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Landrat Florian Wiedemann und Landtagsabgeordneter Martin Schöffel gratulieren dem Team des Forstbetriebs Fichtelberg, vertreten durch den Forstbetriebsleiter Winfried Pfahler, Revierleiter Peter Schöffel und stellv. Leiter Martin Hertel, zur Auszeichnung der Renaturierungsmaßnahmen auf der Königsheide als offizielles Projekt zur UN-Dekade „Biologische Vielfalt“

Auszeichnung für Naturschutzprojekt im Forstbetrieb Fichtelberg

Der Forstbetrieb Fichtelberg bei Goldkronach in Franken wurde ausgezeichnet. Grund sind die andauernden Bemühungen um den Schutz, die Erhaltung und die Wiederherstellung der Feucht- und Moorflächen auf der Königsheide. Das dort umgesetzte Projekt zur Renaturierung der Moore ist ein Beitrag der Bayerischen Staatsforsten (BaySF) zur UN-Dekade „Biologische Vielfalt“.

Die Vereinten Nationen (UN) hatten die Weltöffentlichkeit dazu aufgerufen, sich für die biologische Vielfalt einzusetzen. Auslöser war der kontinuierliche Rückgang der Biodiversität weltweit. Projekte, die sich in besonderer Weise für die Erhaltung der Vielfalt einsetzen, werden dafür besonders geehrt.

„Wilder“ Zustand ist beabsichtigt

Geheimnisvoll gluckert es unter den Füßen. Der Boden ist weich und nass. Statt eines dichten Bestands von hoch aufragenden Bäumen stehen nur wenige niedrige Fichten, Kiefern und Birken in weitem Abstand auf der Fläche. Dazwischen feuchte Moospolster und kleine wassergefüllte Tümpel. Was auf den ersten Blick wie ein unordentlicher Wald aussieht, hat dem Forstbetrieb Fichtelberg jetzt eine Auszeichnung eingebracht. Denn die Unordnung, der „wilde“ Zustand ist durchaus beabsichtigt und durch aktive Maßnahmen des Forstbetriebs bewusst herbeigeführt.

Auftrag, die biologische Vielfalt zu verbessern

„Die Bayerischen Staatsforsten haben ihren Auftrag zur Verbesserung der biologischen Vielfalt angenommen und vorbildlich umgesetzt, wie dieses Projekt hier auf der Königsheide zeigt“ lobte Landtagsabgeordneter Martin Schöffel die Maßnahmen des Forstbetriebs Fichtelberg auf der Königsheide. Bei der Übergabe der Urkunde und des symbolischen Preises in Form eines hölzernen Baumes konnte sich Martin Schöffel gemeinsam mit Landrat Florian Wiedenmann, den Bürgermeistern der anliegenden Gemeinden und Vertretern der Naturschutzbehörden selbst einen Eindruck vom Erfolg der Maßnahmen auf dem Höhenrücken zwischen Goldkronach und Warmensteinach verschaffen.

Schaffung natürlicher Lebensräume

Seit mehr als zehn Jahren lassen die BaySF hier ehemalige Entwässerungsgräben verschließen, legen kleine Tümpel an und bauen Unterschlupfmöglichkeiten für Amphibien und Reptilien. Alles um möglichst vielfältige, natürliche Lebensräume zu schaffen und zu erhalten.

„Wir versprechen, nicht nachzulassen und uns auch weiterhin um Schutz und Erhaltung der uns anvertrauten Moorflächen zu kümmern“ versprach Winfried Pfahler, der die Auszeichnung stellvertretend für seine Mitarbeiter entgegennahm. „Der Schutz der Natur ist für meine Mitarbeiter und mich eine echte Herzensangelegenheit.“

Zusammenarbeit unterschiedlicher Institutionen

Auf einer Fläche von fast 40 ha – das entspricht gut 50 Fußballfeldern – entstand auf der Königsheide ein Mosaik aus Feucht- und Trockenflächen, offenen Gewässern, trockenen Standorten, Moorflächen, Totholz, Heidelbeerbüschen. Ein idealer Lebensraum für viele seltene Arten, wie die Große Moosjunger, eine Libellenart, oder den Sonnentau, eine fleischfressende Pflanze. Auch Auerhuhn und Schwarzstorch fühlen sich hier wohl. Daneben dienen diese Flächen auch zum Hochwasserschutz und binden große Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid. Das Projekt ist gleichzeitig ein Beispiel für die gute Zusammenarbeit unterschiedlicher Gruppen und Organisationen, wie Winfried Pfahler, der Leiter des Forstbetriebs, betonte: der Landesbund für Vogelschutz brachte sich dabei ein, ebenso beteiligten sich das Bergwaldprojekt und der Fichtelgebirgsverein. Finanzielle Unterstützung kamen vom Umweltministerium und vom Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten in Bayreuth.

 

Sonnentau, eine typische Moorpflanze auf der Königsheide, ernährt sich zum Teil von Insekten, die an den Blättern festkleben
Sonnentau, eine typische Moorpflanze auf der Königsheide, ernährt sich zum Teil von Insekten, die an den Blättern festkleben Foto: BaySF/ M. Hertel

Quelle: BaySF

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