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(V.l.) Minister Vogelsänger, VDF-Geschäftsführer Paul, Forstdirektor Weber und DFWR-Präsident Schirmbeck

VDF und DFWR pflanzen neuen Wald in Brandenburg

Im Dürresommer 2018 verbrannten im August 400 ha Wald im brandenburgischen Treuenbrietzen. Es war der zweitschlimmste Waldbrand seit 1983 in Brandenburg. Betroffen war auch die Waldgenossenschaft Bardenitz e.G. Nun wird ein Teil der Fläche auf Initiative von VDF und DFWR wieder aufgeforstet.

Der Verband  deutscher Forstbaumschulen (VDF) und regionale Forstbaumschulen stifteten für die Pflanzaktion insgesamt 26.684 Bäume und pflanzten selbst mit. Gepflanzt wird auf einer 3,24 ha großen Fläche im Wald der Waldgenossenschaft Bardenitz e.G. Insgesamt sollen dort 100 ha verbrannter Wald der Genossenschaft nach und nach wieder neu angelegt werden. „Wir helfen den Waldbesitzenden nach der Brandkatastrophe mit hochwertigem Pflanzgut“, sagte VDF-Geschäftsführer Alain Paul am 16. März bei einer gemeinsamen Pflanzaktion mit dem Deutschen Forstwirtschaftsrates (DFWR) und dem Landesbetrieb Forst Brandenburg.

Ein Teil der Pflanzen stammt aus einer Mitmachaktion vom Stand der deutschen Forstwirtschaft, der auf der Internationalen Grünen Woche Ende Januar 2019 in Berlin auf die Schäden des deutschen Waldes hinwies. Bei dieser Aktion erruderten Besucherinnen und Besucher der IGW 5.000 Bäume. „Alle wollten beim Grüne-Woche-Wald mithelfen und das zeigt, dass der Wald den Menschen nicht egal ist“, betonte Georg Schirmbeck, Präsident des DFWR. Der Klimawandel und seine Folgen fordere Waldbesitzende und Forstleute viel ab. Dafür benötigten sie jede Unterstützung von Politik und Gesellschaft.

Forstbaumschulen sind Partner für die Forstwirtschaft

Die Forstbaumschulen sind vor allem im Klimawandel wichtige Partner für die Forstwirtschaft. Auf den zerstörten Waldflächen soll rasch wieder Wald wachsen, der an Boden und Klima am besten angepasst ist. „Die großen Schäden, die am deutschen Wald letztes Jahr infolge von Sturm, Insekten und Dürre entstanden sind, können nicht allein durch natürliche Verjüngung des Waldes behoben werden. Für einen klimaflexiblen Wald benötigen wir die Forstbaumschulen an unserer Seite, mit ihrem Knowhow und mit Forstpflanzen von hoher Qualität“, so Schirmbeck. Deswegen, betonte Schirmbeck, „pflanzen wir heute einen neuen Wald für Treuenbrietzen.“ Auszubildende der Waldarbeitsschule Kunsterspring, Landesbetrieb Forst Brandenburg, zeigten den Waldbesitzenden und Interessierten, was bei einer Pflanzung zu beachten ist. Es werden Kiefern, Traubeneichen, Stieleichen und Birken gepflanzt. Dazu ensteht ein Waldrand mit verschiedenen Baum-und Straucharten.

„Wir freuen uns über die Initiative von DFWR und VDF sowie über die Organisation und Begleitung durch den Landesbetrieb Forst Brandenburg. Sie setzen ein wichtiges Zeichen für den Wiederaufbau in der Waldgenossenschaft und für den Zusammenhalt in der Branche“, sagte Thomas Weber, Stadtforstdirektor und Vorsitzender des Waldbesitzerverbandes Brandenburg. Brandenburg habe schon viel erreicht, wie zum Beispiel die Finanzierung von Löschbrunnen. „Trotzdem benötigen die Waldbesitzenden in Brandenburg weitere Unterstützung beispielsweise für Waldflächen, die durch Kampfmittel belastet sind sowie beim Waldwegebau und bei den Auflagen von Naturschutzbehörden“, betonte Weber.

Die Prognosen zu den Schäden durch Insekten für den deutschen Wald 2019 sind nicht gut. Schirmbeck: „Um eine Katastrophe für den deutschen Wald in diesem Jahr abzuwenden, müssen wir alle an einem Strang ziehen. Wiederaufforstung und Waldschutz dürfe dabei kein regionales Projekt bleiben, weil der Klimawandel grenzenlos ist.“

Der VDF weist darauf hin, dass die Forstbaumschulen seit Jahren von der Substanz leben. Der Grund dafür liege zum einen in den klimatischen Auswirkungen, sei aber auch im Verlust fachlichen Wissens der Kunden und mangelndner Kommunikation und Verständnis füreinander begründet. Der Verband fasst die Erfahrungen der vergangenen Jahre zusammen:

  • Forstpflanzen von Güte benötigen bis zu 5 Jahre von der Anzucht bis zu Reife. Die Pflanzen stammen aus den Forstbaumschulen
  • Forstpflanzen sind aus natürlichem Saatgut, das nicht immer überall ausreichend vorliegt
  • Der Klimawandel lässt Baumarten in Deutschland ausfallen. Das sei dramatisch und es müsse nach wissenschaftlich fundierten Alternativen gesucht werden

Kernbotschaften der Forstbaumschulen

  • Forstbaumschulen benötigen eine angemessene planerische Vorlaufzeit und mehr Berechenbarkeit des Marktes.
  • Da die deutsche Forstwirtschaft eine planvolle ist, muss verfügbares Pflanzgut auch genutzt werden. Der Pflanzenbedarf ist planbar und ein Minimum an Kommunikation und Rücksicht ist die Lösung.
  • Es werden jedes Jahr Mio. von (1-5 Jahre angezogen) Forstpflanzen unverkauft vernichtet. Das ist nicht nachhaltig, zumal im Jahr 2018 über eine Mrd. junger Bäume in der Dürre eingegangen seien.

 

DFWR/VDF

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