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Forstwirt Azubi Jakob Wiesing erläutert Andreas Wiebe, Leiter von Wald und Holz NRW, die Schnittführung der Motorsäge am Baumstumpf der gerade gefällten Esche.

Ausbildungsplätze bei Wald und Holz NRW

Wald und Holz NRW ist landesweit mit gut 100 Forstwirt-Azubis der wichtigste Ausbildungsbetrieb für junge Menschen. Neben Forstunternehmen suchen Landschaftsbauer und Kommunen händeringend gut ausgebildete Forstleute. Die Bewerbungsfrist für das nächste Ausbildungsjahr endet bereits am 15. September.

Als Holzfäller in Kanada zu arbeiten, steht seit Jahrzehnten auf der Hitliste der Traumberufe. Forstwirt im Eggegebirge hört sich vielleicht nicht ganz so abenteuerlich an. Der Beruf bietet aber sehr viel von dem, was in den Aussteigerträumen freiheitsliebender Menschen wichtig ist. Forstamtsleiter Roland Schockemöhle: „Man ist draußen im Wald und mit der Natur und den sich ständig ändernden Herausforderungen konfrontiert. Eine faszinierende Kombination moderner Forsttechnik und frischer Luft.“

Ein Beruf mit hervorragenden Zukunftschancen, sagte Andreas Wiebe, Leiter von Wald und Holz NRW: „27 % der Fläche unseres Bundeslandes sind Wirtschaftswald. Holz ist der wichtigste nachwachsende Rohstoff, den wir haben. Da liegt es auf der Hand, dass wir auch in Zukunft viele Menschen brauchen, die unsere Wälder pflegen und das Holz aus dem Wald bringen. Wir bieten praktische Ausbildung für die Nachhaltigkeit.“

Teamfähigkeit ist besonders wichtig

Dirk Kreienmeier vom Regionalforstamt Hochstift ergänzte: „Die Digitalisierung ist zwar sehr wichtig, aber mit dem Laptop holt man keinen Baum aus dem Wald. Ohne Motorsäge, Harvester und qualifizierte Fachleute, die diese Maschinen bedienen können, geht es nicht. Die Forstwirte lernen bei uns aber nicht nur den Umgang mit der Motorsäge. Es geht um den ganzen forstlichen Dreiklang: pflanzen, pflegen, fällen.“ Sportlich fit sollte man sein und sich gern draußen im Wald aufhalten, so beschrieb Ausbilder und Forstwirtschaftsmeister Franz Josef Salmen wichtige Voraussetzuungen für den Beruf und betonte: „Vor allem müssen die jungen Menschen teamfähig sein. Forstwirte sind immer im Team unterwegs. Und draußen im Wald muss man sich blind aus seine Kolleginnen und Kollegen verlassen können.“

Wald uns Holz NRW bildet sehr viel mehr Forstwirte aus, als im Landesbetrieb gebraucht werden. Andreas Wiebe: „Als öffentlicher Betrieb und Teil des Umweltministeriums sind wir die Hüter aller Wälder in NRW. Also kümmern wir uns auch darum, dass es im Land genug kundige und gut ausgebildete Forstleute gibt. Das kommt am Ende dem Wald in NRW zu gute, egal ob die Auszubildenden später bei uns arbeiten oder bei privaten Forstunternehmen.“

Die Ausbildungsquote von Wald und Holz NRW ist mit 11 % doppelt so hoch wie bei der Bundesverwaltung. Einige Azubis nutzen die Ausbildung zum Forstwirt auch als Vorbereitung auf ein forstliches Studium. Roland Schockemöhle: „Das ist durchaus empfehlenswert, denn in der Ausbildung lernt man die Arbeit im Wald von der Pike auf.“

Das neue Ausbildungsjahr begann vor einem Monat. In der neuen Ausbildungswerkstatt in Borchen Gellinghausen (Kreis Paderborn) haben die Fortwirt-Azubis ihre ersten Erfahrungen gesammelt. Landesweit ist Wald und Holz NRW der wichtigste Ausbildungsbetrieb für Forstwirtinnen und Forstwirte. Damit leistet Wald und Holz NRW einen wichtigen Beitrag, die im ländlichen Raum dringend benötigten Berufs- und Lebensperspektiven für junge Menschen zu sichern.

Wer sich für den Outdoor-Beruf mit der Motorsäge entschieden hat, sollte sich jetzt bewerben. Für junge Menschen, die sich für den Beruf des Forstwirts oder der Forstwirtin interessieren und noch etwas mehr Zeit für die berufliche Orientierung haben, hat Dirk Kreienmeier einen wertvollen Tipp: „Bewerben sie sich für ein Praktikum! Nach zwei Wochen draußen im Wald wissen die meisten Menschen, ob Waldarbeit die richtige Berufswahl für sie ist.“

So war es auch bei Jan Schlüting. Nach einem Praktikum stand für ihn fest, dass er die Ausbildung zum Forstwirt beginnt. Jakob Wiesing ist im dritten Lehrjahr. Hitze, Kälte, Sturm und Regen hat er schon reichlich erlebt und seine Berufswahl trotzdem nicht bereut. Sein Fazit: „Da waren mal ein paar Tage mit richtig übelem Wetter. Da ärgert man sich schon. Aber dafür hat man ganz viele schöne Tage. Und dann gibt es nichts Schöneres, als draußen im Wald zu arbeiten.

Andreas Wiebe betonte: „Wir sprechen von Forstwirtinnen nicht nur, weil es sich heute gehört, diskriminierungsfrei zu formulieren. Wir bilden gern und erfolgreich junge Frauen in diesem bisher typischen Männerberuf aus. Mit 5 von 100 Azubis in den letzten 3 Jahren ist der Frauenanteil zwar noch recht überschaubar, aber wir freuen uns, wenn künftig bei uns mehr Frauen den professionellen Gebrauch von Motorsäge und Pflanzspaten lernen.“

Wald und Holz NRW bietet landesweit an 25 Standorten die Ausbildung zum Forstwirt und zur Forstwirtin an. Die neue Ausbildungswerkstatt in Gillerbeck ist einer dieser Standorte. Ein Hauptschulabschluss ist Voraussetzung für die Ausbildung.

Weitere Informationen auf der Seite www.wald.nrw/ausbildung

Wald und Holz NRW
Jakob Wiesing, Forstwirt im dritten Lehrjahr, fällt eine Esche. Forstwirte und ihre Ausbilder aus dem Regionalforstamt Hochstift. Florian Tholl ist seit einem Monat Forstwirt-Auzubi. Das Schärfen der Motorsägenkette ist eine der ersten Aufgaben in der Ausbildung.

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