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Ausbildung zum Werker in der Forstwirtschaft

Ausbildung zum Werker in der Forstwirtschaft

Holz ist ihr Arbeitsmaterial. Die Sauerländer Wälder sind ihr Revier. Die große Spaltaxt und die Motorsäge sind ihre Werkzeuge: Elf junge Menschen mit einer Lernbehinderung machen im Berufsbildungswerk (BBW) des Josefsheims Bigge in Olsberg eine Ausbildung zum Werker in der Forstwirtschaft. Dieser Ausbildungsgang ist der jüngste im breit gefächerten Angebot des Berufsbildungswerks. Es gibt ihn seit zwei Jahren. Das BBW in Olsberg ist bundesweit das einzige, das eine Ausbildung zum Werker in der Forstwirtschaft anbietet.
Der Ausbildungsalltag der elf jungen Männer ist vielfältig und praxisnah. Unter anderem stehen Landschaftspflege in den Hochheideflächen des Hochsauerlands und der Bau von Pferdeboxen und Gattern auf dem Programm. „Zu den Ausbildungsinhalten gehören auch Pflanzungen, Fällarbeiten, Gewässerpflege und Wegebau“, sagt Forstwirtschaftsmeister Achim Beule, einer von zwei Ausbildern. „Die Jugendlichen lernen den Umgang mit Motorsäge, Freischneider, Seilwinde und Schlepper“. Auch ein mobiles Sägewerk und ein Holzhäcksler stehen zur Verfügung.
Dass die Ausbildung so praxisnah wie möglich ist, gewährleisten auch verschiedene Partnerschaften, unter anderem mit der Stadt Olsberg und dem Rothaarsteigverein in Schmallenberg. So haben die Auszubildenden zum Beispiel auf dem Winterberger Abschnitt des Wanderwegs eine zwölf Meter lange Holzbrücke gebaut und Schäden des Orkans Kyrill beseitigt. Seit Anfang dieses Jahres läuft der Kooperationsvertrag mit der Stadt Olsberg. „Die Stadt gibt uns die Möglichkeit, im Stadtwald auf einer Fläche von rund 400 Hektar praktische Ausbildungsinhalte zu vermitteln“, freut sich Ausbilder Achim Beule. Über den kommenden Winter werden die angehenden Werker in der Forstwirtschaft im Rahmen eines LEADER-Projekts einen Waldlehrpfad für den Hennesee bei Meschede bauen und aufstellen.
Theoretischen Unterricht bekommen die Auszubildenden im hauseigenen Heinrich-Sommer-Berufskolleg.  „Neben forstlichen Grundlagen werden hier Technik, Arbeitsschutz und mathematische Kenntnisse vermittelt“, erläutert Achim Beule. Die Förderung wird individuell auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Auszubildenden abgestimmt. In einer Eignungsabklärung können die Jugendlichen zunächst ihre Interessen und Fähigkeiten entdecken. Während der Ausbildung profitieren sie von sozialpädagogischer und psychologischer Begleitung. Die Jugendlichen wohnen im Internat oder lernen in kleinen Wohngruppen in Bigge selbstständig zu leben. Ein Integrationsdienst unterstützt sie bei Kontakten mit möglichen Arbeitgebern oder mit der Arbeitsagentur.
Was die spätere Vermittlung angeht, ist Ausbilder Achim Beule zuversichtlich: „In den vergangenen Wochen waren die Auszubildenden des zweiten Lehrjahres in Praktikumsbetrieben tätig. Zwei der fünf jungen Männer haben dabei schon einen Arbeitsvertrag für die Zeit nach ihrer Ausbildung angeboten bekommen.“
Mario Polzer

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