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Bauernverband: Der deutsche Wald ist gut aufgestellt

Durch seine nachhaltige Bewirtschaftung ist der deutsche Wald gut aufgestellt. Auch wenn der Rohstoff Holz in Zukunft eher knapper wird, stehen die stoffliche und energetische Verwendung von Holz nicht im Widerspruch. Ein wichtiges Ziel ist die Erschließung von Mobilisierungsreserven im Kleinprivatwaldbesitz. Bei der Biodiversität sollte künftig wieder mehr ein gesundes Verhältnis von Laub- und Nadelwald im Vordergrund stellen. Das Konfliktthema Wald und Wild ist eigenverantwortlich vor Ort zu lösen. Das sind die wichtigsten Ergebnisse der hochkarätig besetzten Diskussionsrunde, die der Deutsche Bauernverband (DBV) unter Moderation von DBV-Generalsekretär Dr. Helmut Born zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW) und dem Deutschen Forstwirtschaftsrat (DFWR) auf der Internationalen Grünen Woche veranstaltet hat.

Nach Feststellung von Georg Schirmbeck, Präsident des DFWR, wächst der deutsche Wald in Quantität und Qualität. In der Umsetzung der gesellschaftspolitisch geforderten Biodiversitätsziele sei der deutsche Wald „spitze“. Waldbesucher seien immer wieder begeistert. Das novellierte Bundeswaldgesetz sei ein wichtiger Fortschritt, bei dem auch der Naturschutz nicht zu kurz komme. Nachhaltige Wirtschaftsweisen hätten Förster eingeführt, nicht die Politik. Immer wieder diskutierte Nutzungseinschränkungen sind für Phillip Freiherr von und zu Guttenberg, Präsident der AGDW, eher ein „Luxusproblem unserer Gesellschaft“. Deutschland sei zwar das vorratsreichste Waldland Europas, dennoch werde Holz zunehmend zu einem knappen Gut.  Das hat auch seinen Grund in der Struktur des Waldbesitzes. Norbert Leben, Vorsitzender des AGDW-Fachausschusses „Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse“, sieht erhebliche „Mobilisierungsreserven“ bei kleinen Waldbesitzern. Über die forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse sei hier zwar schon viel erreicht worden, wichtig jedoch sei, dass diese Waldbesitzer den Nutzen der zusätzlichen Wertschöpfung erkennen. In diesem Zusammenhang konnte Prof. Dr. Karl-Friedrich Thöne, „oberster Förster“ des Freistaates Thüringen, auf das deutschlandweit größte Projekt zur Holzmobilisierung aus privatem Kleinwald verweisen. Da die durchschnittliche Waldfläche je Eigentümer in Thüringen bei nur 1,2 ha liegt, ist der Erfolg dieses Projektes besonders offensichtlich.

Von der Holz- und Sägeindustrie wird vor allem die Sorge um eine zukünftig ausreichende Nadelholzversorgung gesehen. Nadelholz findet vor allem im konstruktiven Bereich Verwendung (z.B. Dachstühle), wofür Laubholz sich in der Regel nicht eignet. Deswegen die Forderung, dass die Biodiversitätsziele in der Waldbewirtschaftung nicht einseitig auf Laubholz sondern auf eine gesunde Mischung von Laub- und Nadelholz setzen sollen. Lars Schmidt, Vizepräsident des Bundesverbandes der Säge- und Holzindustrie Deutschland (BSHD), gibt sowohl der stofflichen Verwendung als auch der energetischen Verwendung von Holz gute Zukunfts-Chancen. Für die Säge- und Holzindustrie sei die energetische Verwendung des Sägemehls mittlerweile mehr als nur ein „Nebenprodukt“. Dr. Klaus Dieter Kibat, der als Geschäftsführer des Deutschen Holzwirtschaftsrates (DHWR) 15 holzwirtschaftliche Mitgliedsverbände vertritt, setzt sich grundsätzlich für eine ressourceneffiziente Nutzung des Rohstoffes Holz ein. Dazu gehöre auch die Herstellung von Pellets für Energiezwecke. 

Bezüglich des Konfliktes Wald und Wild waren sich die Teilnehmer der Gesprächsrunde einig, dass nur die Eigenverantwortlichkeit aller Beteiligten vor Ort eine Lösung biete, nicht aber neue Gesetze.

DBV

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