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BAV Altholztag

BAV-Altholztag fand trotz Corona statt

Rund 110 Teilnehmer folgten der Einladung des BAV – Bundesverband der Altholzaufbereiter und -verwerter nach Bad Neuenahr zum Altholztag 2020. Dieter Uffmann, Vorstandsvorsitzender des BAV freut sich über eine erfolgreiche Fachtagung in einem coronabedingt schwierigen Jahr.

Der Altholztag zeige, dass die Durchführung von Präsenzveranstaltungen mit entsprechenden strengen Hygienekonzepten möglich ist. Vor diesem Hintergrund freue sich der Verband über den großen Zuspruch aus der Branche. Die Veranstaltung deckte auch in diesem Jahr wieder ein breites Themenspektrum ab. Auch für Forstwirtschaft und Landschaftspflege waren einige Vorträge interessant.

Schadholz als Brennstoff

Steven Dörr, AGDW – Die Waldeigentümer, machte auf die prekäre Schadholzsituation in den deutschen Wäldern aufmerksam. So beträgt laut Dörr die kumulierte Schadholzmenge von 2018 bis 2020 ca. 178.000.000 m³. Die höchste Schadensintensität liegt dabei im sogenannten Kummerband, das Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Hessen und Thüringen umfasst. Um den durch das hohe Schadholzaufkommen angespannten Holzmarkt zu entlasten, setzt sich die AGDW politisch dafür ein, dass die technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen für den Einsatz von Schadholz als Regelbrennstoff geschaffen werden.

Abfall-Ende-Forschung für holzige Reststoffe

Roman Adam, DBFZ – Deutsches Biomasseforschungszentrum, stellte das aktuelle Forschungsvorhaben „AbfallEnde: Abfall-Ende-Eigenschaft naturbelassener, holziger Reststoffe durch Aufbereitungsverfahren und Qualitätssicherung“ vor. Im Rahmen des Projektes sollen unter anderem die Abfall-Ende- und Produkteigenschaften von A I-Altholz, Straßenbegleitholz, Pflegeholz und holzigem Kompostsiebüberkorn abgeleitet werden. Die Ergebnisse sollen laut Adam im Rahmen der Erstellung einer Abfall-Ende-Verordnung für holzige Rest- und Abfallstoffe Berücksichtigung finden.

CO2-Bepreisung

Prof. Hartmut Gaßner, GGSC – Gaßner, Groth, Siederer & Coll, berichtete zu den aktuellen Entwicklungen rund um das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG), das eine CO2-Bepreisung von Brennstoffen vorsieht. Ab 2021 müssen die Inverkehrbringer von Brennstoffen an einem Emissionshandelssystem teilnehmen. Hierbei müssen für die Brennstoff-Emissionen Zertifikate erworben und abgegeben werden. Laut Gaßner scheint nach derzeitigem Kenntnisstand eine BEHG-Pflicht für Altholz eher fernliegend. Gaßner gab aber auch zu bedenken, dass Änderungen in aktuellen Gesetzgebungsverfahren immer möglich sind und beispielsweise durch eine Änderung des Anwendungsbereichs Einbeziehungen oder Ausnahmen möglich sind.

Strom aus Biomasse

Der Gesetzgeber hat aktuell den Referentenentwurf des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) vorgelegt. Thomas Schmidmeier, Schmidmeier NaturEnergie gab einen Ausblick zu möglichen Auswirkungen des EEG-Förderendes. Für den Unternehmer steht fest, dass EEG-Strom aus Biomasse politisch immer noch nicht ausreichend wertgeschätzt wird. Zunehmend Anerkennung erfährt aus seiner Sicht hingegen die Prozess- und Fernwärme aus Biomasse. Insbesondere die Nachfrage nach Prozesswärme aus A I- und A II-Altholz ist laut Schmidmeier in den letzten Monaten gestiegen. Die Realisierung entsprechender Projekte wird derzeit durch staatliche Fördermittel unterstützt.

Flottenmanagement

Andreas Lampprecht, Rockbird ging in seinem Vortag auf die Möglichkeiten der Digitalisierung beim Fuhrparkmanagement ein und zeigte auf, wie sie als Wettbewerbsvorteil genutzt werden kann. In seinem Vortrag stellte er vor, wie durch digitales Flottenmanagement Kosten gesenkt und die Effizienz gesteigert werden kann. Lampprecht zeigte auf, dass appbasierte Checklisten zur täglichen Wartung sowie ein digitales Dashboard, das alle relevanten Daten der Flotte enthält, entscheidend zur Reparatur- und Betriebskostensenkung beitragen können. Auch die Bündelung und Auswertung aller Fahrzeug-Telemetriedaten über Verschleiß und Fehlermeldungen kann zur Vorbeugung großer Schäden beitragen.

Mitarbeiter finden

Wie sich Unternehmen im Kampf um Fachkräfte absetzen können, zeigte Stefan Schmidt, Schmidtsicht, in seinem Vortrag auf. Für Schmidt ist es von zentraler Bedeutung, dass sich Unternehmen Zeit für einen Perspektivwechsel nehmen: Arbeitgeber sollten sich genau vor Augen führen, wie sie auf ihre neuen potentiellen Mitarbeiter wirken. Denn der Arbeitsmarkt dreht sich zunehmend von einem Arbeitgebermarkt zu einem Bewerbermarkt. Der erste Eindruck eines Unternehmens wird für Bewerber zunehmend zu einem wichtigen Entscheidungskriterium. In seinem Vortrag gab Schmidt viele praktische Hinweise, wie der erste Eindruck gelingen kann. Angefangen bei der Gestaltung der Karriereseite, über die Optimierung von Bewerbungs- und Onboardingprozessen, bis hin zum richtigen Umgang mit Arbeitgeberbewertungsportalen.

BAV/Red.

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