Holzindustrie, -verbände

AustroCel Hallein liefert fortschrittliches Bio-Ethanol an OMV

Mit der ersten erfolgreichen Probelieferung von fortschrittlichem Bio-Ethanol starten die OMV, das integrierte, internationale Öl-, Gas- und Petrochemieunternehmen mit Sitz in Wien, und die AustroCel Hallein GmbH ihre langfristige Kooperation. Die Halleiner Bio-Ethanol-Anlage hat eine jährliche Kapazität von bis zu 35 Mio. l und ist damit die weltweit größte Bio-Ethanol-Anlage auf Holzbasis.

Im ersten Jahr wird AustroCel Hallein monatlich bereits über 1,5 Mio. l Bio-Ethanol der zweiten Generation an die OMV liefern. Die Kooperationspartner leisten so einen Beitrag zum Klimaschutz. „In Hallein läuft nun Österreichs erste Anlage zur Herstellung von Bio-Ethanol der zweiten Generation und wir starten unsere zukunftsweisende Kooperation mit der OMV. Mit unserem fortschrittlichen Bio-Kraftstoff gehen wir verantwortungsvoll mit unseren Ressourcen um und helfen, fossile Brennstoffe zu sparen. Wir werden unsere langfristige Strategie der ‚Green AustroCel‘ weiterführen und Nachhaltigkeit und wirtschaftlichen Erfolg verbinden“, erklärte Jörg Harbring, CEO AustroCel Hallein.

Bio-Ethanol auf Holzzucker

Bio-Ethanol aus Hallein wird ausschließlich auf Basis von zellulosischen Reststoffen hergestellt und gilt als besonders umweltfreundlich, da keine Futter- oder Nahrungsmittel verwendet werden. Das Bio-Ethanol wird aus Holzzucker gewonnen, der bei der Zellstoffherstellung anfällt und dann fermentiert und destilliert wird. Mit dieser nachhaltigen Basis zählt das Bio-Ethanol der AustroCel Hallein zur Kategorie der „fortschrittlichen Biokraftstoffe“. So kann es in Zukunft Benzinkraftstoffen beigemengt werden. Durch den Ersatz von fossilem Brennstoff werden pro Jahr rund 45.000 t CO2 eingespart. Das Produkt wird so einen Beitrag zur Reduktion der CO2-Intensität des OMV Produktportfolios liefern und die OMV Nachhaltigkeitsziele 2025 unterstützen.

Thomas Gangl, OMV Vorstandsmitglied und verantwortlich für den Bereich Refining & Petrochemical Operations: „Wir freuen uns mit AustroCel einen zuverlässigen Partner gefunden zu haben und sind stolz auf den Start unserer Kooperation, mit der wir die Versorgung von Biokraftstoffen in Österreich weiter sicherstellen. Mit dem Einsatz eines fortschrittlichen Biokraftstoffs der zweiten Generation kann die OMV einen wertvollen Beitrag leisten, um die Erfüllung der internationalen Klimaziele zu unterstützen.“

Die AustroCel GmbH hat in die neue Bio-Ethanol-Anlage am Betriebsgelände in Hallein rund 42 Mio. € investiert und Arbeitsplätze für zusätzliche 10 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geschaffen. „Trotz der Herausforderungen der aktuellen Situation konnten wir mit höchsten Sicherheitsstandards über die gesamte Umsetzungszeit des Projekts unseren Zeit- und Kostenplan einhalten. Unser Team und unsere Partner haben Großartiges geleistet. Die Anlage ist fertig und erfolgreich in den Probebetrieb gestartet“, erklärte Franz Dieterich, Leiter Projektmanagement bei AustroCel.

Im Januar 2021 wird der Vollbetrieb aufgenommen und die regelmäßigen Lieferungen von Bio-Ethanol an die OMV starten.

Hintergrundinformation zu Biokraftstoffen

In der EU regelt eine Reihe von Richtlinien den Einsatz von Biokraftstoffen. Mit der EU-Richtlinie 2009/28/EG „Erneuerbare-Energien-Richtlinie“ (Renewable Energy Directive, RED) aus 2009 wurden verbindliche Ziele gesetzt: 20 % des Endenergieverbrauchs aus erneuerbaren Energien sowie ein Mindestanteil von 10 % erneuerbarer Energien im Verkehrssektor (Strom, Wärme und Verkehr). Im Dezember 2018 folgte die „Erneuerbare-Energien-Richtlinie II“ (EU 2018/2001, bzw. RED II), die ein verbindliches Ziel von 32 % erneuerbarer Energien für die EU in 2030 sowie 14 % für erneuerbare Energien im Verkehrssektor bis 2030 festlegte. Ebenso wurde ein ansteigendes Ziel für fortschrittliche Biokraftstoffe (zweite Generation) festgesetzt. Die Höhe des Ziels liegt in 2021 bei 0,2 %, steigt 2025 auf 1 % und 2030 auf 3,5 % an. Herkömmliche Biokraftstoffe (erste Generation) sind bis zu 7 % zugelassen.

Quelle: OMV Aktiengesellschaft