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Windrad an der Versetalsperre in NRW

Windräder auf Schadflächen

Schadflächen im Wald wecken Begehrlichkeiten. Nach dem Sturm Kyrill im Jahr 2007 verdoppelte sich in Nordrhein-Westfalen die Zahl der Weihnachtsbaumkulturen im Wald auf über 4.000 ha. Heute wollen viele Waldbesitzer und Politiker die Schadflächen nutzen, um die Wiederaufforstung mit Einnahmen aus der Windkraftnutzung zu finanzieren. In Niedersachsen vertritt die SPD-CDU-Regierung entgegen der bisherigen Linie die Haltung, mehr Windkrafträder im Wald zuzulassen. Die SPD spricht sich explizit dafür aus, die riesigen Schadflächen temporär zur Windenergiegewinnung zu nutzen.

Nordrhein-Westfalen

Im Herbst letzen Jahres stand das Thema auch in Nordrhein-Westfalen auf der Tagesordnung. Auf den Schadflächen müsse kein einziger Baum gefällt werden, lautete ein Argument der Befürworter, zu denen auch der Waldbesitzerverband gehört. Dennoch hat die Landesregierung sich wegen der fehlenden Akzeptanz entschieden, keine Ausnahmen vom bestehenden Windkraft-Verbot im Wald zu machen – auch nicht als Nothilfe für die vom Borkenkäfer geschädigten Waldbesitzer. In NRW gibt es 84 Windräder im Wald.

Thüringen

In Thüringen wiederum, wo bisher erst zwei Windräder im Wald stehen, will die Regierung aus Linken, SPD und Grünen den Ausbau der Windenergie im Wald vorantreiben. Das Landwirtschaftsministerium hat die Regionalen Planungsgemeinschaften gebeten, Schadflächen bei ihren Vorschlägen für die Vorranggebiete Windenergie zu berücksichtigen. Umstritten ist das Thema aber auch dort.

Oliver Gabriel

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