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Vom 23. April bis 24. Mai 2018 ist die Ausstellung „Moor, Klimaschutz und Paludikultur“ im Foyer des Bundesamtes für Naturschutz in Bonn zu sehen.

Ausstellung über Moore im Bundesamt für Naturschutz

Laut einer Pressemitteilung des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) in Bonn ist vom 23. April bis 24. Mai 2018 die Wanderausstellung „Moor, Klimaschutz und Paludikultur“ des Greifswalder Moor Centrums im Foyer des BfN zu sehen.

Weltweit nehmen Moore nur drei Prozent der Landfläche ein, aber sie sind bedeutend für den Klimaschutz. Sie speichern in ihren Torfen mit 500 gt zweimal mehr CO2 als die gesamte Biomasse aller Wälder der Erde. Nasse und wiedervernässte Moore erbringen zahlreiche ökologische Leistungen für die Gesellschaft, beispielsweise den Rückhalt von Nähr- und Schadstoffen, Klimaschutz durch Torferhalt, die Regulierung des Lokalklimas sowie des Wasserhaushalts und im Falle ihrer Bewirtschaftung die Produktion von Futter und Rohstoffen. Eine solche nasse, torf- und klimaschonende Bewirtschaftung von Mooren wird als Paludikultur bezeichnet.

Die Moore in Deutschland sind gefährdet

Prof. Beate Jessel, Präsidentin des BfN, erklärt: „ Leider steht es um die Moore in Deutschland nicht besonders gut. Das zeigt die aktuelle Rote Liste gefährdeter Biotoptypen Deutschlands: So sind zum Beispiel naturnahe Hoch- und Niedermoore, aber auch natürliche und naturnahe Moorgewässer von vollständiger Vernichtung bedroht. Deshalb ist es offensichtlich, dass dem Erhalt und auch der Entwicklung von Mooren eine sehr große Bedeutung zukommen muss.“ Dabei müssten Erhalt und Entwicklung Hand in Hand gehen. Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Joosten, Leiter der Arbeitsgruppe Moor- und Paläoökologie, ergänzt: „Wir werden Moore nur schützen können, wenn wir ihre immense Bedeutung für die Menschheit ersichtlich machen. Wir müssen unseren Blick stärker auf Moore richten. Wir müssen erhalten, was noch intakt ist und wir müssen wiederherstellen was wir zerstört haben. Moore müssen nass sein. Für das Moor, für die Menschen, für das Klima, für immer.“ Das Greifswald Moor Centrum hat die Ausstellung im Rahmen des Projekts MoorDialog erarbeitet, das durch die Nationale Klimaschutzinitiative der Bundesregierung gefördert wird.

Hintergrund

Das Greifswald Moor Centrum bündelt Expertise über Moore von der Arktis bis nach Feuerland, vom Pollenkorn bis zum transkontinentalen Zugweg von Moorvögeln, vom Bürgerforum bis zur Klimakonferenz. Es ist die Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Politik in allen Moorfragen lokal und weltweit. Den Deutschen Moorschutzdialog – Impulse für Klimaschutz, Biodiversität und nachhaltige Landnutzung auf Mooren“ entwickelt und moderiert das Greifswald Moor Centrum von 2016 bis 2018 im Rahmen eines Projekts der Nationalen Klimaschutzinitiative des BMUB. Partner im Greifswald Moor Centrum sind die Universität Greifswald, die Michael Succow Stiftung und DUENE e.V.

Weitere Informationen

Das BfN befasst sich als wissenschaftliche Behörde des Bundes für den nationalen und internationalen Naturschutz aus unterschiedlichen Perspektiven mit den Themen Moore und Moorschutz. Zum einen widmet sich das BfN dem Erhalt der Biodiversität in Mooren sowie den Ökosystemleistungen, die Moore erbringen, beispielsweise für den Klimaschutz, und fördert in diesem Bereich Forschungsvorhaben. Zum anderen berät das BfN das Bundesumweltministerium und die Länderfachbehörden zur Umsetzung und Weiterentwicklung der Ramsar Konvention. Bei der Ramsar Konvention handelt es sich um ein internationales Übereinkommen über Feuchtgebiete, darunter Moore.

Bundesamt für Naturschutz

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