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Baden-Württembergs Forstminister Hauk auf der Jahresversammlung der Forstkammer

Das Kartellverfahren zum Rundholzverkauf stellt die Forstwirtschaft in Baden-Württemberg vor eine schwierige Situation. „Jetzt kommt es darauf an, dass wir gemeinsam eine Lösung bei der Verantwortung für den Wald und die Waldbesitzenden in Baden-Württemberg finden. Es gilt verlässliche Grundlagen zu schaffen, damit auch in Zukunft der Wald wirtschaftlich erfolgreich und nachhaltig multifunktional bewirtschaftet werden kann, sagte Forstminister Peter Hauk MdL am 23. Juni auf der Mitgliederversammlung der Forstkammer Baden-Württemberg in Schorndorf (Rems-Murr-Kreis).

„Die Umsetzung des Kartellamtsbeschlusses wird weitreichende Folgen für die Forst- und Holzwirtschaft in Baden-Württemberg haben. Jetzt gilt es bewährte Strukturen und Kooperationen zwischen den Waldbesitzarten zu bewahren und kartellrechtskonform weiterzuentwickeln. Ich fordere alle Beteiligten auf, sich verantwortungsbewusst und solidarisch in den Gestaltungsprozess mit einzubringen. Es geht um die Zukunft der Waldbewirtschaftung in Baden-Württemberg – und um sinnvolle Lösungen, die Wald und Waldbesitz gerecht werden“, betonte Hauk.

Die Forstwirtschaft ist ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor im ländlichen Raum. Fast 40 % Baden-Württembergs sind bewaldet. „An diesen Wald stellt unsere heutige Gesellschaft hohe Ansprüche. Er soll Holz liefern, Tieren und Pflanzen einen Lebensraum bieten, zu Spaziergängen einladen, für saubere Luft, ein ausgeglichenes Klima und frisches Wasser sorgen und den Boden schützen. Diejenigen, denen der Wald gehört, erwarten zudem, dass sie ihren Wald wirtschaftlich nutzen können, nicht zuletzt, um mit den Erträgen die notwendige Waldpflege finanzieren zu können. Die Landesregierung wird die Waldbesitzenden bei den aktuellen Herausforderungen unterstützen“, sagte der Forstminister. Hierfür steht ein leistungsfähiger Mix von Beratung, Betreuung bis zur finanziellen Unterstützung zur Verfügung. Im Zuge des Kartellverfahrens werde dieser Bereich partiell angepasst. Davon unberührt sei die direkte Förderung einer multifunktionalen Forstwirtschaft. Jährlich würden 7,5 Mio. € an EU-, Bundes- und Landesmittel dafür aufgewendet, so Hauk.

„Die Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur und des Testbetriebsnetzes bestätigen: den Waldbesitzenden im Land geht es gut. Der körperschaftliche Durchschnittsforstbetrieb schreibt seit zwölf Jahren schwarze Zahlen. Größere Privatforstbetriebe erzielen Reinerträge von über 200 Euro pro Hektar“, betonte der Minister. Dazu habe wesentlich die Renaissance der Holzverwendung im stofflichen und energetischen Bereich beigetragen.

Der Wald in Baden-Württemberg sei in einer guten Verfassung. „Holzzuwachs und Holzvorrat sind im bundesweiten Vergleich in der Spitzengruppe, ebenso der Anteil naturnaher Wälder. Der Totholzvorrat von fast 30 Kubikmeter pro Hektar ist bundesweit unschlagbar gut“, erklärte Hauk. Mit naturnah gemischten und gepflegten Mischwäldern sei man gut gerüstet, um den Folgen des Klimawandels zu begegnen.

Die Bioökonomie werde die Nachfrage nach Holz weiter steigern. „Mit der Landesstrategie ‚Nachhaltige Bioökonomie‘ wollen wir Aktivitäten bündeln, die mit nachwachsenden Rohstoffen neue Verfahren, Produkte und neue Wertschöpfung generiert“, erläuterte Hauk.

Baden-Württemberg hat bundesweit die höchste Holzbauquote. Vor dem Hintergrund des Klimaschutzes und Ressourcenknappheit kommt dem Bauen mit Holz und einer klimafreundlichen Gebäudesanierung eine besondere Bedeutung zu. „Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass Holzbau-Hemmnisse abgebaut werden“, sagte der Minister. Mit der Forschungsinitiative zur stofflichen Verwendung von Laubholz, wolle man neue Felder für die hochwertige Holzverwendung erschließen.
 

 

Zum Thema: forstpraxis.de-Meldung

 
MLR Baden-Württemberg

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