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Bastian Kaiser seit 20 Jahren Rektor der HFR

Bearbeitet von Jörg Fischer

Am 1. März vollendete Prof. Dr. Bastian Kaiser sein 20. Jahr als Rektor der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg (HFR). Es waren für den Rektor ereignisreiche und für die Hochschule erfolgreiche Jahre.

Prof. Dr. Bastian Kaiser hat Forstwissenschaften studiert und sich im Bereich der Forstökonomie spezialisiert. 1993 wurde er von der Forstwissenschaftlichen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg mit einer Arbeit zur Theorie ökonomischer Bewertung von Waldfunktionen promoviert.

Seit 1998 ist er Professor für Angewandte Betriebswirtschaft an der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg (HFR). 2001 wurde er zum ersten Mal zum Rektor dieser Hochschule gewählt, 2006 und 2014 in diesem Amt bestätig. Vor seiner Tätigkeit an der Hochschule war Bastian Kaiser in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit tätig, lebte in Venezuela und arbeitete in mehreren Ländern, insbesondere des nördlichen Lateinamerika und der Karibik.

Amtsantritt unter schwierigen Bedingungen

Im Januar 2001 wählte der Senat der damaligen Fachhochschule für Forstwirtschaft Rottenburg ihren jüngsten Professor zum Rektor. Zum 1. März trat er sein Amt an und übernahm die Verantwortung in einer für die Hochschule schwierigen Zeit. Die erste Amtszeit stand ganz im Zeichen des Erhalts der Hochschule und ihrer Selbständigkeit. Sie galt mit ihren nur etwa 300 Studierenden und mit nur einem Studiengang als zu klein, um alleine bestehen zu können und eine forstliche Verwaltungsreform nach der anderen führte zu eher schlechten Berufsaussichten der jungen Försterinnen und Förster. Das damalige Rektorat, das Professorenkollegium und die Mitarbeitenden setzten sich am Ende durch, sicherten die Zukunft ihrer Hochschule und ihrer Arbeitsplätze.

Bastian Kaiser und die Entwicklung der HFR

In die zweite Amtszeit wurde Rektor Kaiser 2006 wegen des veränderten Hochschulrechts nicht mehr vom internen Senat, sondern vom Aufsichtsrat der Hochschule gewählt. In den folgenden acht Jahren wuchs die HFR schneller als alle anderen Hochschulen im Land. Dafür nutzte sie insbesondere ein wettbewerbliches Hochschulentwicklungsprogramm, das die Landesregierung aufgelegt hatte. In mehreren Ausschreibungen bewarb sich die HFR um neue Studiengänge und zusätzliche Professuren. Mitentscheidend war in diesem Verfahren, dass die Industrie- und Handelskammer Reutlingen als vom Land eingesetzter Gutachter die Notwendigkeit dieser neuen Studiengänge erkannte und bestätigte. Von besonderer Bedeutung für die Erfolge war aber auch, dass die HFR im Jahr 2008 einen „Exzellenzwettbewerb“ des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft gewonnen hat und außerdem fünf Mal hintereinander von der UNESCO als offizielles Dekadeprojekt der Bildung für die Nachhaltigkeit ausgezeichnet wurde.

Parallel dazu nahm die Forschung an der HFR Fahrt auf und konnte mit der Unterstützung der Stadt Rottenburg und des Landes die bauliche Entwicklung der Campus-Hochschule beschleunigt werden. Die HFR hat in dieser Zeit ihre Studierendenzahl und die Zahl der Beschäftigten mehr als verdreifacht, die Anzahl der Professuren mehr als verdoppelt und die Einnahmen aus der wettbewerblichen Drittmittelforschung auf inzwischen über 2 Mio. € pro Jahr gesteigert. Inzwischen arbeiten fast 50 Personen alleine in den Forschungsprojekten an der HFR und die rd. 1.000 Studierenden sind in fünf Bachelor- und drei Masterstudiengängen eingeschrieben.

Prof. Kaisers weiteres Wirken

Prof. Kaisers Forschungsarbeit konzentriert sich auf die Entwicklung und Evaluierung geeigneter Organisationsstrukturen und zur Bewältigung von Gemeinschaftsaufgaben, insbesondere in der Forstwirtschaft und in der dezentralen Energiewirtschaft. Dabei forscht und berät er Entscheidungsträger auf nationaler und internationaler Ebene.

Im März 2015 wurde Prof. Kaiser die Ehrendoktorwürde der Vasile Goldis Universität in Arad, Rumänien, verliehen. 2018 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Nationalen Forsttechnischen Universität der Ukraine in Lviv.

Seit 2013 ist Kaiser zudem Vorsitzender der Rektorenkonferenz der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Baden-Württemberg und vertritt damit 24 Hochschulen, mehr als 3.000 Professorinnen und Professoren sowie ca. 110.000 Studierende in hochschulpolitischen Angelegenheiten. 2017 berief ihn Ministerpräsident Winfried Kretschmann in den Nachhaltigkeitsbeirat des Landes Baden-Württemberg und bereits seit 2001 ist er Mitglied im Landes-Forstwirtschaftsrat sowie seit 2006 Mitglied im Deutschen Forstwirtschaftsrat. Seit 2020 vertritt Prof. Kaiser den Hochschul- und Wissenschaftsbereich im gemeinsamen Rundfunkrat der Länder Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz und wurde zum stellvertretenden Vorsitzenden des SWR-Programmausschusses für Baden-Württemberg gewählt.

Bastian Kaiser ist Vater von drei Kindern (zwei davon bereits volljährig), engagiert sich in der Kirchengemeinde (Kirchengemeinderat), interessiert und begeistert sich für fremde Länder und Kulturen, für die Natur und das Segeln. Er spricht neben seiner Muttersprache Englisch und Spanisch – und kann Portugiesisch (Brasilianisch), Französisch, Italienisch und Rumänisch konversationssicher verstehen.

Quelle: HFR (PM)