Newsletter
ABO
Zeitschriften
Service
Baden-Württemberg: Wald als Multitalent der erneuerbaren Energien

Baden-Württemberg: Wald als Multitalent der erneuerbaren Energien

Der Ausschuss der Forstkammer Baden-Württemberg, das Spitzengremium der privaten und kommunalen Waldbesitzer im Land, tagte am 30. Juni 2011 in Donaueschingen. Dabei wurden auch die mit der Energiewende verbundenen Chancen für die Forstwirtschaft diskutiert.

„Windkraftanlagen über Wald können ein zusätzliches Standbein für die Forstbetriebe in Baden-Württemberg werden“, schätzt Roland Burger, Präsident der Forstkammer. Waldholz sei bereits heute der wichtigste nachhaltige Rohstoff für Bioenergie in Deutschland, vor allem für die CO2-neutralen Wärmeerzeugung. „Zusammen mit dem Strom aus Windkraft kann der Wald ein echtes Multitalent der Erneuerbaren Energien werden“, so Burger.

Gerade die windreichen Höhenlagen der baden-württembergischen Mittelgebirge sind häufig mit Wald bedeckt. Die Potenziale für die Windenergie seien daher im Wald besonders hoch. Durch die große Höhe der Windräder sei es heutzutage kein Problem mehr, die Anlagen in Waldgebiete zu stellen. Die Räder drehten sich über den Baumgipfeln. Außerdem gebe es im Wald weniger Konflikte mit Anwohnern, die vom Schlagschatten oder der Geräuschkulisse der Windräder betroffen sind.

Allerdings darf die Windenergie im Wald nach Meinung der Forstkammer nicht zu Lasten der anderen Waldfunktionen gehen. Besonders in siedlungsnahen Bereichen müsse vermieden werden, dass die Erholungsfunktion durch die Windräder beeinträchtigt wird. Auch im Hinblick auf den Waldnaturschutz müsse man Chancen und Risiken genau abwägen. Daher fordert der Verband, dass die Waldbesitzer bei den anstehenden Änderungen der rechtlichen Vorschriften auf Landes- und Regionalebene mit eingebunden werden.

Eine besondere Herausforderung sieht die Forstkammer in dem häufig sehr kleinparzellierten Waldbesitz in Teilen des Landes. Um die befürchtete „Verspargelung“ der Landschaft zu vermeiden, sei es sinnvoll mehrere Windanlagen an einem Standort zu konzentrieren. Damit bewege man sich aber schnell auf den Flächen unterschiedlicher Eigentümer. „Außerdem ist nicht jeder Waldbesitzer begeistert von der Idee, dass zukünftig ein Windrad in seinem Wald steht“, gab Peter Wälde, Vertreter des Bauernwaldes zu bedenken. Es gelte daher, Kosten und Nutzen der Windenergie gerecht zu verteilen. Dafür bedürfe es tragfähiger und fairer Vereinbarungen, an deren Entwicklung die Forstkammer aktiv mitarbeiten werde. Dabei wolle man auch auf die umfangreichen Erfahrungen mit dem Thema in anderen Bundesländern, beispielsweise in Rheinland-Pfalz zurückgreifen.

Forstkammer Baden-Württemberg

Auch interessant

von