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Baden-Württemberg: Alpenbock als Beispiel für erfolgreichen Waldnaturschutz

Baden-Württemberg: Alpenbock als Beispiel für erfolgreichen Waldnaturschutz

Baden-Württemberg trägt Verantwortung für seine wertvollen Wälder, deren natürliche Vielfalt, die zahlreichen seltenen oder bedrohten waldbewohnenden Tier- und Pflanzenarten sowie deren Lebensräume.
 
Gesamtkonzeption Waldnaturschutz 
Um die kostbaren Naturressourcen unserer Wälder besser zu schützen, soll mit der Gesamtkonzeption Waldnaturschutz ForstBW ein umfassendes Instrument für den Naturschutz in den Baden-Württembergischen Staatswäldern entstehen. Der Landesbetrieb ForstBW vereint ökologische, soziale und ökonomische Zielsetzungen und setzt sich aktiv für einen Schutz von Tieren und Pflanzen im Wald sein. Sichtbar wird dies unter anderem mit spezifischen Artenschutzprogrammen vor Ort.
Ein Beispiel dafür ist der besonders geschützte Alpenbock (Rosalia alpina). Der auffällige, blau-schwarze Käfer hat seinen Verbreitungsschwerpunkt in Baden-Württemberg am Albtrauf.
 
„Wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass der Wald ein wertvoller Lebensraum für viele geschützte Tiere und Pflanzen bleibt – und somit auch unsere Kinder, Enkel und Urenkel die Wälder als artenreiche Erholungsräume erleben können. Dies gelingt uns mit einer zukunftsfähigen Forstwirtschaft, die unterschiedliche Ziele und Interessen unter einen Hut bringt. Moderne Forstwirtschaft ist Daseinsvorsorge im besten Sinne – sie kann dazu beitragen unseren Wald zu sichern“, sagte der baden-württembergische Forstminister, Alexander Bonde, am 29. Juli bei einem Vor-Ort-Termin im Staatswald in St. Johann (Landkreis Reutlingen).
Das Beispiel Alpenbock

„Der Alpenbock ist ein gutes Beispiel dafür, wie die naturnahe und nachhaltige Forstwirtschaft die Belange des Artenschutzes berücksichtigt. Durch ein abgestimmtes Konzept von Schutzgebieten, Habitatpflege, waldbaulichen Maßnahmen und organisatorischen Regelungen ist es gelungen den Bestand dieser faszinierenden Käferart am Albtrauf zu stabilisieren“, ergänzte der Minister. Dabei würden die konzeptionellen Maßnahmen des Landes wie der Aktionsplan biologische Vielfalt und die Gesamtkonzeption Waldnaturschutz vor Ort vernetzt und hervorragende umgesetzt, so der Minister weiter.
Die Ausweisung des Biosphärengebietes Schwäbische Alb habe sich ebenfalls positiv auf die Bestandsentwicklung des Alpenbocks ausgewirkt. „Unser Dank gilt dabei allen engagierten Menschen vor Ort. Der Landkreis Reutlingen hat im 111-Artenkorb die Patenschaft für den Alpenbock übernommen – dabei wird er von Ehrenamtlichen, dem Landesbetrieb ForstBW und dem Biosphärengebiets unterstützt. Diese Kooperation zeigt, dass wir im Schulterschluss aller Beteiligten beim Artenschutz viel erreichen können“, betonte Bonde abschließend.
Ausbreitung der Alpenbockvorkommen festgestellt
Ein Verbreitungsschwerpunkt des Alpenbocks (Rosalia alpina) innerhalb Deutschlands und Baden-Württemberg liegt im Landkreis Reutlingen. Am Albtrauf zwischen Reutlingen und Bad Urach findet sich ein zusammenhängendes Verbreitungsgebiet. Die Forstverwaltung ergreift bereits seit Jahrzehnten Maßnahmen zur Erhaltung des Alpenbocks.
Bei der Ausweisung des Biosphärengebiets Schwäbisch Alb im Jahr 2008 wurden im Bereich des Albtraufs Kernzonen in Waldflächen ausgewiesen, die zahlreiche Lebensstätten des Alpenbocks aufweisen. Im Rahmen des Alt- und Totholzkonzepts werden seit 2010 durch ForstBW Habitat-Baumgruppen sowie Waldrefugien unter Berücksichtigung der Alpenbockvorkommen ausgewiesen. Im Jahr 2011 übernahm der Landkreis Reutlingen für den Alpenbock im Rahmen des 111-Artenkorbs besondere Verantwortung und hat seitdem zusammen mit Umweltbildungszentrum Listhof und Biosphärengebiet Schwäbische Alb verschiedene Maßnahmen zur Erhaltung des Alpenbocks durchgeführt.
Derzeit werden Managementpläne für die Natura-2000-Gebiete am Albtrauf mit großflächigen Buchenmischwäldern erstellt. Im Rahmen der Artkartierungen wurde eine Ausbreitung der Alpenbockvorkommen festgestellt.
MLR Baden-Württemberg

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