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Baden-Württemberg: Zweiter Luchs im Land bestätigt

Nachdem im Frühjahr 2015 der erste Luchs im Schwarzwald bestätigt worden war, ist nun ein weiterer Luchs in den Hochschwarzwald zugewandert.
„Neben dem im April besenderten Luchs im Elztal konnte jetzt die Anwesenheit eines zweiten Luchses im Schwarzwald nachgewiesen werden. Der Luchs wurde im Kinzigtal in der Nähe von Hausach über eine Wildkamera erfasst. Damit leben jetzt zwei Luchse im Elz- und Kinzigtal“, sagte Naturschutzminister Alexander Bonde am 26. Juni in Stuttgart.
Ein Jäger hatte der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA), die mit dem Luchsmonitoring im Land betraut ist, den Riss eines Rehs mit Verdacht auf Luchs gemeldet. Als der Luchs in einer der folgenden Nächte zu dem Riss zurückkehrte, wurde er von einer zwischenzeitlich angebrachten Fotofalle fotografiert. „Zum Glück ist es selten, dass Luchse Nutztiere reißen, aber wenn es geschieht, brauchen wir den engen Schulterschluss. Deshalb ist es gut, dass eine unbürokratische Entschädigung aus dem von privaten Verbänden eingerichteten Fonds möglich sein wird. Wenn der Luchs den Schwarzwald als Lebensraum wieder besiedelt, ist dies eine Aufgabe für die gesamte Gesellschaft und darf nicht zu Lasten der Nutztierhaltenden gehen“, sagte Bonde.
Da Luchse über ihre individuell unterschiedliche Fellzeichnung identifiziert werden können, konnten die Experten des Luchsmonitorings an der FVA belegen, dass es sich bei dem Luchs, der von der Fotofalle fotografiert worden war, offensichtlich um denselben Luchs handelt, der bereits im Februar im Gutachtal über eine Wildkamera erfasst worden war. Damals ergab ein Abgleich mit den für das Luchs-Monitoring zuständigen Kolleginnen und Kollegen in der Schweiz, dass das Tier offensichtlich aus dem Schweizer Jura zugewandert ist.
Über das Geschlecht des Luchses ist noch nichts bekannt – hier soll eine Gen-Analyse Aufklärung bringen. Die Experten der FVA vermuten jedoch, dass es sich um ein männliches Tier handelt, da es vor allem männliche junge Luchse sind, die sich auf die weiträumige Suche nach einem eigenen Revier begeben. Wenn die Ergebnisse der Gen-Analyse zeigen, dass es sich um ein männliches Tier handelt, werden die Experten der FVA ebenfalls versuchen das Tier zu besendern.
Hinweise auf Luchse nimmt die FVA jederzeit unter der Nummer 0761-4018-274 entgegen. Die Arbeitsgruppe Luchs besteht bereits seit 2004 (seit 2014 AG Luchs und Wolf) und behandelt alle Fragen rund um den Luchs in Baden-Württemberg.
MLR Baden-Württemberg

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