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Ausstellungseröffnung: Waldforschung und Waldvisionäre in Brandenburg

Ausstellungseröffnung: Waldforschung und Waldvisionäre in Brandenburg

Die Ausstellung „Waldforschung und Waldvisionäre in Brandenburg“ ist am 9. Oktober 2011 im Naturkundemuseum Potsdam von Dr. Detlef Knuth, Direktor des Naturkundemuseums Potsdam, und Prof. Dr. Klaus Höppner, Leiter des Landeskompetenzzentrums Forst Eberswalde (LFE), eröffnet worden. 180 Jahre Forstwissenschaften am Standort Eberswalde und der 150. Geburtstag des Mediziners und Waldvisionärs Geheimrat Prof. Dr. August Bier sowie das Internationale Jahr der Wälder 2011 sind Anlass, die Geschichte des deutschen Waldes und die Entwicklung der Forstwissenschaften im Land Brandenburg zu reflektieren.

Dr. Detlef Knuth spannte in seiner Eröffnungsrede den Bogen von der globalen Bedeutung der Wälder für die Sicherung der biologischen Vielfalt und für den Klimaschutz über die Rolle des Waldes in Deutschland bis hin zur regionalen Wertschätzung im Land Brandenburg. Mit der Ausstellung soll gezeigt werden, dass dem Wald jederzeit eine hohe Aufmerksamkeit zu schenken ist. Die Präsentation besteht vorrangig aus Text- und Bildtafeln und gliedert sich in drei Teile. Der erste Teil beschäftigt sich mit der Geschichte des Waldes in Deutschland und 180 Jahre Waldforschung am Standort Eberswalde. Der zweite Teil richtet den Fokus auf den 150. Geburtstag des Chirurgen Prof. Dr. August Bier, der 1912 das Gut Sauen erworben hat um hier am Modell eines Waldes sein heraklitisches Experiment zu starten (Heraklit: Alles fließt; Gegensätze fügen sich zur Harmonie). Heute wird dieser Wald von der Stiftung August Bier für Ökologie und Medizin bewirtschaftet. Prof. Dr. C. A. Baldamus, Vorsitzender der Stiftung und Nachfahre von August Bier, nahm an der feierlichen Ausstellungseröffnung im Naturkundemuseum Potsdam teil. Im Mittelpunkt des dritten Teils der Präsentation steht das „Wissenschaftsschaufenster“, unter anderem mit Informationsmaterialien zur aktuellen Bedeutung und zukünftigen Entwicklung des Waldes im Land Brandenburg. Hier haben Besucher auch die Möglichkeit, ihre Meinung oder Fragen zu hinterlassen.

 
Prof. Dr. Klaus Höppner erhofft sich von der gemeinsamen Ausstellung den Beginn einer gedeihlichen weiteren Zusammenarbeit zwischen dem Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde und dem Naturkundemuseum in der Landeshauptstadt Potsdam. Höppner verlas das Grußwort des Ministers für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg, Jörg Vogelsänger. Die Herausforderungen der Zukunft an Wald und Gesellschaft seien nicht annähernd absehbar. Unverrückbar bleibe jedoch weiterhin, heißt es in dem Grußwort, dass der Wald mit all seinen Vorteilswirkungen auch weiterhin eine unserer wichtigsten Lebensgrundlagen darstellt. „Seine Existenzsicherung und nachhaltige Behandlung sind deshalb prioritär und bedürfen auch in Zukunft effizienter wissenschaftlicher Vorlaufleistungen.“ In wenigen Wochen werde der Öffentlichkeit das Brandenburger Waldprogramm 2011 vorgestellt, in dem neben grundsätzlichen Aussagen zur Waldforschung Eberswalde „als unser forstliches Kompetenzzentrum“ bezeichnet werde.

Dr. Matthias Noack vom LFE vermittelte vor den mehr als 50 Interessenten an der Ausstellungseröffnung in seinem Vortrag „Waldforschung in Eberswalde – vom Kiefernforst zum Zukunftswald“ einen prägnanten Einblick in die Verflechtungen gesellschaftlicher und forstlicher Ansprüche an den Wald seit dem 18. Jahrhundert. Die Eberswalder Lehre vom Dauerwald begründete, so Noack, die Ganzheitsbetrachtung des Waldes auf ökologischer Grundlage. Heute stellen sich die Experten des LFE praxis- und problemlösungsorientiert den Herausforderungen der Waldzukunft und damit bestmöglich „in den Dienst am Wald und für den Bürger“. Einen aktuellen Schwerpunkt bilden dabei die im Klimawandel begründeten Veränderungen der Wälder und Forsten.

Die Ausstellung „Waldforschung und Waldvisionäre in Brandenburg“ ist bis zum 20.4.2012 im Naturkundemuseum Postdam, Breite Straße 13, zu erleben. Für den 17.11.2011 wird zu der Veranstaltung „August Bier – Chirurg und Waldvisionär“ eingeladen (Beginn 19 Uhr), Referent ist Dr. Matthias Noack vom  Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde.
 

Stephan Loboda

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