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Baden-Württemberg: Zweiter Luchs besucht Zollernalbkreis

Erneut hat ein Luchs dem Zollernalbkreis einen Besuch abgestattet. Das legen die Aufnahmen einer Wildkamera in der Region nahe, teilte Minister Alexander Bonde am 3.12.2015 in Stuttgart mit.

Der für das landesweite Luchs-Monitoring zuständigen Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg seien vergangene Woche Fotos eines vermeintlichen Luchses nahe Balingen übermittelt worden. Die Fotos mit Seltenheitswert stammten von der Wildkamera eines Jägers und zeigten schemenhaft ein Tier, das am Abend des 28. Novembers durch das Bild gelaufen sei, so der Minister. „Auch wenn die Fotos die strengen Kriterien für einen sicheren Luchsnachweis nicht erfüllen, so sind sich die Freiburger Experten sehr sicher, dass es sich um einen Luchs handelt. Diese Einschätzung wird dadurch gestützt, dass ein Tag zuvor eine Luchsbeobachtung wenige Kilometer östlich gemeldet worden war.“
Ob das Tier aus dem Schweizer Jura, den Vogesen oder dem Bayrischen Wald zugewandert war oder ob es sich um ein entla-fenes Gehegetier handelt, sei indes nicht bekannt. Die Forscher aus Freiburg vermuten, dass der Luchs zwischenzeitlich schon weitergezogen ist und hoffen auf weitere Meldungen insbesondere aus der Jägerschaft. Sollte sich die Gelegenheit ergeben, soll das Tier mit einem Halsbandsender ausgestattet werden, um wichtige Informationen über dessen Wanderbewegungen zu erhalten.
Bereits im September 2015 war der Zollernalbkreis von einem Luchs durchwandert worden. Damals handelte es sich um das Luchsmännchen Friedl, das Experten ein halbes Jahr zuvor im Mittleren Schwarzwald mit einem Halsbandsender ausgestattet hatten. Friedl war ursprünglich aus dem Schweizer Jura zugwandert. Im September war der Luchs entlang des Albtraufs von Norden nach Süden durch den Zollernalbkreis gewandert. Aktuell hält er sich ausweislich der gesendeten Signale aber nicht dort auf, weswegen es sich bei dem fotografierten Tier um einen anderen Luchs handeln muss.
Die Möglichkeit, dass nun ein Weibchen zugewandert ist, schätzen die Experten der FVA jedoch als äußerst gering ein, da männliche Tiere sich auf größere Wanderungen begeben als Weibchen.
MLR Baden-Württemberg

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