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Von Auerhuhn und Kreuzotter

Von Auerhuhn und Kreuzotter

Was fressen Auerhühner am liebsten? Wo fühlen sich Kreuzottern wohl? Mit diesen und ähnlichen Fragen beschäftigten sich kürzlich 25 Studenten der Hochschule Weihenstephan – Triesdorf bei einer Exkursion im Fichtelgebirge. Auf Einladung der Bayerischen Staatsforsten, Forstbetrieb Fichtelberg, besuchten die angehenden Förster die Wälder am Schneeberg und auf der Königsheide. Unter Leitung von Dr. Volker Zahner, Professor für Zoologie und Tierökologie, und gemeinsam mit örtlichen Fachleuten erkundeten sie dort Lebensräume und Ansprüche dieser Tierarten.
Die Bayerischen Staatsforsten engagieren sich im Fichtelgebirge gemeinsam mit Partnern aus Naturschutz- und Forstverwaltung sowie Umweltverbänden seit vielen Jahren für Schutz und Erhaltung dieser ansonsten in weiten Teilen Bayerns ausgestorbenen Tierart. Das Auerwild, und ebenso die Kreuzotter, dienen dabei als Leitarten für artenreiche Bergwälder. Großflächig werden z.B. auf der Königsheide Wälder aus der regulären Bewirtschaftung genommen, um Störungen für die Raufußhühner zu vermeiden. Abseits ökonomischer Überlegungen werden Pflegeeingriffe durchgeführt, um den besonderen Ansprüchen dieser Tierart an ihren Lebensraum Rechnung zu tragen. Auch gezielte forstliche Eingriffe zur Auflichtung der Wälder und Förderung der Heidelbeere, umfangreiche Moorrenaturierungen sowie Maßnahmen zur Besucherlenkung sind Teil des Schutzkonzepts. 
„Uns ist ein intensiver Austausch mit den erfahrenen Praktikern vor Ort sehr wichtig“, so Professor Zahner. „Dies ist ein wichtiger Teil der praxisorientierten Ausbildung an unserer Hochschule, um unseren Absolventen die ökologische, technische und ökonomische Kompetenz für eine spätere Beschäftigung im Bereich Wald – Holz – Umwelt zu vermitteln. Daher kommen wir schon seit vielen Jahren in’s Fichtelgebirge“.
Kreuzottern lieben sonnig-warme Waldsäume mit guten Versteck-Möglichkeiten. Dorthin führte Dr. Wolfgang Völkl, der im Auftrag des Bayerischen Landesamtes für Umwelt das Artenhilfsprogramm Kreuzotter koordiniert, die Studierenden, um ihnen die Ansprüche der Reptilien zunächst theoretisch vor erklären. Und wie auf Bestellung fand ein Teilnehmer ein ausgewachsenes Kreuzotter-Weibchen in einem Weidengebüsch, das Dr. Völkl fangen und den staunenden Teilnehmern demonstrieren konnte.  
Bei einer Wanderung über die Königsheide bei Warmensteinach demonstrierte Peter Schöffel, Revierleiter am Forstbetrieb Fichtelberg, die Vorlieben der Auerhühner. Dort wachsen auf Grund der armen Bodenverhältnisse sehr lichte, heidelbeerreiche Wälder. Obwohl Heidelbeersträucher zu den Lieblingsspeisen der großen Hühnervögel gehören, ließ sich an diesem Tag keines der selten Tiere sehen. Zahlreiche Losungsreste lieferten aber deutliche Hinweise darauf, dass die langjährigen Schutzbemühungen zugunsten der Auerhühner hier erfolgreich sind und die eindrucksvollen Vögel günstige Lebensbedingungen vorfinden.
BaySf

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