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Ausbreitung des Fichtennadelpilzes in Bayern

Ausbreitung des Fichtennadelpilzes in Bayern

Die Nadeln der Fichten im Alpenraum verfärben sich auf weiten Flächen gelblich-braun. Mit Waldsterben oder Borkenkäferbefall hat das aber nichts zu tun. Die Verfärbungen werden durch eine Infektion mit dem Alpenrosen-Fichtennadelrost ausgelöst. Chrysomyxa rhododendri, wie der Rostpilz auf lateinisch heißt, führt zu der charakteristischen Verfärbung der Nadeln.
„Schlimmer als es aussieht“. Das ist die derzeitige wissenschaftliche Einschätzung hinsichtlich der großflächigen Nadelverfärbung an Bergwaldfichten. So mancher Wanderer hat sich bereits verwundert die Augen gerieben, und der Anblick ist tatsächlich beunruhigend: Betrachtet man die Bäume aus der Nähe, kann man von den Nadeln herabhängende kleine, weiße, pergamentartige Fetzen erkennen. Diese Fetzen sind die Reste der Säckchen mit dem Fruchtkörper des Pilzes. Diese setzen beim Aufplatzen eine Unmenge an gelbem Sporenpulver frei. „Infiziert werden nur die Nadeln der frischen Triebe“, erklärt Paul Höglmüller, Forstbetriebsleiter der Bayerischen Staatsforsten am Forstbetrieb Ruhpolding. Er ist zuständig für die Staatswälder zwischen Kampenwand und Hochgern.
Ab Juli kommt es dann zu den gelb-bräunlichen Verfärbungen, im Herbst fallen die Nadeln ab. Langfristige Schäden für die Bäume seien aber nicht zu erwarten: „Schon im nächsten Frühjahr, sobald die neuen Triebe gebildet sind ist kaum mehr etwas zu erkennen“, sagt Höglmüller.
Begünstigt wird die Ausbreitung des Pilzes durch die Witterung. „Ein feuchtes Frühjahr mit anschließenden hohen Temperaturen kommt dem Pilz zugute“, sagt Ludwig Straßer von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft in Freising, der das Phänomen zuletzt im Jahr 2008 beobachtet hat. Auch er gibt Entwarnung: „Fichtenrostpilze, besonders der Alpen-Fichtennadelrost, gehören in ein funktionierendes natürliches alpines Fichtennadelwald-Ökosystem. Der Befall ist in aller Regel unproblematisch“.
BaySF

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