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Baden-Württemberg: Zweiter Luchs im Land mit Senderhalsband ausgestattet

Baden-Württemberg: Zweiter Luchs im Land mit Senderhalsband ausgestattet

Luchse gehören zu den seltensten Tieren in Baden-Württemberg, die nur ab und an aus der benachbarten Schweiz nach Baden-Württemberg kommen.
Seit einem Jahr streift der männliche Luchs Friedl mit einem Senderhalsband durch Baden-Württemberg und liefert Wissenschaftlern Erkenntnisse über seine Wanderschaft.
   
Die Batterie des Halsbandes reicht für ein gutes Jahr. Weil eine geplante erneute Besenderung von Luchs Friedl durch einen Tausch der Batterie nicht erfolgreich war, hatte sich das Halsband am 8. April durch einen automatischen Mechanismus vom Tier gelöst, informierte Naturschutzminister Alexander Bonde am 11. April.
  
„Dem Team der FVA gelang es jedoch in enger Kooperation mit den Jägerinnen und Jägern vor Ort einen anderen Luchs in Oberschwaben zu fangen und mit einem Halsband auszustatten“, sagte Bonde. Dieser Luchs war einen Monat zuvor bereits von zwei Jägern beobachtet und fotografiert worden.
Luchs „B433“
Auch bei diesem Tier handelt es sich um ein Männchen, dessen Herkunft von dem für das Monitoring in der Schweiz zuständigen Institut KORA für Raubtierökologie und Wildtiermanagement über die individuelle Fleckenzeichnung des Fells abgeklärt werden konnte: Der Luchs mit dem formalen Namen „B433“ wurde als Jungtier erstmals im Jahr 2014 in den Schweizer Ostalpen nachgewiesen und im Juli 2015 bei seiner Abwanderung im Kanton Thurgau fotografisch erfasst.
Männliche Luchse unternehmen gerade in der Paarungszeit zwischen Februar und April weite Wanderungen auf der Suche nach weiblichen Tieren, die aber bisher in Baden-Württemberg nicht nachgewiesen werden konnten. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die beiden männlichen Tiere zwar Kontakt zueinander hatten, dass sie sich jedoch nicht langfristig im gleichen Gebiet aufhalten werden. Die ersten Daten des Halsbandes scheinen dies zu bestätigen: So ist der Luchs B433 nach seiner Besenderung in Oberschwaben bereits über 20 Kilometer weiter in Richtung Norden auf die Schwäbische Alb gezogen, während Friedl im Donautal unterwegs ist.
Über die Bewegungen der Luchse werden die Partner aus Jagd und Nutztierhaltung vor Ort durch die FVA informiert werden. Wertvolle Erkenntnisse dank Senderhalsband: Im Idealfall erfahren die Experten der FVA täglich die Position des Luchses. Einmal am Tag versucht sich das Halsband in das Handynetz einzuwählen, um die erhobenen Daten per SMS zu verschicken.
Das landesweite Luchsmonitoring wird in enger Absprache mit der Arbeitsgruppe Luchs und Wolf durchgeführt, in der Verbände aus Jagd, Landwirtschaft und Naturschutz vertreten sind. Alle Verbände bitten darum, Luchshinweise möglichst rasch an die FVA unter der Nummer 0761/4018-274 zu melden.
MLR Baden-Württemberg

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