Sau mit Frischlingen
Die Gefahr der ASP-Ausbreitung in Schwarzwildbeständen ist weiterhin hoch.
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ASP: Appell zum Verzicht auf Jagdreisen

14. Dezember 2021

Um eine weitere Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu verhindern, hat Nordrhein-Westfalens Landwirtschaftsministerin, Ursula Heinen-Esser, an Jägerinnen und Jäger appelliert, von Jagdreisen in betroffene und potenziell betroffene ASP-Gebiete abzusehen.

Mit Material von MULNV und ML

Heinen-Esser: „Die Gefahr einer ASP-Ausbreitung ist weiterhin sehr hoch. Jagdreisen sollten in diesen Zeiten unterbleiben. Dies ist eine wichtige Vorsorgemaßnahme, um eine Einschleppung zu verhindern.“

Hingegen sei eine intensive Bejagung von Wildschweinen hierzulande für eine präventive Bekämpfung der ASP weiterhin zwingend erforderlich. Seit Januar 2021 sind bei der Jagd auf Wildscheine auch künstliche Lichtquellen und Nachtsichtgeräte erlaubt. Auch übernimmt das Land weiterhin die Kosten für die Trichinen-Untersuchungen. „Wir sind auf die Unterstützung der Jägerinnen und Jäger angewiesen, um zu große Wildschweinepopulationen zu verhindern. Zugleich sollten in der Gastronomie regionale Wildprodukte zum festen Bestandteil der Speisekarten werden“, so die Ministerin weiter.

Am 10. September 2020 wurde der erste Ausbruch der ASP beim Schwarzwild in Deutschland im Landkreis Spree-Neiße in Brandenburg festgestellt. Am 31. Oktober 2020 wurde die Tierseuche in Sachsen amtlich nachgewiesen, am 15. November 2021 dann in Mecklenburg-Vorpommern. Vor diesem Hintergrund ruft Ministerin Heinen-Esser auch die breite Öffentlichkeit dazu auf, weiterhin extrem umsichtig zu agieren. „Schon ein achtlos auf einer Autobahnraststätte entsorgtes Wurstbrot kann Auslöser für eine Weiterverbreitung sein. Auch über Kleidung oder Autoreifen kann der Erreger übertragen werden. Wir müssen die ASP durch gemeinsame Vorsorge ausbremsen“, so Heinen-Esser.

ASP in Nordrhein-Westfalen: Für den Ausbruchsfall gut vorbereitet?

Für den Fall, dass sich die ASP weiter nach Westen ausweiten sollte, sieht sich Nordrhein-Westfalen gut aufgestellt. In einer regelmäßigen Arbeitsgruppe tauschen sich die relevanten Behörden, Institutionen und Branchen in Nordrhein-Westfalen zur aktuellen Lage aus und besprechen akuten Handlungsbedarf. Wiederholt wurden Krisenübungen durchgeführt. Die vom Land beauftragte Wildtierseuchen-Vorsorge-Gesellschaft mbH (WSVG) wäre im Falle eines Ausbruchs sofort einsatzfähig und könnte von den zuständigen Kreisordnungsbehörden als externe Dienstleisterin zur Durchführung von erforderlichen Maßnahmen innerhalb des Ausbruchsgebietes hinzugezogen werden.

Funde von toten Wildschweinen bitte melden!

Aufgefundene Wildschweinekadaver, aber auch im Rahmen der Jagd erlegte Tiere werden in NRW bereits seit langem standardmäßig auf ASP untersucht, um rechtzeitige Informationen über ein Auftreten der Seuche zu erlangen. Funde von toten Wildschweinen sollten unmittelbar unter der Telefonnummer 0201-714488 oder per Mail an nbz@lanuv.nrw.de an die Bereitschaftszentrale des Landesumweltamtes gemeldet werden. Die Zentrale kümmert sich in Abstimmung mit den Kommunen um die schnelle Sicherung und Untersuchung des aufgefundenen Wildschweins.

Appell zum Verzicht auf Jagdreisen auch aus anderen Bundesländern

Auch andere Landesregierungen in Deutschland schließen sich dem Appell zum Verzicht auf Jagdreisen an. So ruft z. B. niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast alle Jägerinnen und Jäger dazu auf: „Bitte verzichten Sie nach Möglichkeit auf Jagdreisen in die betroffenen ASP-Gebiete.“

In einem Brief, der jetzt vom niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) an alle Revierinhaber und Revierinhaberinnen in Niedersachsen versandt wurde, heißt es demnach: „Das sprunghafte Seuchengeschehen, ca. 160 km vom nächsten ASP-Geschehen in Brandenburg entfernt, zeigt deutlich, dass der Mensch ein entscheidender Faktor bei der Verbreitung der Seuche sein kann und das Virus damit – im Gegensatz zur Ausbreitung in der Wildschweinpopulation – weite Strecken in kurzer Zeit überspringen kann.“

Auch in Niedersachsen wird dafür geworben, Fallwild und verendet aufgefundene Tiere unbedingt beproben zu lassen.

Das Gleiche gelte laut dem Schreiben für Wildbret: „Wenn Sie Wildbret vom Schwarzwild nach Niedersachsen mitbringen möchten, gehen Sie sicher, dass das Stück ASP-frei ist. Lassen Sie die Stücke bitte vorher vor Ort auf ASP untersuchen!“ Fahrzeuge, Gerätschaften und Kleidung sollten immer sorgfältig gereinigt werden.

Quelle: MULNV