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Baureihe Multi von Steyr

Baureihe Multi von Steyr

Die neuen Forstmaschinen von Steyr heißen ab sofort „Multi“. Zwar wurden die landwirtschaftlichen Traktoren, auf denen die Forstgeräte aufbauen, bereits im Herbst 2012 vorgestellt, doch erst jetzt sind die Adaptierungen für den Profi-Einsatz fertig geworden.Die Baureihe „Multi“ fügt sich zwischen die kleinere Reihe „Kompakt“ und die größeren „Profi“-Maschinen ein. Sie ist für den gemischten Betrieb gedacht, weist aber auch ausreichend Reserven für Kommunal- und Forstarbeit auf. Der Schlepper ist neu konstruiert worden. Herzstück ist ein Vierzylinder-Diesel mit 3,4 l Hubraum. Er leistet je nach Tuning zwischen 100 und 130 PS. Katalysator und AdBlue-Stickstoffreduktion sind Serienausstattung. Steyr baut auch einen Partikelfilter und Abgasrückführung in den Abgasstrang ein. Somit erfüllen diese Geräte Tier 4 interim, was der Euro Stage 3b entspricht. Wichtig für den Praktiker ist das Drehmoment des Motors, das nun 460 Nm erreicht.Die Kraft wird über Trockenkupplung an ein neues Getriebe weiter geleitet, das Steyr gemeinsam mit ZF entwickelt hat. Es weist 32 × 32 Gänge auf, geteilt in je vier Lastschaltgruppen. Für besondere Arbeiten ist eine Kriechgangoption zu haben. Wichtig für Anbaugeräte ist auch die Hydraulik. Die Serienpumpe erreicht 60 l/min Förderleistung, auf Wunsch kann auf 100 l/min und Load Sensing aufgestockt werden.Die Kabine, ebenfalls neu gezeichnet, lehnt sich an den ergonomischen Details der großen CVT-Serie an. Schmale Holme und große Glasflächen bieten gute Übersicht. Neu beim „Multi“ ist das vordere Dachfenster, das gleich nach dem schmalen Querholm gute Sicht auf den Frontlader und andere Hubgeräte in der oberen Arbeitsstellung ermöglicht. Die bisher dort angeordneten Bedienelemente für Heizung Klima und das Radio wanderten in die rechte B-Säule, sodass der freie Raum für Durchsicht nach vorne oben nutzbar ist. Die wichtigsten Funktionen steuert der Fahrer über ein Kontrollhebel, der ähnlich arbeitet wie bei den größeren Baureihen. Der rechte Daumen schaltet dabei die meisten Geräte an und ab.Für den Forst- und Kommunaleinsatz zeichneten die Ingenieure auch den passenden Anbaurahmen für Zusatzgeräte neu. Er ist nun stärker und besser in die Maschine integriert. So können die Kräfte besser abgeleitet werden, wie es in St. Valentin heißt. Besonders achtete man darauf, die hohen Kräfte aufnehmen zu können, die beim Betrieb von Schneepflügen und Schneefräsen entstehen. Eine verstärkte Platte an der Vorderachse, ein zentraler Unterzug und optionale Hinterachsabstützung sind nun Teil der Rahmenkonstruktion geworden. Alle Details werden nach Kundenwunsch direkt bei der Fertigung der Maschine am Band eingebaut, sodass der Traktor einsatzfertig beim Händler vom Lkw rollt. Der Kunde braucht nicht noch Zeit und Geld für weitere Adaptierungen zu investieren, wie Steyr nicht ohne Stolz hinweist.Steyr positioniert diesen Nachfolger der 9000er-Reihe in einen der am meisten umkämpften Segmente der Traktorenbranche. Trotzdem ist man zuversichtlich, die Marktanteile ausbauen zu können. David Schimpelsberger, Verantwortlich für den Bereich Kommunal und Forst: „In Österreich ist Steyr auf dem Gebiet Wald und Gemeinde Marktführer. Aber auch in Deutschland spricht sich die Qualität der komplett in Österreich gebauten Traktoren herum.“ Neue Zielmärkte in Osteuropa sollen die wirtschaftliche Basis dieser Marke im Fiat-Konzern weiter stärken. Die neue Baureihe ist auf der Messe Demo-Park gut aufgenommen worden. Diesen Schwung will Steyr mitnehmen und deutlich mehr verkaufen.

Anton Friedrich

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