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Baden-Württemberg: Auftakt für Arbeitskreise zu möglichem Nationalpark Nordschwarzwald

Die Auftaktveranstaltung zu den Regionalen Arbeitsgruppen für einen möglichen Nationalpark Nordschwarzwald fand am 16.5.2012 in Calw statt.

In den Regionalen Arbeitskreisen werden örtliche Experten sieben verschiedene Themenfelder rund um einen möglichen Nationalpark im Nordschwarzwald beraten – von der Regionalentwicklung über Naturschutz, Borkenkäfer und Auerhuhn bis hin zum Tourismus. „Dadurch binden wir das Fachwissen aus der Region in die Bewertung durch das im März vergebene Gutachten ein. Das ist ein weiterer Schritt, mit dem deutlich wird, dass über einen möglichen Nationalpark nicht über die Köpfe der Region hinweg entschieden wird“, sagte der Amtschef im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Ministerialdirektor Wolfgang Reimer bei der gemeinsamen Auftaktveranstaltung. Ziel sei es vorrangig, die Erstellung des unabhängigen Nationalpark-Gutachtens zu unterstützen. Dieses Gutachten war Ende März an die Beratungsgesellschaften PricewaterhouseCoopers und Ö:Konzept vergeben worden.
 
Es ist ein mehrstufiges Konzept vorgesehen. Neben der Arbeit der Experten in den Regionalen Arbeitsgruppen besteht für alle Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, die Zwischenergebnisse und Sitzungsprotokolle auf einer neuen Internetplattform zum Nationalpark einzusehen und zu kommentieren: www.nordschwarzwald-nationalpark.de
 
Nach Abschluss der Arbeiten der Regionalen Arbeitskreise und der Vorlage des Gutachtens Ende 2012 würden die Ergebnisse erneut breit mit den Bürgerinnen und Bürgern in der Region diskutiert, kündigte Reimer an.
 
Für alle konkreten Fragen rund um den möglichen Nationalpark gibt es ein Infotelefon: 0800-7234 000 (kostenlos für Anrufe aus dem deutschen Festnetz und von inländischen Mobilfunknummern). Hier stehen Experten montags und mittwochs von 10 bis 14 Uhr und donnerstags von 14 bis 18 Uhr Rede und Antwort.
 
Die Mitglieder der Regionalen Arbeitskreise wurden in Abstimmung und gemeinsam mit den gewählten Vertretern der Region benannt. Die Experten vor Ort befassen sich in sieben Regionalen Arbeitskreisen mit folgenden Themen: Waldumbau und Borkenkäfer, Wildtiermanagement, Auerhuhn, Infrastruktur, Naturschutz, Tourismus, Naturpark.

Die Besetzung der Regionalen Arbeitskreise erfolgte nach den Kriterien Fachkompetenz und Kenntnis der Region, die persönliche Einstellung Pro oder Contra Nationalpark spielte dabei keine Rolle. Die Teilnehmerlisten werden ebenso wie die Inhalte und Ergebnisse der Treffen im Internet unter www.nordschwarzwald-nationalpark.de veröffentlicht. Es ist geplant, dass sich die Regionalen Arbeitskreise bis zum Herbst 2012 jeweils zu vier Arbeitssitzungen treffen.
 
Das unabhängige Gutachten Nationalpark Nordschwarzwald (Gutachten zur Klärung der Auswirkungen eines möglichen Nationalparks im Nordschwarzwald), das derzeit erstellt wird, teilt sich insgesamt in vier Module auf. Hier wird es Aufgabe der renommierten internationalen Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers sein, die Teilbereiche zu koordinieren und zu einem Gesamtgutachten zu bündeln. Die Gesamtstudie soll Ende des Jahres 2012 vorliegen. PricewaterhouseCoopers und Kohl&Partner (Tourismusagentur) werden darüber hinaus die sozioökonomischen Auswirkungen eines Nationalparks im Nordschwarzwald untersuchen. Wichtige Themen sind dabei die Auswirkungen auf den Tourismus und die unmittelbaren und mittelbaren lokalen, regionalen und überregionalen Folgen für Industrie, Handel und Gewerbe, insbesondere auch die Auswirkungen auf die holzbe- und verarbeitende Industrie. In zwei weiteren Teilen werden die Auswirkungen auf die Forstwirtschaft sowie auf die Biodiversität und Umwelt durch Ö:Konzept aus Freiburg, in Zusammenarbeit mit zahlreichen wissenschaftlichen Instituten, bearbeitet.

Staatsministerium Baden-Württemberg

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