 
Zu den Energieeinsparprojekte bei den Bayerischen Staatsforsten zählen laut Präsentation „Grüne Energie aus dem Staatswald!?“ (download s.u.):
  • Logistik-Optimierung beim Holztransport
    • Computer gesteuerte Optimierung der Holzlogistik
    • Führt zu einem Einsparungspotential von ca. 12 % der gesamten Transportstrecke
      • entspricht max. 2,2 Mio. km bei Berücksichtigung Last- und Leerfahrt
      • spart bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 40 l/100 km rund 880.000 Liter Diesel pro Jahr
    • Die optimierten Transportrouten erscheinen wie Flusssysteme, die durch Wasserscheiden getrennt sind
  • Air-Tec-System
    • Optimierung des Luft-Kraftstoffgemischs bei Kraftfahrzeugen, Kraftstoffeinsparung zwischen 6 und 8 %
  • Sukzessive energetische Sanierung aller 300 Forstgebäude (möglichst mit Naturmaterialien)
  • Ausschließliche Verwendung von Strom aus regenerativer Erzeugung
  • Wärmeerzeugung (Kühlung) in der Zentrale erfolgt über eine Hackschnitzelanlage; in allen anderen Forstbetriebsgebäuden sukzessive Umstellung von fossilen Brennstoffen auf Holzbrennstoffe.
 
Energiewende nicht auf Kosten der Wälder
Die Bayerischen Staatsforsten bewirtschaften den Staatswald nach klaren Vorgaben: Vorbildlich, nachhaltig und im besonderen Maße dem Gemeinwohl verpflichtet. Dazu gehört auch die Nutzung regenerativer Energien. Allerdings nach klaren Spielregeln! Windenergieanlage im oder Brennholz aus dem Staatswald können einen Beitrag zur Energiewende leisten, aber nicht auf Kosten der Wälder oder der Artenvielfalt. Aus diesem Grund weichen die Bayerischen Staatsforsten auch in Zeiten der Energiewende nicht von ihrem Grundsatz „nachhaltig Wirtschaften“ ab.
Laut Präsentation „Grüne Energie aus dem Staatswald!?“ (download s.u.) lässt sich folgendes Fazit ziehen:
  • Der Wald kann seinen Teil zur Energiewende beitragen.
  • Regenerative Energieproduktion im Staatswald nicht auf Kosten der
    Nachhaltigkeit und nicht gegen die lokale Bevölkerung.
  • Wald bietet sich vor allem als Standort für Windenergieanlagen an und
    liefert den nachwachsenden Energieträger Holz.
  • Bayerische Staatsforsten setzen in Zukunft nicht nur verstärkt auf die
    Produktion von regenerativer Energie, sondern sparen konkret Energie ein
 

Präsentation „Grüne Energie aus dem Staatswald!? (2 MB)

 
BaySf

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