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Baden-Württemberg: Erholung im Wald braucht lokale Kooperationen

Die Forstkammer Baden-Württemberg und der Schwarzwaldverein haben sich am 9. Juli in Freiburg über zukünftige Kooperationsmöglichkeiten zwischen Erholungsnutzern und Eigentümern für ein faires Miteinander im Wald ausgetauscht.„Für viele Eigentümer hat der Wald eine wichtige Einkommensfunktion. Die stete Zunahme der Erholungsnutzungen in unseren Wirtschaftswäldern, vom klassischen Wandern, über das Mountainbiken, Trailrunning oder Spazierengehen und Schneeschuhwandern bis hin zum Geocaching bringen dabei neue Herausforderungen“, so Roland Burger, Präsident der Forstkammer.

Beide Organisationen kamen zu dem Ergebnis, dass der zunehmende Druck auf die Erholungslandschaft – insbesondere in der Nähe von Ballungsräumen – besser organisiert werden muss. Mirko Bastian, Hauptgeschäftsführer im Schwarzwaldverein, appelliert zudem an die Waldbesucher, sich gegenseitig besser zu verstehen: „Letztlich wollen wir doch alle an der frischen Luft sein, die Natur genießen oder uns sportlich betätigen“. In vielen Orten gibt es auf lokaler Ebene bereits Gespräche zwischen den Akteuren.
Sowohl der Schwarzwaldverein, als auch die Forstkammer engagieren sich im Forum „Erholung im Wald“, welches durch das Ministerium für ländlichen Raum ins Leben gerufen wurde. Beide Verbände bedauern außerdem, dass häufig vor allem negative Extrembeispiele wie Selbstjustiz gegen Radfahrer oder Reiter im Vordergrund der Debatte stehen: „Gewalt gegen Erholungsnutzer verurteilen wir in aller Deutlichkeit. Umso wichtiger ist es, durch lokale Initiativen zu demonstrieren, wie Konfliktpotentiale im offenen und konstruktiven Umgang miteinander zu gemeinsamen Lösungen führen“, betonten sowohl Bastian als auch Burger. Eine Änderung der gesetzlichen Regelungen halten sowohl der Schwarzwaldverein als auch die Forstkammer derzeit nicht für sinnvoll.
Beide Vereine wollen sich auch zukünftig dafür einsetzen, dass Erholung im Wald für alle Beteiligten ein positives Erlebnis ist. „Wir freuen uns über das Interesse und die Freude am Wald in der Bevölkerung, jedoch darf nicht vergessen werden, dass der Erholungswert der Wälder das Ergebnis der nachhaltigen Bewirtschaftung der Waldeigentümer ist“, fasste Burger zusammen. Hans-Martin Stübler, Forstpräsident a.D. und ehemaliger Vizepräsident des Schwarzwaldvereins betonte, dass die Besonderheit und der Wert der Kulturlandschaft im Schwarzwald unbedingt erhalten werden muss: „Bisher war im Schwarzwald immer ausreichend Entwicklungsraum für Mensch und Natur gleichermaßen. Gemeinsam setzen wir uns dafür ein, dass dies auch zukünftig so bleibt.“
Forstkammer Baden-Württemberg, Schwarzwaldverein

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