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Bayerische Abgeordnete: Holz nützen heißt Klima schützen!

Parallel zur UN-Klimakonferenz in Paris standen die Leistungen des Waldes und des Wohnungsbaues aus Holz mit Blick auf den Klimaschutz im Mittelpunkt einer parlamentarischen Veranstaltung am 2. Dezember im Bayerischen Landtag.

Die Landtagsabgeordnete und Vorsitzende des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Angelika Schorer, hatte Abgeordnete zu einem Dialog mit den Mitgliedern des ganzen Clusters Forst und Holz in Bayern eingeladen.
Die Vertreter der Branche Forst und Holz standen den bayerischen Abgeordneten aller Landtagsfraktionen über die Leistungen der Forst- und Holzwirtschaft beim Klimaschutz und in Sachen „Neuer Wohnraum“ Rede und Antwort. „Ohne die Einbindung und Wertschätzung von Waldbewirtschaftung und Holzverwendung werden die Klimaschutzziele, die sich Deutschland und Europa gesetzt haben, nicht erreichbar sein“, konstatierte Prof. Dr. Dr. habil. Gerd Wegener, Sprecher der Cluster-Initiative Forst und Holz, in seinem einführenden Statement. „Ich appelliere deshalb an Sie, beim Klimaschutz viel stärker auf Forst und Holz zu setzen und die notwendigen Weichen dafür zu stellen“, so seine Botschaft die Abgeordneten. Die Grundlage für das Bauen mit Holz ist eine nachhaltige Waldbewirtschaftung. Die Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur zeigen: Bayern ist weiterhin Holzland Nummer 1 in Deutschland – hier finden sich über ein Viertel aller deutschen Holzvorräte, insgesamt knapp eine Milliarde Vorratsfestmeter. Jede Sekunde wächst ein Kubikmeter nach.
Wir sind schon heute ein Gigant in Sachen Klimaschutz“ – Prof. Gerd Wegener, Clustersprecher Forst und Holz in Bayern
Ein Viertel aller in Bayern verursachten CO2-Emissionen werden tagtäglich vom Wald und der Holznutzung aufgenommen. Gerade Nutzung und Holzverwendung brächten im Vergleich zu ungenutzten Wäldern die entscheidenden Vorteile. Denn 80 % der Klimaschutzleistungen entfalle auf die Verwendung von Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern. „Ein nachhaltig genutzter Wald hat dauerhaft immer eine bessere Klimaschutzwirkung als ein nicht genutzter“, betonte Prof. Wegener. Speziell beim Bauen mit Holz werde eine besonders große Klimaschutzleistung erzeugt, weil durch Substitution energieintensiv hergestellter Materialien, die bei anderen Bauweisen verwendet werden, mit viel weniger Energieeinsatz gebaut werden könne und zugleich große Mengen des klimaschädlichen Kohlendioxids dauerhaft im Holz gespeichert würden.
Der Holzbau ist eine Chance, für die Kommunen Wohnraum zu schaffen“ – Alexander Gumpp, Holzbau Gumpp & Maier
Der unmittelbar dringende Bedarf an Wohnraum ist ein weiterer Grund, verstärkt Holz einzusetzen. Trotz der aktuellen Notsituation bei Unterkünften ist nach Auffassung eines Abgeordneten in vielen Verwaltungen noch nicht angekommen, dass das Erstellen von Bauwerken aus Holz aufgrund der Energiebilanz und Schnelligkeit von Vorteil wäre. Kurzfristig gedachte Lösungen würden schlussendlich mehr Geld kosten. Deshalb sollte man nicht auf temporäre Bauten setzen, sondern etwas Dauerhaftes mit langfristiger Nutzbarkeit schaffen, war von einigen Abgeordneten zu hören. Eine Vielzahl von Unternehmen stände bereit für die Schaffung von dauerhaftem Wohnraum unter Einhaltung neuster Energie- und Umweltstandards, bestätigten die Vertreter des Holzbaus. Allerdings sind die Kommunen gefordert, die notwendigen Bauplätze zur Verfügung zu stellen. Der Holzbauunternehmer Alexander Gumpp sieht es als Aufgabe der Kommunen, diesen Wohnraum gemeinsam mit regionalen Handwerkern zu schaffen. Dafür werde die Politik benötigt, so seine Forderung: „Kommunen brauchen mit Blick auf die Vergaberichtlinien die Zusicherung der Politik. Wir als Holzbauer können schnell in hoher Qualität Wohnraum unter Gewährleistung aller Baustandards und mit Grundrissen, die eine Nachnutzung zulassen, bauen.“
Wir müssen den Rohstoff in seiner Vielfalt verwertbar machen“ – Bernhard Weiler, Waldpräsident des Bauernverbandes
Eingewendet wurde von einem Abgeordneten, dass auch der Wald massiv vom Klimawandel betroffen sei und die Holzverwendung auch eine Grenze habe. Von der Wissenschaft wollte er deshalb wissen, wo die Politik bei der Holznutzung Schwerpunkte setzen solle. Die Wahl der Baumarten und deren Zusammensetzung seien entscheidend für zukunftsfähige Wälder, so die Antwort. Zur Optimierung der Holzverwendung müsse die Ressourceneffizienz stärker in den Vordergrund gestellt werden. Bernhard Weiler, Waldpräsident des Bauernverbandes, erklärte: „Wir müssen den Rohstoff in seiner Vielfalt verwertbar machen, damit die Holznutzung weiterhin sichergestellt werden kann. Wir können nachhaltig im Wald wirtschaften, aber wir sollten den Rohstoff auch nachhaltig pflegen.“ Daher seien Ansätze gefragt, die sich mit neuen Verwertungsmöglichkeiten des Holzes befassen.
Schärfung des Holz-Bewusstseins bei den Entscheidungsträgern
 
Johann Koch, Vorsitzender des Aktionsbündnisses proHolz Bayern, beendete das Treffen im Bayerischen Landtag mit den Worten: „Wir müssen uns heute auf den Weg machen, wenn wir das klimaschutzpolitisch notwendige Ziel, Bayern bis zum Jahr 2050 CO2-neutral zu machen, erreichen wollen. Um Wald und Holz den Sprung auf die politische Agenda zum Klimaschutz zu ermöglichen, ist die politische Unterstützung auch der regionalen Cluster sowie die Neugründung solcher Netzwerke in weiteren Regionen wichtig. Jeder Abgeordnete kann dazu seinen Beitrag vor Ort leisten. Mit der Schärfung des Holz-Bewusstseins bei den Entscheidungsträgern für mehr Holzverwendung wäre ein großer Schritt für den Klimaschutz getan. Denn unsere große Chance steckt im Wald und Holz.“
proHolz Bayern

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