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Baden-Württemberg: Coaching für sichere Waldarbeit

Baden-Württemberg: Coaching für sichere Waldarbeit

Ein wichtiger Baustein für mehr Sicherheit im Wald ist ein Sicherheitscoaching für Waldarbeiterinnen und Waldarbeiter. Forstminister Alexander Bonde hat sich über die praktische Umsetzung beim Besuch einer Waldarbeitergruppe im Staatswald Esslingen informiert (28.1.2016).

Die Waldarbeit zählt zu den gefährlichsten Arbeitsplätzen in Deutschland – gerade durch die Holzernte mit der Motorsäge. Dies spiegelt sich in schweren, in seltenen Fällen auch tödlichen, Arbeitsunfällen wieder. Leider ist das Unfallgeschehen im Staatswald Baden-Württemberg im bundesweiten Vergleich sehr hoch.
Mit einer Partnerschaft für sichere Waldarbeit im Staatswald Baden-Württemberg zwischen Land, Städtetag und Landkreistag soll das gemeinsame Ziel erreicht werden, die Arbeitssicherheit laufend zu verbessern und die Unfallzahlen beständig zu reduzieren.
„Jeder Arbeitsunfall ist einer zu viel. Die Gesundheit und Arbeitssicherheit unserer Waldarbeiterinnen und -arbeiter stehen im Mittelpunkt. Die gilt gerade auch für die Holzernte. Die aktuellen Unfallzahlen in der Waldarbeit sind trotz erheblicher Investitionen leider immer noch viel zu hoch. Es ist daher unser Ziel, die Sicherheit bei der Waldarbeit in Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit den Stadt- und Landkreisen deutlich zu steigern“, sagte Forstminister Alexander Bonde in Lichtenwald (Landkreis Esslingen) beim Besuch einer Waldarbeitergruppe. Deshalb würden das Land und die Kreise mit ihrer Partnerschaft für sichere Waldarbeit gemeinsam daran arbeiten, dieses Ziel zu erreichen.
Partnerschaft für sichere Waldarbeit soll Unfallzahlen im Wald senken
Mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket für die Waldarbeiterinnen und Waldarbeiter wollen das Land und die Kreise gezielt mehr Sicherheit in den Wald bringen. „In den vergangenen drei Jahren hat ForstBW insgesamt rund zehn Millionen Euro für Sicherheitstechnik investiert – vom Funkgerät mit Headset bis zu hydraulischen Fällkeilen und modernen Schleppern. Durch die Partnerschaft für sichere Waldarbeit werden nun jährlich etwa vier Millionen Euro eingesetzt – schwerpunktmäßig für Schulungen“, sagte Bonde.
In regelmäßigen Abständen sollen die Waldarbeiterinnen und Waldarbeiter durch speziell geschulte Sicherheitscoaches bei ihrer Arbeit begleitet werden. Sicherheitsmängel, die sich in die Arbeitsabläufe eingeschlichen haben, würden so aufgedeckt und künftig vermieden. Ebenfalls geplant seien Schulungen für Führungskräfte, so der Minister.
Mit der Partnerschaft für sichere Waldarbeit werde die Arbeitssicherheit als vordringliches Betriebsziel verankert. „Damit bringen wir den im Wald beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Wertschätzung für ihre wichtige und anspruchsvolle Aufgabe entgegen“, betonte Bonde abschließend.
Das Fortbildungspaket zur Verbesserung der Arbeitssicherheit im Staatswald sieht folgende Maßnahmen vor:
•  Ein Sicherheitscoaching mit ausgebildeten Spezialisten fördert bei Besuchen vor Ort das sicherheitsbewusste Arbeiten und hilft Flüchtigkeitsfehler zu vermeiden.
•  Verpflichtende Führungskräfte-Schulungen vermitteln die konsequente Umsetzung der erforderlichen Arbeitsschutzmaßnahmen.
•  Regelmäßige Pflichtfortbildungen für alle Beschäftigten im Wald trainieren aktuelle Arbeitstechniken und ergonomische Arbeitsweisen.
•  In Workshops auf Kreisebene entwickeln die Beschäftigten der unteren Forstbehörden konkrete Verbesserungspotenziale für die Arbeit vor Ort.
•  Ein professionell geleitetes Training verbessert die Fitness und beugt langfristig Gesundheitsschäden durch falsche Belastung vor.
 
Holzernte ist ein wichtiges Element einer nachhaltigen Forstwirtschaft.
Im Staatswald von Baden-Württemberg werden jährlich rund 2 Mio. Fm Holz geerntet. Gerade in naturnahen Wäldern, die in Baden-Württemberg häufig vorkommen, kann dies nicht ausschließlich durch Maschinen erfolgen. Ältere, dicke Bäume müssen in der Regel von Waldarbeitern mit der Motorsäge gefällt werden. Dies gilt auch für Bestände in Hanglagen, die nicht befahren werden können. Zusätzlich ist im Staatswald Baden-Württemberg, zum Schutz der Waldböden, nur eine Befahrung auf Rückegassen im Abstand von 40 m erlaubt. Auch dies erhöht den Anteil der Holzernte der ohne Maschinen erfolgen muss, da diese nur einen Bereich von 10 m neben der Fahrlinie bearbeiten können.

 
 

Zur Broschüre von ForstBW

 
MLR Baden-Württemberg

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