Waldschutz

Auwälder schützen vor Hochwasserspitzen

Bearbeitet von Mirjam Kronschnabl-Ritz

Nur mit der Natur und nicht gegen sie wird es gelingen, die Wetterextreme abzuschwächen. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) e. V. fordert deshalb, die natürlichen Komponenten einer Hochwasserpolitik nicht zu vergessen.

Auwälder als Überflutungsflächen entlang von Bächen und Flüssen sind in der Vergangenheit in Deutschland stark zerstört und zurückgedrängt worden. Nur noch 10 % der Auen sind laut Bundesamt für Naturschutz in einem naturnahen Zustand, zwei Drittel wurden vollständig zerstört.

Auwälder fungieren wie ein Schwamm

„Dabei gehören Auen zu den wertvollsten Ökosystemen, da sie neben Hochwasserschutz viele Aufgaben wie Trinkwasserversorgung oder Artenvielfalt für die Gesellschaft übernehmen“, erklärt SDW-Bundesgeschäftsführer Christoph Rullmann das Engagement für den verstärkten Aufbau von Auewäldern, „Auen können in Hochwasserperioden das Wasser wie ein Schwamm festhalten und in Trockenzeiten das schnelle Austrocknen der Flächen verhindern.“

Mensch muss Verzicht üben können

Dafür muss den Flüssen wieder mehr Raum gegeben und die fortschreitende Flächenversiegelung von täglich 56 ha reduziert werden. Flankierend müssen die Entwässerungsgräben in Wald und Landschaft zurück gebaut werden. Der Mensch muss im Gegenzug lernen, auf Flächen zu verzichten, die er bisher selbstverständlich für sich in Anspruch genommen hat. Aktuell werden u. a. als Folge des Elbehochwassers Auewälder an der unteren Mittelelbe renaturiert. Solche Beispiele können als Hilfe und Vorbild für Maßnahmen an vielen Bächen und Flüssen dienen. Dazu muss die der Bundesregierung überprüft und um konkrete Maßnahmen zum Hochwasserschutz ergänzt werden. Dafür ist eine gemeinsame Initiative von Bund und Ländern notwendig.

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Quelle: SDW