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Baum des Jahres 2015: Zweithöchstes Feldahorn-Vorkommen befindet sich in Thüringen

Baum des Jahres 2015: Zweithöchstes Feldahorn-Vorkommen befindet sich in Thüringen

Der Feldahorn, Baum des Jahres 2015, gilt in vielen Bundesländern als seltene Baumart. Nicht so im Freistaat Thüringen: Hier finden sich etwa 67.500 Exemplare in 80 Vorkommen und damit der zweithöchste Bestand in Deutschland.
ThüringenForst widmet sich seit Jahren mit Artenschutzprogrammen den seltenen Waldbaumarten, zu denen auch Eibe, Elsbeere und Speierling gehören. „Thüringen gilt bundesweit als genetisches Reservoir für seltene und gefährdete Baumarten“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Diesem Anspruch wird die Landesforstanstalt durch umfangreiche Kartierungsarbeiten, waldbauliches Sicherungs- und Pflegemanagement sowie Generhaltungsmaßnahmen gerecht.
Auch wenn der Feldahorn (Acer campestre) gegenüber seinem großen Bruder, dem Bergahorn, eine geringere forst- und holzwirtschaftliche Bedeutung besitzt, so ist dieser umso mehr für die biologische Vielfalt im Wald wichtig. Da der Feldahorn auch in Thüringen an vergleichsweise wenigen Baumschädlingen leidet, ist er als Genbaumart für die Forschung interessant.
Der bis zu 200 Jahre alt werdende, zierliche, höchstens 25 m hohe Baum findet sich in Eichen-Buchen-Mischwäldern, in Auen, an Waldrändern und Hecken der hügeligen Lagen. Schwerpunktvorkommen der wärmeliebenden Baumart bilden sich auf den kalkhaltigen Böden in Südthüringen entlang der Werra und in Mittelthüringen zwischen Jena und Erfurt. Durch sein tiefgreifendes Wurzelsystem kann er sich auch an Steilhängen sichern, durch Stockausschläge vermehrt er sich äußerst vital.
Gerade jetzt im Herbst fällt der Feldahorn durch seine leuchtendgelbe Blattfärbung auf. Heute kaum mehr bekannt: Der Feldahorn, althochdeutsch als Maßholder bezeichnet, wurde durch die Altvorderen auch als Speise genutzt. Die kleinen Blätter wurden wie Sauerkraut eingelegt und verzehrt.
ThüringenForst

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