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Baden-Württemberg: Wimsheim erhält Prädikat „NABU-Naturwaldgemeinde“

Der NABU Baden-Württemberg hat der Gemeinde Wimsheim im Enzkreis das Prädikat „NABU-Naturwaldgemeinde“ verliehen.

NABU-Waldreferent Johannes Enssle übergab Bürgermeister Mario Weisbrich und Revierförster Rolf Müller am 27. Juni die Urkunde. „Mit dieser Auszeichnung dokumentieren wir, dass Wimsheim zur Speerspitze der naturnahen Waldwirtschaft unseres Landes gehört“, sagte NABU-Experte Enssle. Gemeinsam mit den sechs weiteren NABU-Naturwaldbetrieben Baden-Württembergs stehe der Gemeindewald Wimsheim Modell für einen nachhaltigen Umgang mit unseren Wäldern. Die Auszeichnung sei sowohl eine Anerkennung als auch ein Appell, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzuverfolgen.
Kriterien

Um das Prädikat „NABU-Naturwaldgemeinde“ zu erhalten, verpflichtet sich die Gemeinde, den Wald entsprechend den Kriterien des NABU zu bewirtschaften. Dazu gehört etwa auf Gifte im Wald vollständig zu verzichten, den Wald kleinflächig als Dauerwald zu bewirtschaften und 5 % der Fläche aus der Nutzung zu nehmen, um dort eine natürliche Entwicklung zu ermöglichen.
„Wimsheim ist bei fast allen Kriterien bereits im grünen Bereich“, sagte Enssle. „Aufgabe für die kommenden Jahre ist es vor allem, die Vorgaben wie Giftverzicht sowie kleinflächige und schonende Dauerwaldbewirtschaftung konsequent umzusetzen.“

Ansporn

„Wir freuen uns sehr, dass der NABU unser Engagement im Waldnaturschutz würdigt und mit dieser Auszeichnung deutlich macht: Wir in Wimsheim reden nicht nur vom Naturschutz, wir tun etwas“, sagte Wimsheims Bürgermister Mario Weisbrich. „Wir sehen im NABU einen starken Partner, um unseren Weg hin zu einer vorbildlichen Waldbewirtschftung konsequent weiterzugehen.“ Der Gemeinderat hatte entsprechend beschlossen, die Auszeichnung „NABU-Naturwaldgemeinde“ anzustreben.

Die Gemeinde Wimsheim verfügt über knapp 160 ha Waldfläche. Aufgrund der großen Sturmschäden in den 1990er-Jahren sind viele Wälder noch relativ jung. Im Nachgang der Stürme entwickelt sich der vormals mit über 90 % Nadelholzanteil weniger naturnahe Wald hin zu einem standortgerechten Mischwald mit  Eiche und Tanne.

In den vergangenen Jahren setzte die Gemeinde zudem mehrere Naturschutzprojekte um, schuf Teiche und Tümpel im Wald, um Amphibien einen Lebensraum zu schenken und beteiligte auch die Menschen vor Ort in Form eines „Bürgerbiotops“. Die Kriterien des NABU bezeichnet Revierförster Müller als Ansporn, noch naturverträglicher zu wirtschaften.

Insgesamt gibt es sieben NABU-Naturwaldbetriebe in Baden-Württemberg: die Gemeindewälder von Wimsheim, Pfullingen, Bad Dürrheim, Hirschberg, Königsfeld und Mönchweiler sowie den Bundesforstbetrieb Münsinger Hardt auf der Schwäbischen Alb.
 

 

Hier die Kriterien für NABU-Naturwaldbetriebe

 
NABU Baden-Württemberg

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