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Aufarbeitung von Käferbäumen muss fortgesetzt werden!

Der Hessische Waldbesitzerverband fordert den Landesbetrieb HessenForst auf, die Aufarbeitung von Borkenkäferbäumen zum Schutz und zur Erhaltung der noch nicht befallenen Fichtenbestände unvermindert fortzusetzen.

Die Hessische Landesregierung muss die Forstwirtschaft schnell und wirksam in die Lage versetzen, den Wald unter wirtschaftlich angemessenen Bedingungen zu erhalten und dafür die notwendigen Finanzmittel bereitzustellen.

Die Entscheidung von Hessen Forst, die Aufarbeitung von Käfer befallenem Holz im Staatswald überwiegend aus wirtschaftlichen Gründen bis auf weiteres einzustellen, hat die Eigentümer von Wald in unmittelbarer Nachbarschaft zum Staatswaldflächen erschreckt. Sie fürchten, dass Borkenkäfer aus dem Staatswald in ihre noch unbelasteten Fichtenbestände schwärmen könnten und dort weitere Schäden anrichten.

Ein großer Teil der Fichtenborkenkäfer überwintert unter der Rinde stehender Bäume. In der kalten Jahreszeit sind die Borkenkäfer inaktiv, so dass die Chance besteht, durch das Fällen und Abtransportieren dieser befallenen Bäume einen großen Teil der Käferpopulation abzufangen. Das empfiehlt auch die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt in Göttingen. Der für das Frühjahr 2020 erwartete massenhafte Ausflug der Borkenkäfer und der Befall bislang gesunder Fichtenbestände kann so zumindest eingedämmt werden.

Viele Funktionen des Waldes sind bedroht!

„Wir müssen alle Anstrengungen darauf richten, den Wald vor einer weiteren Massenvermehrung tierischer und pflanzlicher Schadorganismen zu schützen“, so Waldbesitzerpräsident Michael Freiherr von der Tann anlässlich der Sitzung des Erweiterten Vorstands des Hessischen Waldbesitzerverbandes (8.11.2019). Auf den geschädigten Flächen sind viele Funktionen des Waldes bedroht. So kann eine Kahlfläche nicht annähernd so viel Niederschlagswasser speichern, wie ein intakter Waldboden. Der Erosionsschutz und die Grundwasserneubildungen auf Kahlflächen sind ebenso wie die Speicherung von Kohlenstoff gefährdet. Wirtschaftlich sind viele private und kommunale Waldeigentümer an ihre Grenzen geraten. Stark von Schäden betroffene waldbesitzende Kommunen kündigen bereits an, unvermeidliche Defizite aus dem Wald durch die Anhebung der Grundsteuer ausgleichen zu wollen, um einen ausgeglichenen Haushaltsplan vorlegen zu können.

„Wir sind dankbar für das von der Hessischen Umweltministerin in Kraft gesetzte Förderprogramm zur Bewältigung der Schäden im Wald“, so von der Tann. Er fordert die Waldeigentümer auf, jetzt schnell Anträge zu stellen und die Mittel abzurufen. Zugleich bittet er die Hessische Landesregierung, die Rahmenbedingungen durch Steuer-, Wirtschafts-, Verkehrs- und Agrarrecht so zu gestalten, dass die Forstwirtschaft ihren Auftrag, den Wald zu erhalten auch erfüllen kann. Viele Betriebe können zum Beispiel die Verkehrssicherung an Straßen und Schienen nicht mehr bewältigen, weil sie mit den Kosten überfordert sind.

Red./Hessischer Waldbesitzerverband

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