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Auerhuhn wieder im Süden Brandenburgs beheimatet

Auerhuhn wieder im Süden Brandenburgs beheimatet

Das Auerhuhn (Tetrao urogallus) war über Jahrhunderte  der Charaktervogel der beerstrauch-reichen Kiefernheiden und Traubeneichenwälder der Lausitz. In der Mitte des  19. Jahrhunderts zählte man in der Lausitz noch etwa 18 Balzplätze mit circa 200 Hähnen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verschlechterten sich die Lebensbedingungen und die Bestände gingen merklich zurück. Die letzten Rückzugsareale des Auerwildes waren die Lausitzer Kiefernheiden. Trotz verschiedener Schutzbemühungen ließ sich das Aussterben der Auerhühner nicht mehr aufhalten. Die letzte Henne wurde 1998 in der Rochauer Heide gesichtet. Seitdem gilt die Art als verschollen.
Eine Gruppe engagierter Naturschützer, Förster, Jäger und privater Waldbesitzer wollte sich nicht damit abfinden, dass das Auerhuhn für immer aus den Lausitzer Wäldern verschwunden sein sollte. Sie schlossen sich in der Arbeitsgruppe „Auerhuhn“ zusammen. Seit Jahren bereiten sie die Rückkehr des „Urhahns“ in die Wälder des Naturparks „Niederlausitzer Heidelandschaft“ und des benachbarten Naturparks „Niederlausitzer Landrücken“ vor. Flankiert werden diese Bemühungen durch ein Artenschutzprogramm des Landes Brandenburg.
Das Auerhahn-Projekt, das von der Verwaltung und dem Förderverein des Naturparks wesentlich mitgetragen wird, setzt sich dafür ein, dass in den hiesigen Wäldern wieder Bedingungen herrschen, die das Auerhuhn zum Leben braucht. So wurde unter anderem das Entstehen lichter Mischwälder mit üppigen Beerstrauchschichten gefördert, in denen Auerwild Nahrung findet und genug Sichtraum hat, um Feinde früh zu erkennen. Inzwischen sind die nötigen Voraussetzungen hergestellt.  Ziel des Auerhuhn – Projektes ist dabei nicht  allein die Wiederansiedlung dieser populären Art. Von den Maßnahmen zur Schaffung geeigneten Lebensraums profitieren auch andere Tierarten.
Da Wiederansiedlungen mit Gehegetieren in der Vergangenheit weitgehend erfolglos waren, werden in der Niederlausitz schwedische Wildfänge freigesetzt. Die Tiere stammen aus einer gesunden Population in Mittelschweden. Im Frühjahr 2012 werden 20 Auerhühner in der Liebenwerdaer Heide, und im Frühjahr 2013 weitere 20 Tiere in der Rochauer Heide ausgewildert. In beiden Fällen wird ein Geschlechterverhältnis von 1 : 1 angestrebt. Das Pilotprojekt wird wissenschaftlich begleitet. Im Vordergrund der Untersuchungen stehen vor allem die Ausbreitung und Habitatnutzung der Tiere, die Fortpflanzungsaktivitäten sowie mögliche Todesursachen. Zur Aufenthaltsbestimmung der Auerhühner in ihrem neuen Lebensraum wird neueste Satellitentelemetrietechnik eingesetzt.
Am 18. Mai entließen der Leiter des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft Lars Thielemann und die Ministerin für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg, Anita Tack (Linke) zwei Auerhühner offiziell in Freiheit.
NP Niederlausitzer Heidelandschaft/Veit Rösler

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