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Baden-Württemberg: Erster Kooperationsvertrag von NABU und ForstBW

Baden-Württemberg: Erster Kooperationsvertrag von NABU und ForstBW

Gemeinsam setzen sich Forst Baden-Württemberg und der Landesverband Baden-Württemberg des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) für Moorrenaturierungen in den Bodenmösern bei Isny im Allgäu ein.
Forstpräsident Martin Strittmatter und der NABU-Landesvorsitzende Andre Baumann haben jetzt eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, in der sie die Zusammenarbeit im Moorschutz im FFH-Gebiet Bodenmöser für die nächsten Jahre regeln.
In dem rund 600 ha großen Gebiet stehen im Rahmen des Projekts „Moore mit Stern“ umfangreiche Renaturierungsarbeiten an. Ziel ist es, die durch Torfabbau und historische Entwässerung zum Teil schwer geschädigten Flächen hydrologisch zu stabilisieren. Wichtigste Maßnahme ist dabei, alte Entwässerungsgräben zu verschließen und so das Wasser vor Ort zu halten. Um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen, ist eine enge Begleitung der Maßnahmen durch forstliche Arbeiten und Planungen wichtig.
„Der Schutz und die Förderung von Mooren gehört zu den wichtigsten Aufgaben im Natur- und Klimaschutz, für den sich natürlich auch ForstBW einsetzt“, sagt Martin Strittmatter. Zahlreiche Moorflächen in Baden-Württemberg sind bewaldet, Moorschutz im Staatswald ist ein Modul der Gesamtkonzeption Waldnaturschutz von ForstBW. Bereits in den vergangenen Jahren habe ForstBW auch in den Bodenmösern zahlreiche Waldmoore angekauft, so dass hier mit der Umsetzung von Renaturierungsmaßnahmen begonnen werden kann. Nach Möglichkeit sollen über dieses Projekt hinaus weitere Gebiete innerhalb und außerhalb der Bodenmöser gemeinsam bearbeitet werden. Erklärtes Ziel beider Partner ist es, Naturschutz und Forstwirtschaft langfristig aufeinander abzustimmen.
„ForstBW ist mit dem Waldnaturschutz auf einem guten Weg. Dieser erste Kooperationsvertrag zwischen ForstBW und NABU Baden-Württemberg ist ein weiterer wichtiger Baustein, um den Waldmoorschutz im Land weiter voranzubringen“, sagt Baumann. Hier könnten die Partner zudem wichtige Erfahrungen für künftige Projekte sammeln.
Gemeinsamer Fahrplan für die Bodenmöser
Der Kooperationsvertrag legt fest, wie die Partner zusammenarbeiten werden. Der NABU als Projektträger ist unter anderem verantwortlich für Planung und Umsetzung der Vorhaben sowie für das Monitoring. ForstBW stellt die betroffenen Flächen kostenneutral zur Verfügung und unterstützt Planung und Umsetzung fachlich und logistisch. Konkret heißt das zum Beispiel, dass Eingriffe in den Wasserhaushalt durch forstliche Maßnahmen begleitet werden. So gilt es etwa, Lösungen für stark entwässerte Niedermoorstandorte zu entwickeln, wo vielfach standortfremde Fichten wachsen.
„Die würden bei erhöhten Wasserständen absterben, womöglich käme dann der Borkenkäfer ins Gebiet“, erläutert Tom Kutter, Projektleiter beim NABU. „Hier werden wir gemeinsam überlegen, ob Neupflanzungen sinnvoll sind, um einen Wechsel vom Nadel- zum Laubwald zu erreichen und Arten wie die Erle wieder zu etablieren, die an hohe Wasserstände angepasst sind.“
Projekt „Moore mit Stern“ 
 
Gegenwärtig gibt es etwa 38.000 ha Moorfläche in Baden-Württemberg, vor allem im Allgäu und in Oberschwaben, auf der Baar, im Schwarzwald und am Oberrhein. Der NABU hat gemeinsam mit dem Ministerium für Ländlichen Raum (MLR) geeignete Flächen für das Projekt „Moore mit Stern“ ausgewählt. Zum Zuge kommen das Hinterzartener Moor und die Bodenmöser im Allgäu, weil die Renaturierung dort naturschutzfachlich besonders lohnend ist und die Flächen überwiegend der öffentlichen Hand gehören. Zudem kann dort die Umsetzung schnell starten, weil es bereits Ideen zur Renaturierung gab, auf denen der NABU nun aufbauen kann. Die Daimler AG finanziert das Projekt mit 920.000 €, verteilt auf mehrere Jahre. Ein Projektbeirat begleitet das Vorhaben.
Die Bodenmöser bei Isny im Allgäu umfassen rund 600 ha. Im Sommer 2014 wurde die Auswahl der sieben Schwerpunkträume abgeschlossen, so dass nun die konkrete Maßnahmenplanung starten kann. Derzeit laufen Objektplanung der Renaturierung und Kartierungen im gesamten Gelände parallel.
Das Hinterzartener Moor ist das größte zusammenhängende Moor des Südschwarzwaldes. Es umfasst rund 70 ha. Da das Moor früher zur Torfgewinnung vorgesehen war, wurde es mit Entwässerungsgräben durchzogen; doch Torf in nennenswertem Umfang wurde nie abgebaut. Dennoch ist der Schaden durch die Entwässerung groß. Diesen Schaden möchte der NABU nun reparieren.
NABU Baden-Württemberg

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