Holzverkauf und Holzpreise

Bald wieder Richtpreise für Rundholz in der Schweiz?

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Bis 2020 hat in der Schweiz die sogenannte Holzmarktkommission regelmäßig Preisempfehlungen für den Verkauf von Rundholz erarbeitet und veröffentlicht. Diese Praxis wurde 2020 kartellrechtlich untersagt. Jetzt deutet sich an, dass sich etwas ändern könnte.

Denn die Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Nationalrates (UREK-N) unterstützt die von der entsprechenden Kommission des Ständerates (UREK-S) bereits gutgeheißene Parlamentarische Initiative „Preisempfehlungen auch für Holz aus Schweizer Wäldern“ von Ständerat Daniel Fässler, Präsident von WaldSchweiz.

Die Preise für Rundholz (Stammholz, Industrieholz, Energieholz) aus Schweizer Wäldern seien noch immer zu niedrig, sagt WaldSchweiz. Die Zahlen des Bundes zeigen, dass die Erlöse der Waldbewirtschaftung die Kosten der Pflege und Bewirtschaftung einer Mehrheit der Schweizer Forstbetriebe seit 2008 nicht mehr zu decken vermögen. Dies sei insofern bemerkenswert, als die Waldbewirtschaftung als Kernaufgabe der Forstbetriebe angesehen werde.

Fässler verlangt Instrument zur Rundholzpreisgestaltung

Aus wettbewerbsrechtlichen Gründen dürfen seit 2020 nur noch historische Rundholzpreise publiziert werden. Dies sei insbesondere für die rund 245.000 privaten Schweizer Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer nachteilig. Denn diese haben oft keine oder nur wenig Erfahrung am Holzmarkt, kennen die Nachfrage nicht und können sich nur schwer an aktuellen Holzpreisen orientieren.

Um dies zu ändern, hat Ständerat Daniel Fässler eine parlamentarische Initiative eingereicht. Diese verlangt, dass künftig Preisempfehlungen für Rohholz aus Schweizer Wäldern veröffentlicht werden können.

Waldeigentümer auf Preisinformationen angewiesen

Die zuständige Kommission des Ständerates hatte der Initiative im Januar dieses Jahres einstimmig Folge gegeben. Dass die Initiative nun auch durch die UREK-N einstimmig unterstützt wird, bestätigt Fässler in seinem Vorhaben: „Schweizer Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer sind bei der Preisgestaltung des Rundholzes aus ihren Wäldern auf aktuelle Informationen angewiesen. Unverbindliche Preisempfehlungen, die für alle Marktteilnehmer einsehbar publiziert werden, sind verbunden mit Informationen zur aktuellen Nachfrage das richtige Werkzeug.“

Mit der Unterstützung seiner parlamentarischen Initiative durch beide Kommissionen sei der erste Schritt zu transparenten Preisempfehlungen und damit in Richtung einer kostendeckenden Waldbewirtschaftung in der Schweiz getan, sagt Daniel Fässler.

Voraussetzungen für Gesetzesvorlage geschaffen

Nachdem die Kommissionen für Umwelt, Raumplanung und Energie sowohl des Ständerates als auch des Nationalrates der Parlamentarischen Initiative zugestimmt haben, könne nun eine konkrete Gesetzesvorlage ausgearbeitet werden.

Quelle: WaldSchweiz