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Baden-Württemberg: Forstwirtschaft und Denkmalschutz arbeiten Hand in Hand

Baden-Württemberg: Forstwirtschaft und Denkmalschutz arbeiten Hand in Hand

Forstminister Alexander Bonde sagte am 24. Juni in Stuttgart zum Konzept archäologischer Denkmale im Wald: „Der Wald ist für die Gesellschaft von existenzieller Bedeutung. Gleichzeitig stellt diese hohe Anforderungen an den Wald: Er soll Holz liefern, Tieren und Pflanzen einen Lebensraum bieten, zu Spaziergängen einladen, für saubere Luft und ausgeglichenes Klima sowie frisches Wasser sorgen und den Boden schützen. Um diese vielfältigen Funktionen bei der Waldbewirtschaftung ausgewogen berücksichtigen zu können, werden sie seit nahezu 40 Jahren von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg systematisch erfasst. Damit wir den Schutz unseres archäologischen Erbes in Baden-Württemberg bei der Waldbewirtschaftung noch umfassender sicherstellen, werden ab sofort Informationen zu archäologischen Boden- und Kulturdenkmalen in die Waldfunktionenkartierung integriert.“

Waldfunktionenkarte integriert archäologische Denkmale im Wald
 

Eine Arbeitsgruppe mit Experten aus Denkmalpflege und Forstwirtschaft hat in den vergangenen drei Jahren ein Konzept zum Schutz archäologischer Denkmale im Wald erarbeitet. „Ziel ist, die Försterinnen und Förster bei der Vorbereitung forstlicher Maßnahmen mit der Waldfunktionenkarte zu unterstützen. Diese zeigt, ob archäologische Denkmale wie zum Beispiel ein Keltengrab von der Waldbewirtschaftung betroffen sind. In Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege können die Försterinnen und Förster festlegen, wie diese Denkmäler geschützt werden können. So werden beispielsweise alternative Holzernteverfahren oder präzise Handlungsanweisungen in Arbeitsaufträgen dokumentiert. Damit erfüllt das Land eine Forderung aus dem Gütesiegel Forest Stewardship Council (FSC), das der Landesbetrieb ForstBW seit Mitte Mai für den hohen Standard in der Waldbewirtschaftung trägt, und setzt zugleich eine Forderung aus dem Bundeswaldgesetz um“, sagte Bonde.
Durch die Präsenz in der Fläche komme ForstBW eine bedeutende Rolle bei der Erhaltung archäologischer Kulturdenkmale zu.
Fortbildungsangebot
„Damit Denkmale im Wald erkannt und bei Forstbetriebsarbeiten mit ihnen angemessen und umsichtig umgegangen wird, hat ForstBW in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege zudem ein neues Fortbildungsangebot erarbeitet. ForstBW-Beschäftigte und interessierte Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer werden speziell von Fachleuten geschult“, sagte der Minister abschließend.
Baden-Württemberg ist auf einer Fläche von rund 1,4 Mio. ha und zu 39 % von Wald bedeckt. Eine systematische Erhebung der Waldfunktionen findet in Baden-Württemberg seit 1975 statt. Sie erfolgt über alle Waldbesitzarten. Die Waldfunktionenkarte wird seit 2004 digital geführt. Sie steht allen ForstBW-Betriebsteilen bei den Landkreisen über das forstliche Geoinformationssystem InFoGIS zur Verfügung. Träger öffentlicher Belange oder Planungsbüros können Geodaten der Waldfunktionenkartierung über die Webseite der Forstlichen Versuchs und Forschungsanstalt unter www.fva-bw.de beantragen.
MLR Baden-Württemberg

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