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Holztransport 46 t

Baden-Württemberg erlaubt 46 t Holztransport

Das Verkehrsministerium von Baden-Württemberg hat am 7. November 2018 eine weitreichende Ausnahmeregelung für den Transport von Kalamitätsholz erlassen.

Während derzeit in neun deutschen Bundesländern Tonnagen bis 44 t möglich sind, um den Folgen der Stürme und der nachfolgenden Borkenkäfervermehrung Herr zu werden, erlaubt  man hier sogar bis zu 46 t. Dieser hohe Grenzwert birgt jedoch auch gewisse Tücken: Während die technische Eignung für 44 t bei den meisten Holzzügen schon in den Fahrzeugpapieren enthalten sein dürfte, braucht man für die zusätzlichen zwei Tonnen in manchen Fällen schon eine eigene Bescheinigung oder gar eine Abnahme. Daneben können die Regierungspräsidien als zuständige Stelle für die Ausnahmegenehmigungen auch keine pauschalen Freibriefe mehr ausgeben wie in früheren Jahren. Die unteren Straßenverkehrsbehörden können zwar weiterhin Dauerfahrgenehmigungen auch für ganze Gebiete erstellen, nicht nur für einzelne Fahrtstrecken. Dazu gehört aber ein Anhörungsverfahren nach der Vvo zu §29 StVO mit einer Fahrtwege-Prüfung. Bei den Brücken beispielsweise halten schon einige die 46 t nicht mehr aus.

Gedacht ist die Regelung für den Kurzstreckentransport aus den (nicht näher definierten) Schadensgebieten zu zentralen Lagerplätzen oder den heimischen Sägewerken. Im Gegensatz zu ähnlichen Regelungen in Rheinland-Pfalz oder Hessen gibt es keinen Korridor für die Belieferung grenznaher Betriebe in Nachbarbundesländern. Das würde ohnehin nicht so richtig funktionieren, weil dort nur 44 t freigegeben wurden.

Bei den Sortimenten ist der Erlass des Ministeriums recht großzügig formuliert: Es können im Prinzip jegliche Hölzer, die im Zusammenhang mit Windwurf, Borkenkäfer oder Dürreschäden stehen, transportiert werden, auch wenn lediglich die Gefahr eines Schädlingsbefalls besteht.

Die Sonderregelung ist befristet bis zum 31.5.2019 – eine Verlängerung ist nicht vorgesehen.

 

H. Höllerl

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