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Aufarbeitung nach Sturmtief „Xynthia“ erfolgreich abgeschlossen

Aufarbeitung nach Sturmtief „Xynthia“ erfolgreich abgeschlossen

Der Orkan „Xynthia“ hat am 28. Februar 2010 rund 3,3 Millionen Festmeter Holz in Rheinland-Pfalz zu Boden gebracht. Eifel und Hunsrück waren mit jeweils rund 1 Millionen Festmetern Sturmholz von den Schäden besonders betroffen. Das Sturmtief „Xynthia“ ist somit nach „Vivian/Wiebke“ im Jahr 1990 das zweitgrößte Windwurfereignis in der Geschichte des Landes. Ein Jahr nach Sturmtief „Xynthia“ zieht Umweltstaatssekretärin Kraege über die Aufarbeitung Bilanz: „Durch die landesweit zentral gesteuerte Aufarbeitung und Vermarktung konnte das Sturmwurfholz erstmalig ohne Preisverfall verkauft werden. Dies ist ein enormer Erfolg für die Waldbesitzer, denn auf diese Weise konnten ihnen erhebliche Vermögensverluste erspart bleiben. Die landesweit koordinierte Aufarbeitung der Sturmschäden verlief zügig und konnte jetzt im Wesentlichen abgeschlossen werden. Ich bedanke mich für die großartige Leistung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Gemeinschaftsforstämtern.“
Rheinland-Pfalz war von den Sturmschäden unterschiedlich betroffen: Eifel und Hunsrück weisen die größten Windwurfmengen mit jeweils rund 1 Million Festmeter Sturmholz auf. Mehr als 40 Prozent des Schadens konzentrierte sich auf acht Forstämter: Zell (241.000 Festmeter), Simmern (238.000 fm), Cochem (230.000 fm), Kastellaun (159.000 fm), Boppard (153.000 fm), Koblenz (150.000 fm), Dierdorf (135.000 fm) und Neuhäusel (133.000 fm).
Gemeindewald besonders betroffen – 97 Prozent des Sturmholzes aufgearbeitet
Mehr als 70 Prozent des Holzes sind im Gemeindewald angefallen, 20 Prozent im Staatswald, die restlichen 10 Prozent verteilen sich auf zahlreiche private Waldbesitzer. Etwa 94 Prozent des Sturmholzes ist Nadelholz. Zum Vergleich: Durch die Orkane „Vivian und Wiebke“(1990) wurden in Rheinland-Pfalz etwa 12 Millionen Festmeter, durch „Kyrill“ (2007) ca. 2 Millionen Festmeter und durch das Sturmtief „Emma“ (2008) etwa 0,65 Millionen Festmeter Holz geworfen.
97 Prozent des Sturmholzes sind aufgearbeitet und ca. 95 Prozent bereits verkauft. Fast 60 Prozent des angefallenen Nadelholzes wurden an Kunden mit Sitz in Rheinland-Pfalz verkauft. Weitere 30 Prozent gingen an Stammkunden in den angrenzenden Bundesländern.
Kimaangepasste Wiederbewaldung – Förderung durch das Land
Besonders vor dem Hintergrund des Klimawandels reicht die natürliche Entstehung eines Waldes allein oftmals nicht aus, vielmehr werden durch die gezielte Wahl der Baumarten wichtige Weichen für die Zukunft gestellt. So wird beispielsweise die klimasensible Baumart Fichte in der nächsten Waldgeneration eine geringere Rolle spielen und teilweise durch Baumarten wie die Eiche oder die Douglasie ersetzt.
Dem Orkantief „Xynthia“ fielen landesweit rd. 5.000 Hektar Wald zum Opfer, die nun zur Wiederbewaldung anstehen. Überwiegend waren mit rund 4.000 Hektar Wald besitzende Gemeinden und Städte von dem Ereignis betroffen, bei einer Schadfläche von 1.000 Hektar stellt auch im landeseigenen Wald die Wiederbewaldung eine fachliche und finanzielle Herausforderung dar. Bereits im Jahr 2010 wurde mit der Konzeption der Wiederbewaldung begonnen. Die Kosten hierfür liegen bei etwa 2 Millionen Euro, dies entspricht etwa 4.400 Euro pro Hektar.
Die Landesregierung unterstützt auch bei diesem Sturmwurf die betroffenen Waldbesitzer nicht nur durch die Leistungen der Forstämter und Forstreviere, sondern auch durch entsprechende Förderungen. Um die Schäden insbesondere im stark betroffenen Gemeindewald möglichst rasch beseitigen zu können und die Substanzverluste abzumildern, gewährt das Land den 500 am stärksten betroffenen Gemeinden eine Finanzhilfe in Höhe von 3,2 Millionen Euro.
MUFV

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