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Ausbildung zertifizierter Waldpädagogen in Sachsen

Am 8. September 2016 werden 23 zukünftige Waldexperten ihre Ausbildung zum staatlich zertifizierten Waldpädagogen beginnen. Sachsenforst und die Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt bieten dieses einjährige Fortbildungsangebot gemeinsam an.

Der Freistaat Sachsen engagiert sich mit dem Angebot im Rahmen des UNESCO-Programms „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. 77 zertifizierte Waldpädagogen wurden seit 2011 in Sachsen ausgebildet, der Bedarf an qualifizierten Fachkräften in diesem Bereich bleibt weiterhin hoch.
Schon 1987 wurde nachhaltige Entwicklung im sogenannten Brundtland-Bericht als „(…) eine Entwicklung, die die Lebensqualität der gegenwärtigen Generation sichert und gleichzeitig zukünftigen Generationen die Wahlmöglichkeit zur Gestaltung ihres Lebens erhält“ definiert. Das UNESCO-Aktionsprogramm „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ fördert in diesem Rahmen seit 2005 verstärkt Projekte von der frühkindlichen Bildung bis zur Hochschulausbildung, die vorausschauendes Denken, interdisziplinäres Wissen, autonomes Handeln und die Teilhabe an gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen unterstützen und verknüpfen.
„Nur wenn wir schon früh damit beginnen, Zusammenhänge zu vermitteln und den Wert des eigenen Engagements hervorzuheben, finden nachhaltiges Denken und Handeln einen Weg in alle Bereiche unserer Gesellschaft“, betont Dietmar Kammerschen, Stiftungsdirektor Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt. Besonders gut gelingt dies über die Arbeit mit Kindern in der Waldpädagogik. Die Menschen, die mit hohem Fachwissen und pädagogischem Feingefühl die Verknüpfungen des Menschen mit seiner Umwelt vermitteln sollen, tun dies als zertifizierte Waldpädagogen auf Basis bundeseinheitlicher Standards.
„Gerade wir Förster sind stolz auf die mehr als 300-jährige Geschichte der forstlichen Nachhaltigkeit in Deutschland. Mit der Waldpädagogik können wir diesen wertvollen Gedanken in die Breite der Gesellschaft tragen“, unterstreicht Landesforstpräsident Prof. Dr. Hubert Braun die Bedeutung dieses Konzeptes.
Der im September beginnende Kurs ist bereits der sechste in Sachsen. Die Teilnahme an der einjährigen Weiterbildung, die in mehrere thematische Blöcke (insgesamt 20 Fortbildungstage) und ein Praktikum untergliedert ist, steht Interessenten aller Berufsgruppen offen. Voraussetzung ist ein erfolgreicher Ausbildungs- oder Studienabschluss. Von der Sozialpädagogin über den Forstingenieur bis zur Bankkauffrau sind viele Berufsgruppen unter den 23 neuen Teilnehmern vertreten. Viele der Absolventen arbeiten im Anschluss als freiberufliche Wald- und Umweltpädagogen, andere widmen sich der Umweltbildung in der sächsischen Forstverwaltung.
Partner der Waldpädagogen sind häufig Schulen, gemeinnützige Vereine oder Kindertagesstätten mit „Waldgruppen“. Damit die Waldpädagogen immer auf dem neusten Stand bleiben, bietet die Sächsische Landestiftung Natur und Umwelt regelmäßig Fortbildungen zu unterschiedlichen Themen an.
Bei der Umsetzung der „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ im Freistaat Sachsen bleibt die Waldpädagogik aber nicht die einzige Säule. „Ich freue mich, das wir parallel zu dieser Ausbildung auch ein Zertifikat als Natur- und Landschaftsführer, erworben für die eigene Region, anbieten können“, so Dietmar Kammerschen weiter. „Zusätzlich zur Umweltbildung können wir somit im Bereich Tourismus regionale, zielgruppenorientierte Angebote unterbreiten.“
Staatsbetrieb Sachsenforst

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