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Baden-Württemberg: NABU befürchtet massive Abwärtsspirale im Waldnaturschutz

Baden-Württemberg: NABU befürchtet massive Abwärtsspirale im Waldnaturschutz

Der Landesverband Baden-Württemberg des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) hat seinen Jahresbericht 2013 vorgestellt.
Als „Krönung des Naturschutzjahres 2013“ und Meilenstein in Sachen Naturschutz bilanziert Andre Baumann, Landesvorsitzender des NABU, bei der Jahrespressekonferenz in Stuttgart am 19. August die Errichtung des ersten Nationalparks in Baden-Württemberg.
Der NABU lobt die Landesregierung nicht nur für die Einrichtung des Nationalparks, auch die Wirtschaftswälder von ForstBW würden inzwischen naturnäher bewirtschaftet. „Es hat gut zum 300-jährigen Jubiläum des Begriffs der Nachhaltigkeit gepasst, dass ForstBW zukünftig Buchen- und Tannenwälder nur noch naturnah und kleinflächig bewirtschaften wird. Auch die FSC-Zertifizierung des Staatswaldes hat 2014 wichtige Hürden genommen“, sagt Baumann. Nun drohe jedoch durch die Entscheidung des Bundeskartellamts, das Einheitsforstamt Baden-Württemberg zu zerschlagen, ein enormer Rückschritt für den Wald in Baden-Württemberg.
Die Kartellwächter wollen ab 2015 verbieten, dass der Landesbetrieb ForstBW das Nadelstammholz aus dem Staatswald sowie aus den Kommunal- und Privatwäldern aus einer Hand vermarktet. Sollte damit – wie zu befürchten ist – auch die Betreuung und Bewirtschaftung der Kommunal- und Privatwälder durch staatliche Förster entfallen, droht aus Sicht des NABU eine massive Abwärtsspirale beim Waldbau und im Waldnaturschutz. Der NABU befürchtet, dass die mittlerweile hohen Standards des Staatswaldes nicht mehr auf Kommunal- und Privatwälder übertragen würden und in der Folge dort vermehrt Forstwirtschaft nach Kassenlage betrieben wird. „Natürlich verstehen wir die Sorgen des Kartellamts hinsichtlich eines fairen Wettbewerbs in der Vermarktung des Holzes. Dass dabei jedoch der Waldnaturschutz auf der Strecke zu bleiben droht, ist absolut nicht akzeptabel“, sagt Baumann.
NABU Baden-Württemberg/Red.

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