Ausbildung

Ausbildung zum Forstwirt – ein Azubi berichtet

Bearbeitet von Carolin Föste

Max Mayer hat seinen Traumberuf gefunden: Er ist im zweiten Lehrjahr seiner dreijährigen Ausbildung zum Forstwirt und begeistert von der Arbeit. Was macht diesen Beruf besonders? Der junge Mann berichtet von seinem Werdegang bei HessenForst im Forstbildungszentrum Weilburg.

Zu den täglichen Aufgaben von Max Mayer gehören unter anderem die Pflege der Wälder, die Holzernte und Pflanzungen. Die Holzernte sei für Mayer aber am interessantesten. Welchen Wert ein Baumstamm haben kann, ob er gesund ist oder irgendwo einen Makel hat, sei ein wichtiger Lernprozess. „Die Ausbildung ist immer sehr lehrreich und macht Spaß, denn man lernt viel über den Wald und all die Zusammenhänge, die sein Wachstum beeinflussen“, sagt Mayer.

Ein Job für mehrere Generationen

Mayer trage mit den Kollegen Verantwortung für Generationen. Der Wald sei extrem wichtig, es gelte, diesen zu erhalten und alles zu tun, damit es dem Wald gut gehe: „Dazu gehört auch, dass man dem Wald etwas entnimmt und ihm zugleich etwas zurückgibt, indem wir nachpflanzen und pflegen.“

Der angehende Forstwirt liebt den Wald: „Im Wald bin ich abgeschirmt vom Stress der Großstadt. Es ist ruhig und nur laut, wenn ich meine Säge anschmeiße. Ich arbeite mit meinen Kollegen in einer schönen Umgebung, und ich verbringe auch meine freie Zeit im Wald mit Spaziergängen und Radfahren.“

Berufe im Wald – welcher ist der richtige?

Den Bezug zum Wald und zum Holz wurde Max Mayer in die Wiege gelegt. Sein Urgroßvater war sogenannter Holzknecht und habe stets selbst für Brennholz gesorgt. Dass es Mayer nach seinem Realschulabschluss 2020 dann in den Wald zog, stand außer Frage. „Werde ich Förster oder lasse ich mich zum Forstwirt ausbilden?“ – bei dieser Frage war sich Mayer allerdings unsicher. Er entschied sich, Forstwirt zu werden, „denn ich arbeite lieber, als schulisch etwas zu machen.“ Die Entscheidung über ein Studium nach der Ausbildung könne er sich außerdem weiterhin offenhalten. Die Eltern bestärkten ihr ältestes von drei Kindern in der Berufswahl.

Seine erste Einladung zu einem Vorstellungsgespräch führte ihn zu HessenForst und er erhielt prompt eine Zusage: „Da hatte es mir so gut gefallen, dass ich zum Gespräch bei der Gemeinde gar nicht mehr hingegangen bin. Schon als Kind war ich im Wald von den Leuten mit den HessenForst-Jacken begeistert. Ich wollte dazugehören.“

Diese Eigenschaften brauchen Forstwirte und Forstwirtinnen

Wie zahlreiche Menschen, die im Forst arbeiten, ist auch Mayer heimatverbunden: „Ich musste in Kauf nehmen, mit 17 Jahren von zu Hause weg zu gehen. Weg von der Familie und allein zu leben, mich um alles selbst zu kümmern. Aber ich habe eine tolle Ausbildungsstelle im Revier Eppstein, das zum Forstamt Königstein gehört.“ Im Forsthaus fühlt sich Mayer wohl. Ihm wird niemals langweilig, denn das Arbeitsspektrum ist vielfältig. In der Ausbildung, die die angehenden Forstwirte und Forstwirtinnen in Aufenthalten von bis zu sechs Wochen in Weilburg zusammenführt, seien „alle sehr eng miteinander verbunden und haben viel miteinander zu tun“. In der Klasse seien achtzehn Männer und zwei Frauen. Mayer berichtet: „Jede und jeder, der es möchte, kann den Beruf erlernen. Es geht nicht um Kraft, sondern um Geschick im Umgang mit dem Holz und den Maschinen, aus denen die Kraft kommt. Das wichtigste sind die Begeisterung für Holz und Technik.“

Ausbildung zum Forstwirt und dann?

Seine Ausbildung möchte Mayer erfolgreich abschließen. Sein Ziel sei die Eins als Durchschnittsnote, aber bis zu einer Drei sei er zufrieden. Wichtig sei ihm letztlich, sich einen anschließenden Arbeitsvertrag bei HessenForst zu sichern und die Meisterprüfung zum Fortwirtschaftsmeister ablegen zu können. Diese Qualifikation würde ihn zum Studium berechtigen. Egal, ob er Forstwirt, Forstwirtschaftsmeister oder einmal Förster werde – Mayer möchte nahe der Heimat bleiben, um auch in Zukunft mit seinem Vater „Holz machen“ zu können.

Quelle: HessenForst